Über Stefanie Buller

As a movement coach I support musicians to find their own voice through their instrument.

Instrument des Jahres 2018 – und fürs Leben!

Translation into English is pendig. Feel free to contribute if you are bi-lingual! Thanks!
**************************************************************

Das Cello löst 2018 die Oboe als Instrument des Jahres ab. Wir können uns also auf viele Konzerte, Kurse und Aktionen freuen.

Cello-Glück.

Dabei war dieses Jahr schon eine genialisches Cello-Jahr.

Hier eine kleine Bestandsaufnahme:

  • Zwei Cello-Glück BASIC Wochenenden – einer davon war die Berlin-Premiere
  • Der erste Cello-Glück Themen-Workshop „Kontakt“
  • Eine Woche Begleitung der Proben des „Cello-Orchesters Baden-Württemberg“ bei der Celloakademie Rutesheim
  • zahlreiche Einzelstunden mit jungen, aufstrebenden Cellist_innen (modernes Cello und Barock), leidenschaftlichen Amateur_innen und Pädagogen

Aber die Bestandsaufnahme wäre nicht vollständig, wenn ich nicht auch mein erstes Cello-Un-Glück erlebt hätte. Ich blieb mit dem Hosenbein am Stachel des liegenden Cellos eines Teilnehmers hängen. Es kippte um und erlitt dadurch  Kratzer und einen verrutschten Steg. Der Schaden ist materiell eher gering, emotional war es ein erheblicher Schreck – mal abgesehen von dem ärgerlichen Folgeaufwand. (Zur Information: Für den materiellen Schaden tritt in solchen Fällen meine Berufshaftpflicht ein.)

Warum erzähle ich dieses Cello-Unglück?

Das Cello ist für uns kein „Haushaltsgegenstand“. Es ist ein besonderer, persönlicher, beseelter Gegenstand – und das ist noch zuwenig. Wir gehen im wahrsten Sinne des Wortes in Resonanz und übertragen Wünsche, Träume und Gefühle auf das Instrument. Und wir verbinden so viele intensive Momente damit. Jede und jeder kann eine Geschichte erzählen, wie das Cello zu uns gekommen ist und wie unsere Beziehung zu ihm oder ihr ist. Manche geben ihm einen Namen und unsere Dankbarkeit und Zärtlichkeit ist grenzenlos. Wir gehen eben wirklich eine Beziehung ein.

Was macht Beziehungen aus?

Manchmal entdeckt man einen neuen Lehrer und einfach alles was er oder sie macht ist nur großartig. Man vergöttert ihn oder sie als quasi unfehlbar. Und dann ist die Ent-Täuschung groß, wenn man merkt, dass es z.B. finanzielle Unregelmäßigkeiten gibt. Auch Online-Dating macht es leicht, in eine fremde Person alles zu projezieren, was wir uns ersehnen – um dann zu merken, dass wir uns im Gespräch nichts zu sagen haben.

So verständlich die Sehnsucht nach dem Perfekten, Unfehlbaren ist – unserem Gegenüber wird das nicht gerecht.  Sehe ich den anderen oder nur meine Wunschphantasie?

Für mich liegt das Wunder des Cellos auch darin, dass es einen ganz irdischen, handwerklichen, „schreinerischen“ Aspekt hat: aus Holz geschnitzt, gesägt, gehobelt, geleimt. Das schmälert die Magie überhaupt nicht. Schwingendes Holz.

Im Gegenteil.

Ich lade Dich ein, in 2018 dem physischen Aspekt des Cellos und Deiner selbst zu begegnen. Deinen Knochen und Muskeln, dem Nervensystem, deiner Seele und Deiner Phantasie – und wie all das zusammen mit Deinem geliebten „Holzkasten“ ein lebendiges, facettenreichen Spiel wird!

Cello-Glück des Jahres 2018!

Du möchtest die Termine sofort in Dein Postfach? Trag Dich unter http://leicht-bewegen.de/ in den Newsletter ein!

Perfekt unperfekt! – Perfectly imperfect!

Please scroll for English version.

„Schon wieder ein cello-sophischer Blog. Warum gebe ich nicht konkretere, handfestere Tips?“

Geht es hier immer nur um die große Sinnfrage? Den großen Pathos? Psycho-Gelaber? Warum schreibe ich mehr „Tiefsinniges“ als „handfest-Praktisches“ für dich?

Ich kann nicht anders.

Ich bin überzeugt, dass wir zuviel an Symptomen schrauben, anstatt zu akzeptieren, dass verdammt viel einfach „geht“, wenn wir so etwas wie „Integrität“ erleben. Und was aus diesem Zustand heraus entsteht, übersteigt meistens das, was wir vorher für möglich hielten. Also muss man halt ein paar Dinge VORHER klären.

Mein Unterricht basiert auf folgenden Grundsätzen:

  1. Jede Aktion beginnt in Kopf, Herz und Seele
    Und wenn´s gut läuft, sind die sich einig. Wenn nicht, brauche ich nicht an meiner Koordination „schrauben“. Die Intention und innere Haltung mit der ich etwas angehe, bestimmt a) wie es mir bei dabei geht, b) das Resultat und c) wie es mir danach geht, falls es mir gelingt oder ich scheitere.
  2. 1 + 1 = 3
    Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile. Wenn alle Anteile unseres Körpers und Wesens gut „orchestriert“ sind, können Menschen Übermenschliches erreichen.
  3. Unsere innere Weisheit und Koordination ist genialer als jeder Alexander-Technik-Lehrer.
    Für Spezialaufgaben gibt es Spezialisten. Spezialisten gibt man die besten Bedingungen und lässt sie dann ihre Arbeit machen. Und man spricht ihnen aufrichtige Wertschätzung dafür aus.
    Mein Verdauungssystem weiß, wie man Tortilla so in die Einzelteile zerlegt, dass die meisten Nährstoffe im Körper ankommen. Meine Atmung weiß, wann wo was an Sauerstoff rein und an CO2 raus muss. Mein Nervensystem weiß, welche Millionen von Mikro-Justierungen in meinem Körper nötig sind, um ein Schumann-Konzert zu spielen (o.k. – mein Nervensystem weiß das nicht, aber deins vielleicht schon?  😉 ) usw.
    Mein Job ist, eine klare Intention zu formulieren, genügend Übesituationen anzubieten, zu fragen, was gebraucht wird und dann die Spezialisten einen geilen Job machen zu lassen.Sich selber nicht im Weg zu stehen ist die größte Kunst.
  4. Darf´s auch schiefgehen?
    Freier Klang entsteht in einem freien Menschen. Nichts spricht gegen die kraftvolle INTENTION des perfekten Klangs, aber was perfekt sein MUSS, ist nicht frei. Vergiss´es.
  5. Darf´s auch gelingen?
    Wir tun immer so, als hätten wir Angst vorm Scheitern. Ich glaube, viel öfter haben wir Angst vorm Gelingen. Traue ich mir eigentlich das Gelingen zu? Ver-traue ich eigentlich meinem Mega-Spezialisten-Team? Was, wenn ich plötzlich nur halb so grandios wäre, wie in meinen Größenfantasien? Oder scheitere ich lieber, weil ich so Zuwendung bekomme und niemandem auf den Schlips trete?

Nach einer Woche mit drei Workshops und 26 Einzelstunden mit acht jungen, großartigen Musikerpersönlichkeiten war im Schlusskonzert dieser Spirit zu spüren.

Danksagung

Ich danke von Herzen Stephan Schrader, der diesen Raum jedes Jahr schafft, den Cellisten und Cellistinnen und meinem Coach Bärbel Lonczyk, die mich unermüdlich ermutigt, stärkt und inspiriert.

*************************************************************************************************

„Yet another cello-sophic blog article. Why am I not prociding more concrete, practical tipps?

Is this blog always about the question of meaning? The huge pathos? Psycho-talk? Why am I writing a lot more about these „profound“ things than practical-tangible stuff?

I just can´t help it.

I´m convinced that we spend too much time tweaking the symptoms instead of accepting that there´s a really great deal that easily works if we´re in a state of integrity. And in this state the results we procuce pretty often exceed what we thought possible before. And if we´re not in this state there are a few thing to clarifiy – in ADVANCE.

Here are the principles of my teaching:

  1. Every action originates in mind, heart and soul.
    And if things are going well they are at one with each other. If they disagree there´s no use tweaking the coordination. The intention and inner bearing of my approach to a task determines a) my state of being while executing it, b) the result c) the state of my being in case I fail or succeed.
  2. 1 + 1 = 3
    A human being is always more than the sum of its aspects. When all aspects of our self are well „orchestrated“, human beings can achieve super-human results.
  3. Our inner wisdom and coordination is much more genius than any Alexander technique teacher could ever be.Specialists solve special tasks. Specialist are to be provided with the best working conditions and not to be disturbed. And one should regularly express deeply the value and appreciation of their expertise.
    My digestive system knows best how to split a Tortilla into particles so that all the nutrients reach their usage site. My breathing systems knows where oxygen is needed and carbon dioxyde has to be removed. My nervous system knows which of the billions of micro adjustments are neccessary to play a Schumann concert. (well – actually my nervous system doesn´t, but yours propably does) etc.
    My job is to clarify my intention, offer practise opportunities, ask for what´s needed and then hand over to the specialist and let them do their f*ing awesome job.Not to stand in one´s own way is the greatest piece of art.
  4. Am I allowed to fail?
    Free musical expression is the resonance to a free human being. There´s nothing to be said against a powerful INTENION of the perfect sound – but: what MUST be perfect can´t be free. Forget about it.
  5. Am I allowed to succeed??
    We act as if we were anxious of failing. I think more often we are anxious of suceeeding. Do I rely on my ability to succeed? Do I rely on my megy-team of specialists? What if I were have as terrific as in my megalomanian fantasies? Do I prefer failure because it provides attention and I don´t tread on someones toes?

After a week of teaching three workshops and 26 sprivate sessions with 8 young, amazin personalities this spirit was cleary present in the final concert.

From the depth of my heart I thank Stephan Schrader for creating this space every year, the participating cellists and my coach Bärbel Lonczyk, who tirelessly encourages, empowers and inspires me.

Make piece – not war – with your tensions

Please scroll for English version

Eine Seuche geht um in der Welt. Ganz besonders gefährdet sind Musiker und Musikerinnen aller Couleur. Sie ist hochansteckend und so weit verbreitet, dass sie uns ganz normal vorkommt.

Die „Entspann-Dich“-Epidemie, kurz: EDE.

Andere Namen: „Lass-mal-locker“-Seuche oder „Relaxation disease“.

Symptome:

  • Du bist unzufrieden mit dir, denn glaubst, du müsstest lockerer sein.
  • Du hast Lehrerinnen und Lehrer, die dir empfehlen, du sollest „lernen zu entspannen“.
  • Wie ein Mantra sagst du dir immer wieder: „locker lassen, locker“. Gern in Verbindung mit dem Wort „einfach“ (einfach locker lassen)
  • Du strengst dich an, locker zu sein zu müssen.Fortgeschrittenes Stadium:
  • Du bist frustriert, weil du es dir immer wieder sagen musst. Anscheinend bist du selbst zum locker lassen zu blöde.
  • Du erlebst deinen Körper als Gegner, weil er ja immer wieder diese unnötigen Spannungen produziert. Obwohl du ihm doch das Gegenteil sagst.
  • Besonders in Auftrittssituationen merkst du, wie unlocker du bist. Du spürst, wie dein Atem stockt, die Oberschenkel fest werden und die Arme hart. Du weißt: Verspannt klingt scheiße. Also musst du dich jetzt entspannen. Sofort. Klappt aber nicht.Zwei Jobs gleichzeitig: 1. Spielen 2. Entspannt sein.

Das schlimmste Leid der Betroffenen ist aber ein perfides Gefühl des Versagens und der Unzulänglichkeit.

Du bist nicht allein.

Ursache: Der weitverbreitete Glaubenssatz, es gäbe so etwas wie „unnötige Spannungen“. Per Definition entsteht dadurch ein Konflikt zwischen dem Körper der diese angeblichen „unnötigen“ Spannungen produziert und einem Willen, der „Entspannung“ fordert.

Ein Land im Krieg kann nicht erblühen.

Erst Frieden schließen. Dann Wiederaufbau. Und möglichst alle Parteien einbeziehen.

Im Krieg mit dir selbst kannst du nicht klingen.

Erst Frieden schließen, dann aufbauen. Mit allen Beteiligten: Körper, Geist, Herz, Seele, Verstand, Instrument, Umgebung.

In diesem Video erfährst du, wie du Frieden schließen kannst mit deinen Spannungen.

Und trotzdem: Feste Arme, krallende Hände, hochgezogene Schultern und Füße: Wir wissen, dass das nicht gut klingen kann.

Richte deine Aufmerksamkeit konsequent, absichtsvoll und ausschließlich auf das was trägt, stützt und stabilisiert. In jeder Hinsicht. Jederzeit. Und deine Spannungen werden sich in Luft auflösen. Garantiert.

Sei geduldig.

Und vergiss nicht zu FEIERN!!!!

Du willst wissen, wie es weitergeht? Oder wo du an einem CelloBliss-Workshop teilnehmen kannst?

Hier kannst du dich in meinen Mailverteiler eintragen!

Bleib dran. Es ist wichtig.

Make peace – not war.

********************************************

A disease is spreading all over the world. Musicians of all kinds are especially in danger to be infected. It´s epidemic, highly infectious  and already so common that we think it´s normal.

The „Relaxation diseaseRD.

Other synonym: „Letting-go“-Plague

Symptoms:

  • You´re not satisfied with yourself because you think you should be more relaxed.
  • Teachers are advising you to “learn to relax”.
  • Like a mantra you´re repetitively telling yourself „let go, let go“. Often combined with the word “just”: “just let go”.
  • You´re trying hard to be more relaxed.Advanced stadium:
  • You´re frustrated as you have to keep telling yourself to let go. Seems like your even to stupid to let go.
  • You experience your body as an enemy because it keeps producing these unnecessary tensions – although you´re telling it the opposite.
  • You realize especially in performance situations you how tight you are. You notice how your breathing stops, your thighs and arms become hard. You know: Playing like this will sound horrible. So you´ll have to relax. NOW. Immediately. But you don´t succeed.Two jobs simultaneously: 1. Play 2. Be

The worst suffering of those infected is a nagging feeling of failure and inferiority.

You are not alone.

The reason: The common belief that there were such things as “unnecessary tensions”. This belief creates – qua definition – a conflict between a body (producing these so called unnecessary tensions) and the intention of the mind to produce “relaxtion”.

A country won´t flourish during war.

First: peace. Then rebuilt. Including as many as possible.

Your sound won´t shine if you´re in war with yourself.

Make peace, then rebuilt. With all participants: body, mind, soul, spirit, instrument, surrounding.

Watch this video to understand your tensions and how to get rid of them.

And yet: tight arms, cramping fingers, tense shoulders and feet: We all know that this can´t produce a rich sound.

Direct your awareness deliberately and consequently only to everything that supports, carrys and stabilises. In every way. All the time. And your tensions will disappear. Guaranteed.

Be patient.

And don´t forget to CELEBRATE!!!

You want to know how to continue? You want to know where to participate a CelloBliss-Workshop?

Sign up here. And stay tuned. It´s important.

Make peace – not war.

Fall aus der Balance und spiel besser! – Loose your balance and play better!

Please scroll for English version!

Wie geht´s dir mit deinen Hüftgelenken? Hast du Spaß?

Jetzt habe jetzt eine Information für dich, die ich in fünf Jahren Arbeit mit ca. 300 Cellisten herausgefunden habe. Bisher ist mir niemand in Cello-Land begegnet, der sie unterrichtet.

Das Geheimnis
für starken Klang
mit minimalem Aufwand
und stabile Intonation.

Wenn du „in Balance“ bist, wenn du dein Cello zum spielen aufnimmst, hast du leider verloren!

„Waaaaaasss?“ – höre ich dich rufen. „Jetzt habe ich all die Jahre geübt aufrecht zu sitzen und gerade und entspannt und und und…. jetzt kommst du und willst mir erzählen, dass das alles FALSCH ist?“

Ja. Sorry.

Nun ja – wenn du beim Essen sitzt oder am Computer oder in der Bahn ist balancierte Aufrichtung was Feines, aber wenn es um effizientes Cellospielen geht, leider nein.

Wenn du „in Balance“ bist, bevor du zu spielen beginnst, wird alles schwerer.

Es reduziert deine spielerische Freiheit, reduziert deine Power, schwächt Intonation und Kontrolle und ist unnötige Arbeit für den Rücken.

Bevor du jetzt die Überbringerin der Botschaft killst, bitte ich dich, folgendes Experiment mit mir durchzuführen. Es kann dein Cellospielen für immer verändern – im Positiven natürlich!

Du brauchst dafür eine ebene Fläche und zwei Bücher, ein großes und ein kleines.

TEIL 1

  1. Das große Buch steht in diesem Experiment für dich, das kleine repräsentiert dein Cello.
  2. Stell beide Bücher so hin, dass sie „aufrecht“ sind und „in Balance“. Aber entspricht das der Situation beim Cello-Spielen? Natürlich nicht.
  3. Lehne jetzt das kleine (Cello)Buch an das große (Körper)Buch. Was passiert?
  4. Das Kleine kippt und wirft das Große mit um.

WARUM?

Warum ist das kleine Objekt so viel “stärker” als das große?

Weil das kleine „fällt“ und damit die Schwerkraft auf seiner Seite hat. Das kleine, kippende Objekt ist stärker als die labile Balance des größeren Objekts.

TEIL 2

  1. Das große Buch steht in diesem Experiment für dich, das kleine repräsentiert dein Cello.
  2. Arrangiere die beiden Bücher jetzt so, das seine Form entsteht, die an “Cello Spielen” erinnert.
  3. Geschafft? Bravo! Wie hast du das gemacht? Sei genau in deiner Beschreibung!
  4. Welches der beiden Bücher muss sich ZUERST bewegen?
  5. Das große. Also: DU!

Dass größere Objekt muss seine Balance verlassen um die Bewegungsenergie des kleineren aufzufangen. Zusammen finden sie einen neue, gemeinsame Balance die viel stabiler ist, als jeder für sich.

„ABER” denkst du vielleicht, „ich sitze doch balanciert und mein Cello schubst mich nicht um.“

Stimmt. Aber wer macht die Arbeit?

Deine Rückenmuskulatur.

Wenn du dich nicht ZUERST auf dein Cello zubewegst, verhindern deine Muskeln das „Umkippen“.

Ein Muskel, der mit Halten beschäftigt ist, kann nicht gleichzeitig Cello-Spielen.

Ich hasse Energieverschwendung.

Hier also eine neue Choreografie für dich:

Schritt 1: “Stehen” auf dem Po”

Schritt 2: Vorwärts bewegen von den Hüftgelenken aus

Schritt 3: Kontakt mit dem Cello.

Schritt 4: Kuscheln und begegnen

Lächeln an jeder Stelle erwünscht!

Und jetzt musst du wahrscheinlich den Stachel kürzer machen..

Abgekürzt:

Stehen – Vorwärts – Kontakt – Kuscheln!

Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass du als Cellist oder Cellistin ahnst, was das für dich, dein Kontaktstelle, deine Effizienz bedeuten kann.

Du musst deine eigene Balance opfern um eine neue – stabilere, lebendigere – mit deinem Cello zu finden!

Ich bin mehr als neugierig, was du davon hältst. Bitte, bitte, bitte – verrätst du mir, was du davon hältst? Danke!

****************************************************************************************************

How are you doing with your hip joints? Enjoying them?

It took me five years and the work with about 300 cellist to find out that bit of information I´m about to give to you now. Up to now I didn´t meet anyone in „Cello land“ who teaches it like this,

The secret
for a powerful sound
and stable intonation
with minimum effort.

If you´re are “in balance” as you take up your cello to play YOU´RE LOST!!!

„WHAT?“ – I hear you saying. „I trained all those years to sit upright and balanced and relaxed, and and and  – and now you´re telling me it´s all WRONG?“

Yes. Sorry

Well, o.k., it´s not wrong when you´re sitting at a desk or a table or in the train being upright an balanced is a wonderful thing. But if it comes to efficient cello playing it´s not.

If you´re „in balance“ before you start to play everything get´s harder.

It reduces your freedom, reduces your power, weakens your intonation and control and creates unnecessary work for your back.

Before you shoot the messenger I ask you to do an experiment with me that can change your cello playing forever – for the better of course.

You need a plane area and two books, a bigger one and a smaller one.

PART 1

    1. The bigger book represents you and the small book represents your cello.
    2. Place both books upright on the edge so that they “stand up straight” and are balanced. But is this the situation we have in cello playing? Of course not.
    3. Lean the little book towards the big book. What happens?
    4. Right – the smaller one drops and pushes the bigger one over.

WHY?

What makes the little book so “strong” that it pushes the big one over?

Because the “dropping” object has gravity on its side. The small, dropping object is stronger than the weak balance of the bigger object.

PART 2

  1. The big book represents you and the small book represents your cello.
  2. Arrange both objects in such a way that you create a “cello-playing-like” shape.
  3. You did it? Bravo! How did you do it? Be precise!
  4. Which of the objects has to move FIRST?
  5. Right. The big one has to move first. Which means: YOU!

The bigger object has to leave it´s balance in order to catch the movement energy of the smaller object. Together they form a new balance that is much more stable than each on their own.

„BUT“ – you will think – „I do sit balanced and my cello doesn´t push me over.“

Correct. But who is doing the work?

Your back muscles.

If you don´t move towards your cello FIRST your muscles have to keep you from dropping.

A muscle being busy holding you up is not busy cello playing.

I hate waste of energy.

So here´s the new choreography:

Pick up your cello, put it on the end pin.

Step 1: “Stand” on your butt”

Step 2: Hinge forward a tiny bit from your hip joints

Step 3: Meet your cello on the way.

Step 4: Hug your cello to say “Hello”

Add smiling whenever you like!

You´ll have to adjust your end pin length again.

Short cut:

Stand – Hinge – Meet – Hug!

I hope from my deepest heart that – being a cellist – you have a sense what this physical truth can mean for your sounding point and your efficiency.

You must sacrifice your own balance in order to find a new – more stable and livelier one – with your cello!

I´m more than curious about what you think. Please, please, please – will you convey to me what you think about this? Thank you!

Liegst du noch oder stehst du schon – beim Cello-Spielen? / Do you stand behind your cello – or are you still lying?

Bild

Please scroll for English version!

Cello wird sitzend gespielt. Nicht stehend. Logisch, oder? Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Stehen und Sitzen?

*

***Denkpause***

*

Die Antwort ist erschreckend einfach: Die Beine werden gefaltet. Sonst nichts. Dadurch verlagert sich das Gewicht des Körpers von den Füßen auf den Po.

„Sitzen“ ist „wie Stehen – nur auf dem Po.“

Mit freundlicher Genehmigung meines Kollegen Tim Soar und des Grafikers Aron Cserveny

Machen wir den Realitäts-Check: Wie fühlt sich das Sitzen am Cello für dich an? Bei manchen Cellisten, besonders denen mit Knickstachel, hat man ja manchmal den Eindruck, sie liegen eher unter ihrem Instrument.

Deine tragende Basis – dein Fundament – im Sitzen ist das Becken.

Selbstversuch:

Stell dich aufrecht hin, ganz normal auf beide Beine. Denke: „Jetzt stehe ich auf den Füßen. Gleich stehe ich auf meinem Becken.“ Falte dann die drei Gelenke in den Beinen (Hüfte, Knie, Füße) und „stell dich auf deinen Po“. Kommt dabei ein anderes Sitzen als normalerweise raus?

Gegenprobe:

Stell dich wieder hin, und denke: „Ich setze mich ans Cello (so wie immer).“ Inwiefern ist das anders?

Es lohnt sich, diese beiden Varianten mehrfach auszuprobieren und sich dabei am besten zu filmen. Ich bin mir sicher, dass du interessante Ergebnisse gewinnst!

Die wichtigsten Gelenke zum Cello-Spielen:

Ich finde, die wichtigsten Gelenke zum Cello-Spielen sind die Hüftgelenke. Warum? Ohne Hüftgelenke kann man sich nicht setzen (s.o.). Außerdem wären wir ohne sie zum „stocksteif“ sein verdammt. Und wie das klänge, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Die Hüftgelenke sind die Schnittstelle zwischen den Beinen und dem Rest des Körpers. Sind sie frei beweglich, wird Bodenkontakt erst möglich, die Wirbelsäule entlastet und sogar die Atmung erleichtert. Dieser Zusammenhang würde jetzt aber den Rahmen sprengen.

Kurz: Hüftgelenke sind zentral, extrem wichtig, eine grandiose Erfindung der Evolution – und gnadenlos unterschätzt.

Deshalb bitte ich dich: Erkläre die Zeit bis zum nächsten Blogartikel (ca. 2 Wochen) zur Woche der Hüftgelenke.

Es wird dein Wohlfühlen beim Spielen revolutionieren und außerdem haben sie das verdient!

Unsere Vorstellung davon, WO sich diese Wunderwerke in unserem Körper befinden, ist oft sehr diffus. Deshalb benutzen wir leider oft Körperbereiche zum „falten“, die dafür gar nicht gemacht sind.

Hüftgelenks-Ortung:

Stell dich nochmal auf und setz dich wieder hin. Welches „Scharnier“ gebrauchst du dafür?

Sieht es bei dir ungefähr so aus?

Oft glauben wir, die Hüftgelenke wären oben am Beckenkamm.

Wenn wir uns mit dieser Idee setzen, kommt das dabei raus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steh bitte nochmal auf. Taste entlang der vorderen Beckenkante (Schambein) bis zur Leistengegend.

In diesem Bereich befinden sich deine Hüftgelenke, das „Scharnier zum Falten“. Nimm dir Zeit, diese neue Information zu realisieren.

 

 

Lockere jetzt dein Gesäß und setz dich wieder hin. War die Bewegung anders? Sitzt du jetzt anders?

 

 

 

Die meisten Menschen sitzen jetzt aufrechter und entspannter. Sie stehen wirklich auf ihrem Becken, das jetzt auch aufrechter ist. Der Körper ist mehr in Balance – und dadurch braucht die Aufrichtung weniger Muskelkraft.

 

Wenn du das jetzt ans Cello überträgst, wirst du mit Sicherheit deine Stachellänge anpassen müssen.

Dies ist eine Zwischenphase!

Spiel damit herum – am besten zunächst ohne Cello. Beobachte deine genialen Hüftgelenke beim Gehen, beim Sitzen im Zug oder beim Schuhe anziehen. Wo überall kann die neu entdeckte Beweglichkeit deiner Hüftgelenke praktisch sein? Probiere es am Cello aus – und wenn es da schwierig ist, quäle dich nicht! Hauptsache ist in dieser Lernphase die Freude an der runden, reibungsfreien Bewegung in der Körpermitte.

Wir brauchen sie dringend zum Cellospielen. Im nächsten Blog schaffen wir die Verbindung!

Bis dahin: Happy Hip-Joints!

*********************************************************************************************

We play the cello sitting. Not standing. Obvious, isn´t it? But what´s the difference between sitting and standing?

*

***pregnant pause***

*

The answer is alarmingly simple: We fold our legs. That´s it. By doing this the weight of our body is shifted from the feet to the butt.

„Sitting“ is „like standing – just on the butt.“

By courtesy of my collegue Tim Soar and graphic designer Aron Cserveny

Let´s make a reality check: How does sitting with the cello feel like for you? Some cellists – especiallly those with a bent endpin – seem to be lying under their cello.

Your supporting basis – your fundament – as you sit is your pelvis.

Experiment on yourself:

Stand up on both legs – just normal. Think: „I´m now standing on my feet. Soon I´ll be standing on my pelvis.“ Then fold the three joints of the legs (hips, knees, ankles) and „stand on your butt“. Does that result in a different way of „sitting“?

cross check:

Stand up again – thinking: „I´m sitting down to play the cello – as always.“ How is this different?

Playing and experimenting with this two versions is absolutely worth it. And if you video yourself doing it I´m sure you´ll gain precious insights!

The most important joints for cello playing:

The hip joints are crucial for cello playing. Why? Without them we couldn´t even sit down. Furthermore we would be condemned to immobility. And I don´t want to even image what that would sound like. The hip joints connect legs and torso. If they can move freely they enable us to have ground contact, they are a relief for our spine – and even the breathing frees up.

In short: hip joints are central, crucial and an astonishing design of the evolution – and so incredibly underestimated.

Therefore I urge you: Declare the following two weeks as „weeks for the freedom of hip joints“.

It will boost your wellbeing in cello playing and they simply deserve to be appreciated every single day!

Our phantasies about WHERE they are actually located are often quite clouded. That´s why we often accidentely mis-use other parts of our bodies for the folding movement that are not designed to do so.

Locating the hip joints:

Stand up and sit down again. What is the hinge you use for that movement?

Does it look similar like this?

We often believe that our hip joint are way up where we can feel a bony structure.

As we sit down with this idea that´s the result.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand up again. Palpate along the front bony edge of your pelvis (pubic bone) until you reach the groin.

In this area our hip joints are located – the hinge designed for folding. Take your time until you have realised this new information.

Now release your buttocks and sit down again. How is the movement different? Is your sitting different?

Most people are now sitting more upright with less tension. They are literally standing on their pelvis which is easily upright. They are more in balance which results in less muscular effort for being upright.

If you now transfer this to the cello you will definetely have to adjust the length of your endpin.

This is an intermediate phase!

Play with this ideas – preferrebly without the cello. Observe your gorgious hip joints throughout your day – as you walk, sit in the train or put on your shoes. Where can you apply this newly discovered freedom? You can already apply it to the cello – if it disturbes you – don´t worry! In this learning phase the most important part is having joy with the roundness and ease in this central area of your body in everyday life!

We need it for a great sound. The next blog will make this connection! Don´t miss it!

Until then: Happy Hip-Joints!

Die erogenste Zone des Cellos: Widerstand suchen – Reibung genießen! / The most erogenous region of the cello: Searching resistance – enjoying friction!

Please scroll for English version.

Ich wünsche dir ein herrliches neues Jahr und Freude mit dir selbst und deinem Instrument! Schön, dass du hier bist.

Das Thema Kontaktstelle („Klangstelle“ – im Englischen) beschäftigt mich schon lange. Wo Saite und Bogenhaar sich treffen, kanalisiert sich alles, was wir an Material, Technik, Kraft und Durchlässigkeit zu bieten haben. Hier entsteht und spielt die Musik!

Ist dadurch die Kontaktstelle nicht die erogenste Zone des Cellos?

Aber dazu später mehr. Zunächst eine Anekdote:

Nach dem Weihnachtsgottesdienst stand der Priester am Ausgang, reichte allen Besuchern die Hand und wünschte ein gesegnetes Weihnachtsfest. Eine schöne Geste! Ich erwiderte den Handschlag gern. Allerdings fühlte sich die mir entgegengestreckte Hand für mich an wie ein mit Wackelpudding gefüllter Gummihandschuh. Intuitiv fasste ich nach. („Da müssen doch irgendwo Knochen in der Hand sein…?“)

So wurde aus dieser kleinen Begegnung ein peinlicher Moment.

Kontakt braucht Widerstand.

Widerstand heißt, dass ein Objekt dem Versuch es in Bewegung zu versetzen eine Kraft entgegensetzt. Und wir brauchen diese Gegenkraft, um Kontakt aufnehmen zu können. Die Hand des Monsignore bewegte sich zwar auf mich zu, setzte mir dann aber keinen Widerstand mehr entgegen. So lief ich „ins Leere“.

Ohne Widerstand kein Kontakt. Ohne Kontakt kein Klang. Schade.

Deswegen nehmen wir ja auch Kolophonium – nicht Öl – als „Gleitmittel“. Wir brauchen den Widerstand, die Substanz. Wir brauchen etwas, das erst „nein“ sagt, bevor es zustimmt Reibung und Schwingung zu erzeugen. Beim Tango wird der Tanz erst spannend, wenn die folgende Person minimal zeitverzögert reagiert. Gelingt diese positiv zähe Elastizität, brennt zwischen den Tanzpartnern die Luft.

Widerstand heißt nicht Konflikt oder Kampf.

Er ist einfach nur eine Kraft, die mir entgegenwirkt, die mir Resonanz auf meine Aktion gibt. Ist es nicht herrlich, wenn ein Handschlag gelingt, hinter dem zwei ganze Personen stehen? Wenn zwei Menschen sich einander begegnen: nicht zurückzucken, aber auch nicht „zudrücken“? Entsteht in diesen Momenten nicht manchmal eine erstaunliche Intimität und Nähe? Was wäre, wenn wir Widerstand und Reibung positiv begrüßen, vielleicht sogar wünschen, anstatt sie negativ zu bewerten?

Und auch sonst ist Reibung an der richtigen Stelle herrlich, oder?

Was hat das mit Klangerzeugung zu tun?

Naja – salopp gesagt, machst du es dir beim Cello spielen selbst. Du bist verantwortlich für beide Seiten der Kontaktstelle.

Beim Cello-Spielen bist du verantwortlich für beide Seiten der Kontaktstelle.

Um die Bogentechnik kümmern wir uns in epischer Breite, aber wie steht es mit der anderen Seite? Die Fertigkeiten Deiner Bogenhand können ihren Zauber erst dann voll entfalten, wenn die Saiten einen guten Gegenkontakt bieten. Und diesen Gegenkontakt stellt der ganze Körper (Bein und Torso) her. Diesem genauso entscheidenden Teil sollte dieselbe Sorgfalt und Aufmerksamkeit geschenkt werden, wie der Bogentechnik.

Warum? Über 80 % aller Cellist*innen mit denen ich gearbeitet habe (mittlerweile über 300) ziehen im entscheidenden Moment das Cello unterm Bogen weg. Warum? Weil das Ausholen mit dem Bogenarm in Kombination mit einem nach hinten gekippten Becken den Brustbereich kollabieren lässt. Da liegt aber das Cello drauf. Wie beim Handschlag mit dem Monsignore versucht der Bogenarm nachzufassen.

Die Folgen: Rückenschmerzen (denn wir versuchen intuitiv die Stabilität wieder herzustellen) und ein müder Bogenarm (der statt satt zu landen, den Kontakt suchen muss).

Umgekehrt hat bei fast allen ein größere Stabilität von Cello-Seite aus zu besserem, satterem, kontrollierterem Klang geführt.

Du willst, dass dein Spiel brandheiß, spannend und aufregend ist? Kümmer dich um die andere Seite!

Wie?

  1. Beobachten!Nimm dich im Profil beim Üben auf, und beobachte, wohin dein Körper und Cello sich bewegen, besonders in hohen Lagen oder bei kräftigen Einsätzen. Freu dich über alles, was du merkst.
  1. Ausprobieren!

    Spiel lange Töne auf leeren Saiten. Lass dann das Becken langsam nach hinten sinken bzw. nach vorne kippen, OHNE dass du mit dem Arm den Bogenkontakt korrigierst? Was passiert mit dem Klang? Wenn Du nichts merkst, nimm dich auf Video auf!Achtung: Dies ist keine Anweisung zum „Beckenschaukeln“!!! Es ist eine Wahrnehmungsübung damit du merkst, welchen Einfluss du über den Körper auf den Klang nehmen kannst.
  2. Fokus auf „Gegenkontakt“Fass dich selber an! Leg z.B. eine Hand auf dein Bein und spüre es mit der Hand. Dann spüre mit dem Bein deine Hand! Was ist leichter? Was passiert, wenn du beides gleichzeitig spüren willst?Wenn du die Beine überschlagen hast, mach dasselbe Spiel. Oder leg die Handflächen aneinander. Oder, oder, oder… Finde unendliche Spielmöglichkeiten mit den zwei Seiten des Kontakts.
  3. Ändere deine Perspektive!

    Spüre den Kontakt zu deinem Bogen durch das Cello. Als würde das Cello den Bogen spielen und nicht umgekehrt. Was suchst du in diesem Kontakt? Einen satten Handschlag, zartes Streicheln oder heißen Sex? Vergiss nicht: „It takes two to tango!“Was immer es ist: wie beim gelungenen Handschlag kann eine große Intimität entstehen, wenn beide Partner einer Berührung sich ganz in diese Hineingeben.

Oft wünschen wir uns Kontakt, aber wenn er dann da ist zucken, wir zurück. Kontinuierlich immer wieder den Kontakt neu einzugehen und dranzubleiben braucht manchmal mehr Mut als wir denken. Jedenfalls geht es mir so. Dir auch?

Auch ich freue mich natürlich über Resonanz – z.B. in Form deines Kommentars oder deiner Newsletter-Anmeldung. Dafür bekommst du dann weiterhin Tipps und Ideen für besseren Klang mit weniger Anstrengung. Auch Reibung und Widerstand sind wärmstens willkommen, aber nicht Bedingung!

Und jetzt viel Freude beim sinnlichen Spielen!

***************************************************************************************************

I´m wishing you a happy new year and lot´s of joy with yourself and your instrument! I´m glad you´re here!

I have been considering the topic “sounding point” (contact point in German) for a long time now. Where bow hair and string meet everything we have to offer regarding material, technique, power and ease is channeled. This is the origin of the sound! This is where the action is!

Isn´t the sounding point therefore the most erogenous region of the cello?

To be continued. But at first a little anecdote:

After the Christmas mass the priest stood at the exit, shaking hands of the parishioners and wishing them a merry Christmas. What a nice gesture! So I took his hand in return. But for me it felt like a rubber glove filled with jelly. By intuition I tried to get a grip. (“There must be bones somewhere in this hand…”)

So this is how our little encounter turned into an embarrassing moment.

Contact needs resistance.

Resistance is the force an object puts up against the attempt to be set into motion. And we need this counterforce to get into contact. Although the hand of the Monsignore approached me it didn´t put up any resistance against mine. So mine missed its mark.

No contact without resistance. No sound without contact. What a pity.

This is why we use rosin – instead of oil – as a “friction agent”. We need the resistance, the substance. We need something that answers “No” before it consents to getting into friction and vibration. In Tango the dance becomes exciting when the Follower reacts with a minimum of delay. If this positive ductile elasticity succeeds it can become a “high voltage dance”.

Resistance does not equal conflict or fight.

It is just a force opposing mine and giving me resonance to my actions. Isn´t a successful handshake in which two persons meet a terrific thing? When two people truly meet each other – not flinching – not squeezing? Amazing intimacy and closeness is possible in these moments. What if we would appreciate resistance and friction, possibly wishing for them instead of judging them as negative?

Anyway: Friction at the right spot is a blissful thing, isn´t it?

What does this have to do with sound production?

Well – casually said: You´re “pleasing yourself” when you play the cello. You are responsible for both sides of the contact point.

You are responsible for both sides of the sounding point.

We are bothering about our bow technique in great detail – but how about the opposite side? Your bowing skills can only unfold their true magic only if the strings offer a decent counter contact. And this counter contact is created by your whole body (especially legs and torso). This part is equally important and should be considered with the same accuracy and attention as the bowing skills.

Why? More than 80 % of the cellist I have worked with (more than 300 by now) are flinching their cello away from the bow in the critical moment. Why? Because the combination of a backwards dropping pelvis with an extended bow arm preparing for the great attack leads to a slumping of the ribcage area. Unfortunately that´s where the cello is supported. And similar to what I did when I wanted to shake the hand of the Monsignore the bow arm grips tighter in order to achieve the contact.

The consequences: Back pain (because intuitively we try to regain the stability) and a tiered bow arm (searching for contact but missing the mark).

Vice versa the majority of these cellists created a better, juicier, more controlled sound after achieving more stability from the perspective of the strings.

You aim for a sound that is red hot, exciting and interesting? Take care of the other side!

How?

  1. Observe!Video yourself as you practice from a side perspective and observe the movement of your body with the cello. Especially when you play high notes or want to be loud. Celebrate everything that you notice.
  2. Explore!Play some long notes on open stings. As you do this let your pelvis slowly rock backwards and forwards WITHOUT adjusting the bow. What happens to the sound? If you don´t notice a change make a video.ATTENTION: This is not an advice to do weird things with your pelvis! It is an exercise to increase your awareness of how you can influence the quality of the sounding point through body movement.
  3. Focus on “counter contact”!Put hands on yourself! E.g. put your hand on your leg and sense the leg with your hand. Now change the perspective and sense the hand with your leg. Which one is easier? What happens if you intent to sense both sides equally at the same time?Find infinite opportunities to play with this principle.
  4. Change your perspective!Notice how your cello contacts the bow. As if the cello would play the bow – not vice versa. What is your intention for this “love affair”. Do you want a nice hand shake, a gentle teasing or hot sex? Remember: “It takes two to tango.”Whatever you’re aiming for: As with a successful handshake suddenly an intense intimacy can occur when two partners really surrender to their touch.

We often wish for contact but if it´s there we flinch. Renewing contact ever again and staying with it sometimes needs more courage than we thought. That is my experience. And what is yours?

I´m too looking forward to resonance – e.g. by receiving your comment, a share or a newsletter sign-up! In return you´ll receive even more tips and ideas on how to achieve more sound with less tension. Friction and resistance is also welcome – but not obligatory!

And now: Have fun with your sensual practicing!

Tacet. Er schweigt. / Tacet. It is silent.

Bild

Please scroll for English version.

Es ist der erste wärmere Tag nach einer bitterkalten Woche und mein Weg führt mich am Werdersee entlang, einem Nebenarm der Weser. Es ist grau, nur wenige Menschen sind unterwegs.

Irgendetwas ist anders als sonst.

gefrorener SeeEs liegt etwas in der Luft. Alles erscheint so weit und gleichzeitig nah, irgendwie klingt die Welt anders.

Irgendetwas ist anders – und obwohl jede Zelle meines Körpers dieses „anders“ versteht: für meinen Verstand ist es unfassbar. Magisch.

Auch die Möwen sehen so anders aus, wie sie da auf dem See schwimmen…

Halt! Sie schwimmen nicht. Sie stehen auf dem Wasser. Wenn sie auf dem Wasser stehen, dann heißt das, … dann heißt das, dass…

Tacet. Der See schweigt.

An diesem Tag braucht mein Gehirn sehr, sehr lange um zu verstehen, dass der See noch gefroren ist, aber durch das Tauwetter und leichten Regen von einer dünnen Wasserschicht bedeckt ist.

So einfach. So logisch. Nicht weniger magisch.

Meine Erkenntnisse:

  1. Meine Wahrnehmung verläuft in gewohnten Bahnen. Ich bin so groß wie ich bin, vorne ist vorne und unten ist unten. Alles wie immer. Was mir entgeht, ist das Verhältnis der Dinge zueinander, die Proportionen. Und hier spielt die Musik! Probier mal das:
    – Wie groß erlebe ich mich im Verhältnis zum Raum?
    – Kann ich die Stille hinter allen Klängen hören? Die leere Leinwand hinter allen Farben sehen?
    – Wie erlebe ich meine Bewegung (Lagenwechsel, Bogenführung,…) im Verhältnis zum Boden, zu den Wänden, zum Licht, meinem Atem….?
  2. Wenn eins sich ändert, ändert sich alles. Aber krieg ich das auch mit?
    Nichts ist im nächsten Moment wie es im letzten war. Ich bin jetzt nicht die selbe wie zu Beginn dieses Absatzes – und du auch nicht, wenn du es gelesen hast. Begegne ich mir, den anderen, meinem Umfeld immer wieder frisch und neu?
  3. Natur ist immer für eine Überraschung gut und die unerschöpfliche Quelle von Lebendigkeit.
    Wandern. Spazierengehen. Im Parksitzen. Das Fenster öffnen. Vor die Tür treten und das Wetter spüren. Was hörst du? Welchem Musik entsteht in dir?Du wohnst in einer Betonwüste? Irgendwo ist auch da ein Grashalm zwischen den Steinen, eine Zimmerpflanze oder eine Motte im Biogetreide… Alles kann eine Quelle sein, sich mit der Lebendigkeit der Natur zu verbinden.
  4. Unterschätze nie die Stille und trau dich öfter hin.

Ich stehe fassunglos am Ufer und erlebe diesen mir gut bekannten Ort so vollkommen neu: den Klang, die Perspektive, das Licht. Von einem Baum segeln in Zeitlupe ein paar braune Blätter zu Boden und die Intensität der Bewegung vor dem Hintergrund der Stille verschlägt mir den Atem.

Tacet.

**************************************************************************************************

Today is the first warmer day after a week that was bitterly cold. I am walking along the „lake werder“ which is a side arm of our river „Weser“. Everything seems grey and only a few people are outside.

Something is different today than usual.

gefrorener SeeSomething´s in the air. Everything seems equally far and close, somehow the sound of the world is different.

Something is different – and although every cell of my body seems to understand this differentness it is incomprehensible for my mind. It´s magical.

Even the sea gulls look different today as I´m watching them swimming on the lake.

Wait! They aren´t swimming. They are standing on the water. And if they are standing it means… it means…that…

Tacet. The lake is silent.

Today my brain takes very, very long to understand that the lake is still frozen. But because of the beginning thawing and a little bit of rain it is covered by a thin layer of water.

So easy. So logical. Still magical.

My insights:

  1. My awareness works along habitual trails. I am as tall as I am, front is front and back is back. Business as usual. What I´m missing when I only follow these trails is the relationship between things, the proportions. But this is where the action is. Try this:
    – How do I experience my size in relation to the space around me?
    – Can I hear the silence behind the sounds? See the empty canvas behind all colours?
    – How do I experience my movements (e.g. shifts, bowing,…) in relation to the ground, the walls, the light, my breath…?
  2. If one thing changes, everything changes. But am I aware enough to notice that?
    Nothing is in this moment the way it was in the moment that just passed. I am not the same as I was before I wrote this paragraph. And you are not the same as you were before you read it. Do I encounter myself, others, my environment over and over again in a fresh and „virginal“ way?
  3. Natur can surprise us at any moment and is an inexhaustable source of liveliness.
    Hiking. Walking. Sitting in the park. Opening the window. Stepping out of the door and sensing the weather. What do you hear? Which music creates itself inside of you? Do you live in a concrete jungle? Somewhere you will find a leaf of grass between the stones, a plant in an office, a moth in your organic cereal… Everything can be a source to connect to the liveliness of nature.
  4. Never underestimate the power of stillness and dare to visit it more often.

I am standing at the bank. Stunned. I am experiencing this well known place in a completely different way: sound, perspective, light. Brown leaves are sailing from a tree down towards the earth in slow motion and the intensity of this movement in relation to the background of stillness takes my breath away.

Tacet.

Kein Stress für Streicher – 4 Tipps / No Stress for Strings – 4 Tips

Bild

chamber-music-1188042_1280

Wenn Streicher irgendetwas gar nicht brauchen können, dann ist das Stress.

Regine Brunke

Am Samstag war ich in einem zauberhaften Konzert der „Bremer Hausmusikwoche“. Und es hatte Wirkung auf mich – den ganzen Tag hindurch – so dass ich meine Gedanken mit dir teilen möchte.

Gitarrenschüler, Hobby-Cellistinnen und ihre Lehrer präsentierten ihre Musik, ihre Leidenschaft, die Ergebnisse ihres Unterrichts. Aber gleichzeitig präsentierten sie noch so viel mehr: Ihren Stolz und ihre Scham, ihre Nervosität und ihre Selbstsicherheit.

Wer auf der Bühne ist, wird sichtbar.

Und darin liegt eine große Ambivalenz – denn was möchte ich denn von mir zeigen? Und was lieber nicht? Es geht immer der ganze Mensch auf die Bühne – die ganze Geschichte, alle Erfahrungen. Alle müssen mit. Der Versuch, etwas davon auszublenden oder verbergen zu wollen (die zitternde Bogenhand), fügt der ohnehin schon vorhandenen Anspannung noch eine zusätzliche dazu: den Anspruch, anders zu sein, als ich gerade bin.

Auf einmal wird spürbar, wie wenig Kontrolle ich habe: über den Moment, meine Körperfunktionen, darüber, was andere über mich denken. Und auch mein Selbstbild funktioniert nicht mehr. Ich dachte, ich bin so selbstsicher. Ich dachte, das macht mir nichts aus.

Ich dachte,…

Selbstbegegnung.

Amateurstreicher-Vorspiele können ganz schön schrecklich klingen – wenn man die gängigen, durch akustisch perfekte Musikaufnahmen geprägten Maßstäbe ansetzt. Gute Intonation unter Anspannung ist eben einfach verdammt schwer.

Manchmal finde ich es schwierig, im Publikum Zeugin dieser Bemühungen zu sein. Ich schwitze mit und manchmal kommt es auch zum Phänomen des „Fremdschämens“. In diesem Konzert aber konnte ich mich im Publikum herrlich entspannen.

Auch in diesem Konzert gab es „Fehler“ und „Aussetzer“, sowohl bei den Gitarristen als auch bei den Cellistinnen. Aber die Musik hat darunter nicht gelitten. Die Intonation der 11-köpfigen Cellogruppe war richtig klasse (größtenteils Erwachsene, die auch als Erwachsene mit dem Cellospiel begonnen haben). Es lag eine freundliche Ernsthaftigkeit in der Luft, die noch immer in mir nachklingt.

Was war hier – bei diesem kleinen Konzert – so besonders?

Mein Eindruck ist, dass die beiden Lehrer – abgesehen von anscheinend gutem Unterricht – einen wunderbar entspannten Rahmen geschaffen haben (was sicherlich mit viel Arbeit und Umsicht verbunden war).

Hier ein paar der herzerwärmenden Momente:

  • Die Gitarristen saßen in 5er-Gruppen im Halbkreis auf der Bühne, spielten ein Stück zusammen, dann jeder ein Stück allein, dann wieder alle gemeinsam. Es musste also nie jemand ganz allein auf der Bühne sein. Die Unterstützung, Solidarität, Konzentration und der Rückhalt der anderen war mit Händen zu greifen. Hier zitterten auch Finger, aber nie entstand das Gefühl des „Bloßgestellt“- Seins.
  • Die Lehrer, die auch durch das Programm führten, strahlten – zumindest in der Außenwirkung – große Ruhe aus. Das Konzert begann pünktlich. Es kam kein Gefühl von Zeitdruck auf. Und das Programm war so schlank, dass das bis zum Ende auch so blieb.
  • Der Cello-Lehrer gab seiner Gruppe vor jedem Stück die Zeit, die „Töne auf dem Griffbrett zu suchen“ und anzuspielen – in aller Ruhe. Das ist unüblich, aber sehr hilfreich. Denn wenn der erste Ton schon nicht stimmt, wird es im Laufe des Stückes nur immer schlimmer. Das Beste war aber, dass der Mann in der Reihe hinter mir schon nach diesen Einspieltönen sagte: „Hach, das klingt einfach so schön.“. Dann erst begann das Stück.

Warum widme ich diesen Kleinigkeiten so viel Raum und Gedanken?

Wenn Streicher irgendetwas gar nicht brauchen können, dann ist das Stress.“ 

Regine Brunke

Die Selbstbegegnung auf der Bühne, das „Sich-Ausliefern“ an den gegenwärtigen Moment – und das unter Zeugen – ist in sich eine Spannung, ein Stress – im positiven Sinne. Er gibt uns die Aufmerksamkeit und Wachheit, die wir in diesem Moment auch brauchen. Und vielleicht suchen wir auch deshalb diese Selbstbegegnung immer wieder bewusst auf…

Je unterstützender das Umfeld ist, in dem diese Begegnung geschieht, umso stärkender kann die Erfahrung werden.

In meiner Arbeit – und auch in meinem persönlichen Leben – geht es immer um diese Frage: „Was braucht es für eine gute Erfahrung? Was braucht es nicht? Und wie können wir das, was schon da ist als Unterstützung nutzen?

Unterstützung reduziert Stress. Unterstützung können wir immer brauchen. Immer.

Manchmal fliegt uns Unterstützung einfach zu: in Gestalt achtsamer, kompetenter Lehrer*innen, verständiger Eltern und respektvoller Kolleg*innen. Manchmal müssen wir darum bitten oder sie regelrecht anfordern: einen nicht wackelnden Stuhl, die Zeit zum Stimmen oder jemand, der uns zum Konzert fährt. Und manchmal müssen wir lernen, die Unterstützung zu erkennen und bewusst zu nutzen, die sowie so immer da ist: die Stützkraft der Erde, die Stabilität unserer Knochen, die Verbundenheit mit lieben Menschen.

Hier ein paar Ideen, wie du dir ganz konkret Unterstützung organisieren – aber auch Unterstützung für andere sein kannst:

  1. Du bereitest dich gerade auf Prüfungen oder Vorspiele vor?
    Gib dir während der Vorbereitung die Zeit, dir in deinem Kopfkino die „ideale Prüfung“ zu drehen. Was taucht in diesem Tagtraum auf? Was erlebst du als unterstützend?
  2. Dein schlimmster Stressfaktor sind deine Pultnachbarn oder der/die Dirigent*in?
    Das ist der Härtefall und es gibt keine 08/15 Antwort. Für mich ist zur Richtschnur geworden:

    Was ich mir von anderen wünsche, gebe ich mir zu allererst selbst.“

    Danke an Bärbel Lonczyk für diesen weisen Rat.

  3. Du bist aufgeregt und hast auch etwas Angst?
    Umgib dich bewusst mit den Menschen, die du als unterstützend empfindest und meide die anderen. Das ist nicht unhöflich sondern vernünftig. Kritiker*innen und blöde Ratschläge braucht vor, während und direkt nach einem Konzert wirklich niemand. Jemand ist der Meinung, du quietscht und äußert das auch? NICHT einladen! Zum Umtrunk danach: Herzlich willkommen!
  4. Du hast ein musizierendes Kind und willst es unterstützen?
    Das Zauberwort heißt „Zeit“.Ich weiß, ich hab´ leicht reden: Aber kann – wenn dein Kind an einem musikalischen Ereignis teilnimmt – Ruhe und Zeit Vorrang haben? Zeit, alles zusammen zu packen und rechtzeitig am Ort des Geschehens zu sein. Zeit, vorher noch was zu essen und ohne Stress aufs Klo zu gehen. Zeit, nach dem Konzert in Ruhe einzupacken – das wird noch länger dauern, als davor! Vielleicht verpasst du deine Lieblingssendung oder die Nachrichten – aber du bekommst kostbare „high quality – time“ mit deinen Lieben geschenkt! Und vor allem, Zeit und Raum die ganze Geschichte das Abenteuers zu hören. Dein Kind ist inneren Ängsten begegnet und hat sich ihnen tapfer gestellt. Da hat man was zu erzählen! Feiert zusammen die geglückte Heimkehr des / der Held*in, egal welche Federn er oder sie bei dem Ritt lassen musste!

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Schulkonzerte, Klassenvorspiele, Prüfungen und Orchestervorspiele hinterlassen bleibende Spuren. Du kannst als Lehrer*in, Elternteil, Kolleg*in oder einfach als erwachsener Mensch für dich selbst mitgestalten, wie diese Spuren aussehen.

Möchtest du deine Gestaltungsspielräume erweitern? Unten rechts ist ein graues Feld „Follow“ mit gelbem Stern. Trag dich ein und verpasse keine Tipps mehr!

************************************************************************

“If there´s anything strings players don´t need at all, it´s stress.”

Regine Brunke

I attended an enchanting concert at the “Bremer amateur music week” on Saturday. The impression it made lasted the whole day – so that I decided to share my thoughts with you.

Guitar students, amateur cellists and their teachers presented their music, passion and the results of their classes. And at the same time they presented so much more: their pride and their shame, their nervousness and their self-assuredness.

On stage one becomes visible.

And this implies a huge ambiguity – what do I really want to show of myself? And what would I prefer to hide? The whole person enters the stage – their history, their experiences. The whole lot has to come along. The attempt to fade out or cover some of them (the shaking bow hand…) add another tension to the already existing one: the requirement to be different than I am right now.

Suddenly I realize how little control I have over the moment, my body functions, over the opinions of others about me. My self-perception doesn´t work as before. I thought I was so confident. I thought I didn´t care so much…

I thought…

Self-encounter.

Amateur-string recitals can sound can sound pretty awful – if measured with the average standards of all the acoustically perfect recordings. Good intonation is so damn hard under pressure.

And sometimes I find it also hard to witness these efforts in the audience. I am also sweating and I sometimes experience the phenomenon of „substitutional embarrassment” (sorry for that, my English native friends). But in this concert nothing like that happened.

There were also “mistakes” and “blackouts” both along the guitar players and cellists. But the musical expression didn´t suffered from this. The intonation of the group of eleven cellists was really good (mostly adults who started to learn to play the cello as adults). There was a sense of friendly seriousness in the air which still resonates inside of me.

What was so special in this little concert?

In my impression the two teachers managed to create a wonderfully relaxed setting – besides good teaching. And I guess that this needed dedication and mindfulness.

Here I want to recall some of the heart-warming moments:

  • The guitarists sat in groups of five on stage in a half circle. They played one piece together, then each played his piece alone and then again they played together. So nobody had to sit on stage all alone. The support, solidarity, focus and the backing of the peers was palpable. Fingers trembled – but never a sense of embarrassment occurred.
  • The teachers expressed a great calmness as they led through the program (at least that´s what it appeared from the outside). The concert started on time. There was no feeling of haste and time-pressure. And this continued as the program was lean enough.
  • Before each piece the cello teacher gave his group the chance to find the first notes on the fingerboard and play them together to tune in – completely calm. This is very unusual but very helpful. Because when the first note is not in tune the anxiety builds up and continues to become worse over the course of the piece.

    But the true highlight was the man sitting in the row behind me who sais after this first preparing sounds: „Ahhh, it just sounds so nice.“. Then the piece began.

Why do I give these little events so much attention?

“If there´s anything strings players don´t need at all, it´s stress.” Regine Brunke

Encountering oneself on stage, surrendering to the present moment – and being witnessed at the same time by an audience – is an inner tension. It´s stress – in a positive sense. The stress gives us the alertness which we need in this situation. And maybe this is also why some are consciously revisit this moment of self-encounter over and over again.

The more supportive the field in which this encounter takes place the more empowering the experience can become.

In my work I am constantly questioning: „What does it need right now for a good experience? What is unnecessary? How can we use the support that is already present? “

To experience of support reduces stress. Support is always useful. Always.

Sometimes support just comes to us: as mindful, competent teachers, understanding parents and respectful colleagues. Sometimes we have to ask for it or request it: a stable chare, time to tune up or someone driving us to the venue. And sometimes we have to learn to recognize and consciously appreciate the support which is always present: the supporting force of the ground, the stability of our bones, the relationships with dear friends.

Here is some inspiration for you how to organise support for yourself and how to support others.

  1. Are you currently preparing for auditions or recitals?
    Shoot your own movie about “the perfect audition“ in your imagination. What appears in this daydream? What could be supportive?
  2. Your worst cause of stress is the musician sitting next to you or the conductor?
    This is a really tough case and there is no easy answer. My inner guideline is this wise advise of my coach Bärbel Lonczyk: „Whatever I wish from others I will primarily give to myself.“.
  3. You are excited and also scared?
    Search the company of supportive people and avoid the others. This is not rude. It is sensible. You really don´t need criticism and incompetent advice before or after the concert unless you ask for it. Someone thinks your sound is squeaky? DON´t invite that person! He or she can come to the after show party…
  4. Your child makes music and you want to support it?
    „Time“ is the magic word.I know – it easy for me to say that: But could calmness and time have priority on the day of the important musical event of your child? Enough time to pack everything and be at the venue early enough. Time to eat beforehand and time to visit the bathroom.  Time after the recital to pack again – because it will take longer than before. Maybe you´ll miss your favorite TV show or the news – but in return you receive real „high quality time“ with your loved ones. And – very important – time and space to listen to the whole story of your child’s adventure. Your child has encountered inner fears and had the courage to face them. There´s a lot to tell afterwards! Celebrate the happy return of the hero whatever accidents he/she had on the trip.

I can tell from experience: school recitals, auditions and public concerts leave traces. As teacher, parent or colleague – and especially as an adult for yourself – you can create a field in which this can become good memories – not scars.

Do you want to expand your performance comfort zone? At the bottom right is a gray field with a yellow star tagged „Follow“. Sign up and don´t miss a tip!

7 gute Gründe mit dem Sitzen Frieden zu schließen! – 7 good reasons for making peace with sitting!!

Bild

falsches_sitzen

Das einzig richtige Sitzhaltung als Reaktion auf den Biologieunterricht 1986

Sitzen kann tödlich sein! Sitzen ist das neue Rauchen!

Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!
Erich Kästner

Mein altes Biologieheft ist ein wahrer Fundus authentischen Materials, das dokumentiert, wie sich Glaubenssätze entwickeln und unsere Einstellung zu unserem Körper geprägt wird.

Ein spindeldürres Strichmännchen sitzt auf einem viel zu kleinen Stuhl. Die Beine sind gebeugt und haben keine Gelenke. Die Füßchen sind winzig und ohne Ferse, die Oberschenkel gehen direkt in die Wirbelsäule über und der Kopf – viel zu schwer für die dünne Wirbelsäule – liegt vorwärts auf dem Tisch. Ohren hat es nicht. Aber: es lächelt! Darüber ein roter Pfeil. Anklagend zeigt er auf die gerundete Wirbelsäule und konstatiert: „falsches Sitzen“.

So. Das ist also falsch. Aber was ist richtig? Hier überlässt mich das Schulsystem ratlos – zumindest mein Biologieheft gibt darüber keine Auskunft.

Zahlreiche Antworten auf diese Frage hat – hurra – die Wirtschaft! In Gestalt unzähliger Waren und Dienstleistungen bietet sie uns Rettung vor dem langsamenTod am Schreibtisch. „Bürostuhl gegen Rückenschmerzen“ ist eine besonders häufig in den Suchmaschinen eingebene Anfrage. Nicht nur Sex sells. Angst auch.

Angst ist eine schlechte Ratgeberin. Der freie Markt auch.

Ja, wir sitzen sehr viel, und natürlich hat das Auswirkungen auf unsere Körper. Wir ver-körpern unser Leben. Und der im Sitzen verbrachte Anteil hat sich erhöht. Der im Gehen verbrachte erheblich reduziert. Sind wir „damals“ hauptsächlich gegangen, können wir heute fast alles sitzend erledigen. Die Idee des menschlichen Organismus ist Bewegung, Sitzen ist der Inbegriff von Bewegungslosigkeit.

Wenn also der Mangel an Bewegung der Kern des Problems ist, liegen drei Lösungsansätze nahe:

  • Beim Sitzen bewegen. Das nennen wir „dynamisches Sitzen“ und produzieren wackelige Stühle, sitzen auf Bällen und wippen und pendeln und verspannen uns nur noch mehr.
  • Weniger Sitzen. Also produzieren wir Stehtische fürs Büro oder halten Besprechungen im Stehen.
  • Richtig Sitzen. Wir sitzen zwar seit der Einschulung im Alter von 6 Jahren, sind aber so inkompetent, dass wir nicht wissen, wie „richtig sitzen“ geht.

Hand aufs Herz: Funktioniert das bei dir? Bei mir nicht. Und so schleicht sich ein gemeines Schuldgefühl ein, willensschwach zu sein, zu undiszipliniert, zu schwach und blöde zum richtigen Sitzen. Wie dumm bin ich doch, wenn ich weiß, wie gefährlich Sitzen ist, und ich es weiterhin tue? Selbst Schuld, wenn ich einen Bandscheibenvorfall habe – hätte ich nur in der Rückenschule besser aufgepasst! Und mit diesem unverantwortlichen Sitzverhalten liege ich auch noch dem Gesundheitssystem auf der Tasche…

Angst macht bewegungslos und lässt uns zusammensacken.

„Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.“ Albert Einstein

Es gibt kein „schwarz-weiß“, „richtig und falsch“. Wir sind soziale Wesen, komplexe, lebendige Menschen und vielen Einflüssen ausgesetzt. Ich hoffe sehr, dass meine Liste für das Sitzen dir das Gefühl gibt,  dich in einer langen, spannenden Tradition des Sitzens zu befinden, die sich nicht „mal eben“ wegwischen lässt. Mich hat das sehr entlastet und mein Sitzen verändert. Vielleicht erleichtert es dich auch:

  1. Als stuhllose Nomanden zogen wir einst durch die Welt. Irgendwann wurden wir „seßhaft„, wir be-setzten Land, und wenn wir auf ihm saßen, „be-saßen“ wir es auch. Sitzen ist unsprüngliches „be-sitzen“ – im wahrsten Sinn des Wortes.
  2. Im alten Ägypten saß nur der Pharao. Er hatte den „Vor-sitz“. Gleichzeitig war er der einzige, der nie körperliche Arbeit leistete. Nur so konnte er als Wissensspeicher des Volkes dienen. Wer saß, herrschte.
  3. In der alten katholischen Kirche durfte nur der Priester sitzen, das niedere Volk stand in den Kathedralen. Wer als Mönch oder Nonne im Chorraum die Stehhilfen (Misericordien)  in Anspruch nahm, beging eine Sünde. Deshalb wurden unter den diesen Misericorien zur Abschreckung for dem Hinsetzen furchterregende Monster angebracht. Erst nach der Reformation ab 1517 gab es nach und nach auch Stühle für die Gemeindemitglieder. Wir dürfen also gerade mal seit 500 Jahren alle „auf einer Ebene sitzen“. Das ist eine Errungenschaft!
  4. Das stille Sitzen – die Fähigkeit, nicht jedem Bewegungsimpuls nachzugeben – ist eine enorme zivilisatorische Kulturleistung. Aber sie ermöglicht auch dem Geist, sich über den Körper zu erheben, komplexen Gedanken zu folgen, abstrake Zusammenhänge zu erkennen. Große Philosophische Werke und Literatur entstand sitzend am Schreibtisch. Und in vielen alten Traditionen wie dem Zen und Vipassana liegt Erkenntnis und Erleuchtung in der Praxis des Stillsitzens.
  5. Sitzen ist Entlastung für Füße und Beine. Das war während der Industrialisierung unfassbarer Luxus und damit Ausdruck von Status. Gearbeitet wurde stundenlang im Stehen, an Fließbändern und Maschinen. Selbst die Buchhaltung wurde an Stehpulten gemacht. Wer sitzen durfte, hatte Glück! Jeder Buchhändler und jede Schuhverkäuferin kann heute noch ein Lied davon singen.
  6. Sitzen schafft Augenhöhe, die Art des Sitzens schafft sozialen Zusammenhalt. Als Teenager „gerade zu sitzen“ ist uncool und würde den Rückhalt der Peer-Group gefährden.
  7. Sitzen schafft Vertrauen und Gemeinschaft. „Komm, wir setzen uns erstmal.“ Dieser Satz schenkt Ruhe und stabilisiert. Wenn wir uns „zusammensetzen“ signalisiert das, dass wir uns Zeit nehmen, das wir nicht im nächsten Moment aufspringen und wegrennen. Mit Lehne im Rücken fühlen wir uns sicherer als ohne Rückendeckung.
  8. Sitzen ist bequem, vielfältig und macht Spaß!

Lass dich von Hysterie und Angstmachern nicht anstecken. Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Lass dich nicht verrücktmachen. Die einzige Person, die das Recht hat, über dein Sitzen zu urteilen, bist du selbst.

Also: Nimm Platz! Entspann dich und lass die Gedanken schweifen. Spür die Entlastung der Beine und fantasiere dich in ein Leben, in dem Sitzen kein Stress ist. Was brauchst du dafür? Möchtest du wirklich weniger sitzen? Oder einfach mehr Gehen? Dann dreh doch heute Abend einfach noch eine stille Runde um den Wohnblock.

Schließe Frieden mit dem Sitzen. Du bist in guter Gesellschaft!

Wenn Du eintauchen willst in die aufregende Geschichte des Sitzens, kann ich Dir nur wärmstens ans Herz legen: „Himmelsthron und Schaukelstuhl – Die Geschichte des Sitzens“ von Hajo Eickhoff ISBN 3-446-17376-5 (nur noch gebraucht verfügbar)

*************************************************************************************************

Sitting will kill you! Sitting is the new smoking!

Let´s face it: The most dangerous threat to life is life itself!
Erich Kästner

My old biology book is a wonderful resource of authentic material documenting how set beliefs are developed and our attitude towards our bodies shaped.

A reed-thin stick figure ist sitting on a tiny chair. The bent legs have no joints. The feet are tiny and without heels, the thighs join directly into the spine and the head – far too heavy for the fragile spine – is laying face forward on the table. No ears. But: it smiles! Above is a red arrow. Accusingly it points toward the rounded spine, stating: „wrong way to sit“.

So. So that´s wrong. But what´s right? The school system leaves me helpless – at least my biology book refuses to give any advice.

But economy – hurray – offers numerous answers to this question. Countless products and services offer to rescue us from the slowly appoaching „death at the desk“. „Best office chair back pain“ ist entered very often into the search engines. Not only sex sells. Fear too.

Anxiety is a poor advisor. The free market too.

Yes, we do sit a lot and yes, it has consequences for our body. We in-corporate our lives. The amount of sitting has increased and the amount of walking decreased. Most of the things we had to walk for can now be accomplished with a mouse click. Yes: the idea of the human organism is movement. Sitting is the embodiment of motionlessness.

So if motionlessness is the core of the problem, there are three obvious ways of solving it: 

  • Move as you sit. We call it „dynamic sitting“ so we produce shaky chairs,  and sitting balls to rock and swing and only get more tense.
  • Sit less. So we produce adjustable high tables for offices and do our meetings standing.
  • Sit correctly. You have been sitting since the age of 5 but you are so incompetent, that you have no idea how to do it correctly.

Let´s face it: Does this work for you? Not for me. And so a sense of guilt creeps under my skin as I must be to weak-minded, not disciplined enough, too weak and too stupid to sit correctly.  How stupid I am, as I know how dangerous it is as I´m continuing to do it. Blame myself for the slipped disc – if I had only exercised more! And with this irresponsible sitting behaviour I am creating costs for the general public.

Anxiety makes us motionless and makes us slump..

A theory should be as simple as possible – but not simpler.“ Albert Einstein

There is no „black and white“, „right and wrong“. We are social beings, complex, alive and under many influences. I really hope that this „pro-sitting-list“ gives you a sense of feeling for the long, exciting history and tradition of sitting. This history is not something we can just wash away. Understanding the cultural importance of sitting was a relief for me and changed my way of sitting. What about you?

  1. As nomads we lived a chairless life moving through the countryside. As we settled we became sedenetary. By sitting on the land we literaly posessed it. The Latin root of all this words is „possidere“ which means „to sit on“.
  2. In old Egyptian times only one person sat: the pharao. He was the chair-man, the pre-sident. Being the only one who never did any physical labour he could serve as a knowledge-reservoir for the people. Who sits, reigns.
  3. In old catholic times only the priest was allowed to sit down. Common people had to stand in the cathedrals. Using the standing aids (Misericordien) a monk or nun in the sanctuary sinned. Therefore ugly monsters were attached beneath this misericordiae to deter sitting down. Only after the beginning of the reformation from 1517 onwards were chairs gradually provided for the parishioners. So it´s only for 500 years that we have all been allowed to sit at an equal level. What an achievement!
  4. Sitting still – the skill of not following every impulse to move – is a tremendous cultural achievement. It allows the mind to transcend over the body, to think complex thoughts, to recognise abstract relations. Important philosophical oeuvres and literature were created sitting at a desk. And in many old traditions as Zen or Vipassana understanding and enlightenment lies in the practise of sitting still.
  5. Sitting is a relief for feet and legs. During industrialization that was great luxury and expressed a high status. At machines and assembly lines work was done standing – for hours and hours. Even the accounting clerks had standing desks. One was very lucky if one could sit down! And every bookseller and shoe shop assistant can tell you about it.
  6. Sitting creates eye level and how you sit creates social bonds. Sitting up straight as a teenager is really not cool and would cost the support of the peer group.
  7. Sitting creates trust and community. „Let´s take a seat.“ This sentence calms and gives stability. Sitting together signals that we are taking time, that we won´t jump and run away in the next moment. The back of the chair is shelter, security and support.
  8. Sitting is comfortable, versatile and fun!

Don´t let yourself be infected by hysteria and scare mongers. Don´t let anyone give you a guilty conscience. Don´t let anyone drive you mad. The only person to judge your sitting is you.

So: Take a seat! Relax and let your mind wander. Sense the relief for your legs and dream yourself into a life without sitting-stress. What would that require? Do you really want to sit less? Or rather walk more? Then go for a quiet walk this evening – right now around the block.

Make peace with sitting. You´re in respectable company!

Vom Missverständnis zum Körperglück – From Misconception to body-blessing

Bild

Wie 1980 an der Grundschule Anatomie unterrichtet wurde.

Wie 1986 an der Grundschule Anatomie unterrichtet wurde.

Immer wieder werde ich gefragt, woher eigentlich all diese Fehlannahmen über unseren eigenen Körper kommen.
Ich zeige dann gerne Bilder aus der Werbung, von Matratzenherstellern oder Pseudo-Orthopädie-Magazinen, die die seltsamsten Irrtümer streuen – mit denen sich hervorragend Pseudo-Hilfsprodukte verkaufen lassen. Was für ein Markt!

Beim Aufräumen fiel mir mein altes Schulheft in die Hände: „Sachkunde – 4. Klasse 1986“.

Der Unterricht bei Frau S. (Gott-hab-sie-selig) bestand Stunde für Stunde darin, dass sie Dinge an die Tafel malte – exakt nach ihren Vorlagen, die sie seit den 60er-Jahren benutzte – und wir das abmalten. Für die Notengebung wurden dann die Hefte kontrolliert. Fragen, die ihr „bewährtes“ Material in Frage stellten, wurden abgeschmettert. Aber dazu mehr – zu einem anderen Zeitpunkt.

Zeitsprung: Es muss 2010 gewesen sein. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Lehrerin der Alexander-Technik stand sogenanntes „Body-Mapping“ auf dem Stundenplan. Der Inhalt besteht darin, das eigene Körperverständnis mit der anatomischen Realität abzugeleichen und den Effekt zu beobachten, den diese Korrektur bewirkt.

Und ich erinnere mich gut, wie ich die Augen nicht von diesem Wirbelkörper lassen konnte und immer wieder dachte: „Aber das Rückenmark? Wo ist denn das Rückenmark? Wenn doch das ganze Körpergewicht auf der Wirbelsäule lastet, dann wird doch das Rückenmark gestaucht!“

Es dauerte, bis ich verstand. Die Wirbelkörper mit den Bandscheiben sind stabile, tragende Elemente. Der Kanal für das Rückenmark ist weiter „hinten“ und knöchern ummantelt.

Der Effekt war grandios! Schließlich hatte ich – ganz unbewusst – mein Leben lang versucht, der Wirbelsäule nicht „soviel zuzumuten“, schließlich könnte das mein Rückenmark gefährden. Mein Selbstbild änderte sich schlagartig von unbewusster Vorsicht zu bewusstem Zutrauen in meinen Rücken. Die Bewegungen veränderten entsprechend die Qualität.

Und ich begann mich zu fragen, woher diese felsenfeste Überzeugung in mir kam, dass das Rückenmark durch die Bandscheiben verläuft. Heute weiß ich es. Und Du auch. Was für ein (Körper)-Glück!

Welche herrlichen Irrtümer hast Du zu bieten? Ich freue mich auf Deine Fragen und Anregungen!
***************************************************************************

Time and time again I am asked where all these misconceptions about our own bodies come from.
I like to show pictures from advertising mostly. Advertisements from manufacturers of matrasses or pseudo-orthopädic-magazines, which spread strange misbeliefs  – which boost the sales of pseudo-healthproducts. What a market!

While tidying up one day I found an old school book of mine: „Biology 4th class – 1986“

The content of Mrs. S´s lessons (God have mercy on her soul) was that we had to copy from the board what she drew on it – copying it herself exactly from her material of the 60´s. Grads were based on the exercise books that were checked for „correct copying“. Any questions we had were rejected. But I will tell you more about this – at another time.

Leap in time: It must have been 2010. During my training as a teacher of the Alexander technique so-called „body mapping“ was on the schedule. The content of this class was to compare your own body concepts with the anatomical reality and to observe the effect, that this redefined knowledge produces.

I remember vividly how I just couldn´t let my eyes off the vertebra. I kept thinking: „What about the spinal cord? Where is the spinal cord? If the whole body weight weighs on the spinal column the spinal cord will be squeezed!“

It took a long time until I understood: The vertebrae together with the discs are stable, weight-bearing elements. The canal for the spinal cord is „further back“ and a bony structure.

The result was amazing! Unconsciously I had tried all my life not to burden my spine with too much weight, for in my belief it would be dangorous for the spinal cord. My self-perception shifted from unconscious cautiousness to conscious trust in my back. And the quality of all my movements shifted accordingly.

And I started asking myself where this rock-solid conviction originated: that my spinal cord runs right through the discs. Today I know. You too. What a (body-) blessing!

Which wonderful misconceptions do you have to offer? I am looking forward to hearing about it!

Vocabulary:
Rückenmarkkanal = spinal canal
Wirbelkörper = body of vertebra