Perfekt unperfekt! – Perfectly imperfect!

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„Schon wieder ein cello-sophischer Blog. Warum gebe ich nicht konkretere, handfestere Tips?“

Geht es hier immer nur um die große Sinnfrage? Den großen Pathos? Psycho-Gelaber? Warum schreibe ich mehr „Tiefsinniges“ als „handfest-Praktisches“ für dich?

Ich kann nicht anders.

Ich bin überzeugt, dass wir zuviel an Symptomen schrauben, anstatt zu akzeptieren, dass verdammt viel einfach „geht“, wenn wir so etwas wie „Integrität“ erleben. Und was aus diesem Zustand heraus entsteht, übersteigt meistens das, was wir vorher für möglich hielten. Also muss man halt ein paar Dinge VORHER klären.

Mein Unterricht basiert auf folgenden Grundsätzen:

  1. Jede Aktion beginnt in Kopf, Herz und Seele
    Und wenn´s gut läuft, sind die sich einig. Wenn nicht, brauche ich nicht an meiner Koordination „schrauben“. Die Intention und innere Haltung mit der ich etwas angehe, bestimmt a) wie es mir bei dabei geht, b) das Resultat und c) wie es mir danach geht, falls es mir gelingt oder ich scheitere.
  2. 1 + 1 = 3
    Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile. Wenn alle Anteile unseres Körpers und Wesens gut „orchestriert“ sind, können Menschen Übermenschliches erreichen.
  3. Unsere innere Weisheit und Koordination ist genialer als jeder Alexander-Technik-Lehrer.
    Für Spezialaufgaben gibt es Spezialisten. Spezialisten gibt man die besten Bedingungen und lässt sie dann ihre Arbeit machen. Und man spricht ihnen aufrichtige Wertschätzung dafür aus.
    Mein Verdauungssystem weiß, wie man Tortilla so in die Einzelteile zerlegt, dass die meisten Nährstoffe im Körper ankommen. Meine Atmung weiß, wann wo was an Sauerstoff rein und an CO2 raus muss. Mein Nervensystem weiß, welche Millionen von Mikro-Justierungen in meinem Körper nötig sind, um ein Schumann-Konzert zu spielen (o.k. – mein Nervensystem weiß das nicht, aber deins vielleicht schon?  😉 ) usw.
    Mein Job ist, eine klare Intention zu formulieren, genügend Übesituationen anzubieten, zu fragen, was gebraucht wird und dann die Spezialisten einen geilen Job machen zu lassen.Sich selber nicht im Weg zu stehen ist die größte Kunst.
  4. Darf´s auch schiefgehen?
    Freier Klang entsteht in einem freien Menschen. Nichts spricht gegen die kraftvolle INTENTION des perfekten Klangs, aber was perfekt sein MUSS, ist nicht frei. Vergiss´es.
  5. Darf´s auch gelingen?
    Wir tun immer so, als hätten wir Angst vorm Scheitern. Ich glaube, viel öfter haben wir Angst vorm Gelingen. Traue ich mir eigentlich das Gelingen zu? Ver-traue ich eigentlich meinem Mega-Spezialisten-Team? Was, wenn ich plötzlich nur halb so grandios wäre, wie in meinen Größenfantasien? Oder scheitere ich lieber, weil ich so Zuwendung bekomme und niemandem auf den Schlips trete?

Nach einer Woche mit drei Workshops und 26 Einzelstunden mit acht jungen, großartigen Musikerpersönlichkeiten war im Schlusskonzert dieser Spirit zu spüren.

Danksagung

Ich danke von Herzen Stephan Schrader, der diesen Raum jedes Jahr schafft, den Cellisten und Cellistinnen und meinem Coach Bärbel Lonczyk, die mich unermüdlich ermutigt, stärkt und inspiriert.

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„Yet another cello-sophic blog article. Why am I not prociding more concrete, practical tipps?

Is this blog always about the question of meaning? The huge pathos? Psycho-talk? Why am I writing a lot more about these „profound“ things than practical-tangible stuff?

I just can´t help it.

I´m convinced that we spend too much time tweaking the symptoms instead of accepting that there´s a really great deal that easily works if we´re in a state of integrity. And in this state the results we procuce pretty often exceed what we thought possible before. And if we´re not in this state there are a few thing to clarifiy – in ADVANCE.

Here are the principles of my teaching:

  1. Every action originates in mind, heart and soul.
    And if things are going well they are at one with each other. If they disagree there´s no use tweaking the coordination. The intention and inner bearing of my approach to a task determines a) my state of being while executing it, b) the result c) the state of my being in case I fail or succeed.
  2. 1 + 1 = 3
    A human being is always more than the sum of its aspects. When all aspects of our self are well „orchestrated“, human beings can achieve super-human results.
  3. Our inner wisdom and coordination is much more genius than any Alexander technique teacher could ever be.Specialists solve special tasks. Specialist are to be provided with the best working conditions and not to be disturbed. And one should regularly express deeply the value and appreciation of their expertise.
    My digestive system knows best how to split a Tortilla into particles so that all the nutrients reach their usage site. My breathing systems knows where oxygen is needed and carbon dioxyde has to be removed. My nervous system knows which of the billions of micro adjustments are neccessary to play a Schumann concert. (well – actually my nervous system doesn´t, but yours propably does) etc.
    My job is to clarify my intention, offer practise opportunities, ask for what´s needed and then hand over to the specialist and let them do their f*ing awesome job.Not to stand in one´s own way is the greatest piece of art.
  4. Am I allowed to fail?
    Free musical expression is the resonance to a free human being. There´s nothing to be said against a powerful INTENION of the perfect sound – but: what MUST be perfect can´t be free. Forget about it.
  5. Am I allowed to succeed??
    We act as if we were anxious of failing. I think more often we are anxious of suceeeding. Do I rely on my ability to succeed? Do I rely on my megy-team of specialists? What if I were have as terrific as in my megalomanian fantasies? Do I prefer failure because it provides attention and I don´t tread on someones toes?

After a week of teaching three workshops and 26 sprivate sessions with 8 young, amazin personalities this spirit was cleary present in the final concert.

From the depth of my heart I thank Stephan Schrader for creating this space every year, the participating cellists and my coach Bärbel Lonczyk, who tirelessly encourages, empowers and inspires me.

Make piece – not war – with your tensions

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Eine Seuche geht um in der Welt. Ganz besonders gefährdet sind Musiker und Musikerinnen aller Couleur. Sie ist hochansteckend und so weit verbreitet, dass sie uns ganz normal vorkommt.

Die „Entspann-Dich“-Epidemie, kurz: EDE.

Andere Namen: „Lass-mal-locker“-Seuche oder „Relaxation disease“.

Symptome:

  • Du bist unzufrieden mit dir, denn glaubst, du müsstest lockerer sein.
  • Du hast Lehrerinnen und Lehrer, die dir empfehlen, du sollest „lernen zu entspannen“.
  • Wie ein Mantra sagst du dir immer wieder: „locker lassen, locker“. Gern in Verbindung mit dem Wort „einfach“ (einfach locker lassen)
  • Du strengst dich an, locker zu sein zu müssen.Fortgeschrittenes Stadium:
  • Du bist frustriert, weil du es dir immer wieder sagen musst. Anscheinend bist du selbst zum locker lassen zu blöde.
  • Du erlebst deinen Körper als Gegner, weil er ja immer wieder diese unnötigen Spannungen produziert. Obwohl du ihm doch das Gegenteil sagst.
  • Besonders in Auftrittssituationen merkst du, wie unlocker du bist. Du spürst, wie dein Atem stockt, die Oberschenkel fest werden und die Arme hart. Du weißt: Verspannt klingt scheiße. Also musst du dich jetzt entspannen. Sofort. Klappt aber nicht.Zwei Jobs gleichzeitig: 1. Spielen 2. Entspannt sein.

Das schlimmste Leid der Betroffenen ist aber ein perfides Gefühl des Versagens und der Unzulänglichkeit.

Du bist nicht allein.

Ursache: Der weitverbreitete Glaubenssatz, es gäbe so etwas wie „unnötige Spannungen“. Per Definition entsteht dadurch ein Konflikt zwischen dem Körper der diese angeblichen „unnötigen“ Spannungen produziert und einem Willen, der „Entspannung“ fordert.

Ein Land im Krieg kann nicht erblühen.

Erst Frieden schließen. Dann Wiederaufbau. Und möglichst alle Parteien einbeziehen.

Im Krieg mit dir selbst kannst du nicht klingen.

Erst Frieden schließen, dann aufbauen. Mit allen Beteiligten: Körper, Geist, Herz, Seele, Verstand, Instrument, Umgebung.

In diesem Video erfährst du, wie du Frieden schließen kannst mit deinen Spannungen.

Und trotzdem: Feste Arme, krallende Hände, hochgezogene Schultern und Füße: Wir wissen, dass das nicht gut klingen kann.

Richte deine Aufmerksamkeit konsequent, absichtsvoll und ausschließlich auf das was trägt, stützt und stabilisiert. In jeder Hinsicht. Jederzeit. Und deine Spannungen werden sich in Luft auflösen. Garantiert.

Sei geduldig.

Und vergiss nicht zu FEIERN!!!!

Du willst wissen, wie es weitergeht? Oder wo du an einem CelloBliss-Workshop teilnehmen kannst?

Hier kannst du dich in meinen Mailverteiler eintragen!

Bleib dran. Es ist wichtig.

Make peace – not war.

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A disease is spreading all over the world. Musicians of all kinds are especially in danger to be infected. It´s epidemic, highly infectious  and already so common that we think it´s normal.

The „Relaxation diseaseRD.

Other synonym: „Letting-go“-Plague

Symptoms:

  • You´re not satisfied with yourself because you think you should be more relaxed.
  • Teachers are advising you to “learn to relax”.
  • Like a mantra you´re repetitively telling yourself „let go, let go“. Often combined with the word “just”: “just let go”.
  • You´re trying hard to be more relaxed.Advanced stadium:
  • You´re frustrated as you have to keep telling yourself to let go. Seems like your even to stupid to let go.
  • You experience your body as an enemy because it keeps producing these unnecessary tensions – although you´re telling it the opposite.
  • You realize especially in performance situations you how tight you are. You notice how your breathing stops, your thighs and arms become hard. You know: Playing like this will sound horrible. So you´ll have to relax. NOW. Immediately. But you don´t succeed.Two jobs simultaneously: 1. Play 2. Be

The worst suffering of those infected is a nagging feeling of failure and inferiority.

You are not alone.

The reason: The common belief that there were such things as “unnecessary tensions”. This belief creates – qua definition – a conflict between a body (producing these so called unnecessary tensions) and the intention of the mind to produce “relaxtion”.

A country won´t flourish during war.

First: peace. Then rebuilt. Including as many as possible.

Your sound won´t shine if you´re in war with yourself.

Make peace, then rebuilt. With all participants: body, mind, soul, spirit, instrument, surrounding.

Watch this video to understand your tensions and how to get rid of them.

And yet: tight arms, cramping fingers, tense shoulders and feet: We all know that this can´t produce a rich sound.

Direct your awareness deliberately and consequently only to everything that supports, carrys and stabilises. In every way. All the time. And your tensions will disappear. Guaranteed.

Be patient.

And don´t forget to CELEBRATE!!!

You want to know how to continue? You want to know where to participate a CelloBliss-Workshop?

Sign up here. And stay tuned. It´s important.

Make peace – not war.

Fall aus der Balance und spiel besser! – Loose your balance and play better!

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Wie geht´s dir mit deinen Hüftgelenken? Hast du Spaß?

Jetzt habe jetzt eine Information für dich, die ich in fünf Jahren Arbeit mit ca. 300 Cellisten herausgefunden habe. Bisher ist mir niemand in Cello-Land begegnet, der sie unterrichtet.

Das Geheimnis
für starken Klang
mit minimalem Aufwand
und stabile Intonation.

Wenn du „in Balance“ bist, wenn du dein Cello zum spielen aufnimmst, hast du leider verloren!

„Waaaaaasss?“ – höre ich dich rufen. „Jetzt habe ich all die Jahre geübt aufrecht zu sitzen und gerade und entspannt und und und…. jetzt kommst du und willst mir erzählen, dass das alles FALSCH ist?“

Ja. Sorry.

Nun ja – wenn du beim Essen sitzt oder am Computer oder in der Bahn ist balancierte Aufrichtung was Feines, aber wenn es um effizientes Cellospielen geht, leider nein.

Wenn du „in Balance“ bist, bevor du zu spielen beginnst, wird alles schwerer.

Es reduziert deine spielerische Freiheit, reduziert deine Power, schwächt Intonation und Kontrolle und ist unnötige Arbeit für den Rücken.

Bevor du jetzt die Überbringerin der Botschaft killst, bitte ich dich, folgendes Experiment mit mir durchzuführen. Es kann dein Cellospielen für immer verändern – im Positiven natürlich!

Du brauchst dafür eine ebene Fläche und zwei Bücher, ein großes und ein kleines.

TEIL 1

  1. Das große Buch steht in diesem Experiment für dich, das kleine repräsentiert dein Cello.
  2. Stell beide Bücher so hin, dass sie „aufrecht“ sind und „in Balance“. Aber entspricht das der Situation beim Cello-Spielen? Natürlich nicht.
  3. Lehne jetzt das kleine (Cello)Buch an das große (Körper)Buch. Was passiert?
  4. Das Kleine kippt und wirft das Große mit um.

WARUM?

Warum ist das kleine Objekt so viel “stärker” als das große?

Weil das kleine „fällt“ und damit die Schwerkraft auf seiner Seite hat. Das kleine, kippende Objekt ist stärker als die labile Balance des größeren Objekts.

TEIL 2

  1. Das große Buch steht in diesem Experiment für dich, das kleine repräsentiert dein Cello.
  2. Arrangiere die beiden Bücher jetzt so, das seine Form entsteht, die an “Cello Spielen” erinnert.
  3. Geschafft? Bravo! Wie hast du das gemacht? Sei genau in deiner Beschreibung!
  4. Welches der beiden Bücher muss sich ZUERST bewegen?
  5. Das große. Also: DU!

Dass größere Objekt muss seine Balance verlassen um die Bewegungsenergie des kleineren aufzufangen. Zusammen finden sie einen neue, gemeinsame Balance die viel stabiler ist, als jeder für sich.

„ABER” denkst du vielleicht, „ich sitze doch balanciert und mein Cello schubst mich nicht um.“

Stimmt. Aber wer macht die Arbeit?

Deine Rückenmuskulatur.

Wenn du dich nicht ZUERST auf dein Cello zubewegst, verhindern deine Muskeln das „Umkippen“.

Ein Muskel, der mit Halten beschäftigt ist, kann nicht gleichzeitig Cello-Spielen.

Ich hasse Energieverschwendung.

Hier also eine neue Choreografie für dich:

Schritt 1: “Stehen” auf dem Po”

Schritt 2: Vorwärts bewegen von den Hüftgelenken aus

Schritt 3: Kontakt mit dem Cello.

Schritt 4: Kuscheln und begegnen

Lächeln an jeder Stelle erwünscht!

Und jetzt musst du wahrscheinlich den Stachel kürzer machen..

Abgekürzt:

Stehen – Vorwärts – Kontakt – Kuscheln!

Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass du als Cellist oder Cellistin ahnst, was das für dich, dein Kontaktstelle, deine Effizienz bedeuten kann.

Du musst deine eigene Balance opfern um eine neue – stabilere, lebendigere – mit deinem Cello zu finden!

Ich bin mehr als neugierig, was du davon hältst. Bitte, bitte, bitte – verrätst du mir, was du davon hältst? Danke!

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How are you doing with your hip joints? Enjoying them?

It took me five years and the work with about 300 cellist to find out that bit of information I´m about to give to you now. Up to now I didn´t meet anyone in „Cello land“ who teaches it like this,

The secret
for a powerful sound
and stable intonation
with minimum effort.

If you´re are “in balance” as you take up your cello to play YOU´RE LOST!!!

„WHAT?“ – I hear you saying. „I trained all those years to sit upright and balanced and relaxed, and and and  – and now you´re telling me it´s all WRONG?“

Yes. Sorry

Well, o.k., it´s not wrong when you´re sitting at a desk or a table or in the train being upright an balanced is a wonderful thing. But if it comes to efficient cello playing it´s not.

If you´re „in balance“ before you start to play everything get´s harder.

It reduces your freedom, reduces your power, weakens your intonation and control and creates unnecessary work for your back.

Before you shoot the messenger I ask you to do an experiment with me that can change your cello playing forever – for the better of course.

You need a plane area and two books, a bigger one and a smaller one.

PART 1

    1. The bigger book represents you and the small book represents your cello.
    2. Place both books upright on the edge so that they “stand up straight” and are balanced. But is this the situation we have in cello playing? Of course not.
    3. Lean the little book towards the big book. What happens?
    4. Right – the smaller one drops and pushes the bigger one over.

WHY?

What makes the little book so “strong” that it pushes the big one over?

Because the “dropping” object has gravity on its side. The small, dropping object is stronger than the weak balance of the bigger object.

PART 2

  1. The big book represents you and the small book represents your cello.
  2. Arrange both objects in such a way that you create a “cello-playing-like” shape.
  3. You did it? Bravo! How did you do it? Be precise!
  4. Which of the objects has to move FIRST?
  5. Right. The big one has to move first. Which means: YOU!

The bigger object has to leave it´s balance in order to catch the movement energy of the smaller object. Together they form a new balance that is much more stable than each on their own.

„BUT“ – you will think – „I do sit balanced and my cello doesn´t push me over.“

Correct. But who is doing the work?

Your back muscles.

If you don´t move towards your cello FIRST your muscles have to keep you from dropping.

A muscle being busy holding you up is not busy cello playing.

I hate waste of energy.

So here´s the new choreography:

Pick up your cello, put it on the end pin.

Step 1: “Stand” on your butt”

Step 2: Hinge forward a tiny bit from your hip joints

Step 3: Meet your cello on the way.

Step 4: Hug your cello to say “Hello”

Add smiling whenever you like!

You´ll have to adjust your end pin length again.

Short cut:

Stand – Hinge – Meet – Hug!

I hope from my deepest heart that – being a cellist – you have a sense what this physical truth can mean for your sounding point and your efficiency.

You must sacrifice your own balance in order to find a new – more stable and livelier one – with your cello!

I´m more than curious about what you think. Please, please, please – will you convey to me what you think about this? Thank you!

Liegst du noch oder stehst du schon – beim Cello-Spielen? / Do you stand behind your cello – or are you still lying?

Bild

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Cello wird sitzend gespielt. Nicht stehend. Logisch, oder? Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Stehen und Sitzen?

*

***Denkpause***

*

Die Antwort ist erschreckend einfach: Die Beine werden gefaltet. Sonst nichts. Dadurch verlagert sich das Gewicht des Körpers von den Füßen auf den Po.

„Sitzen“ ist „wie Stehen – nur auf dem Po.“

Mit freundlicher Genehmigung meines Kollegen Tim Soar und des Grafikers Aron Cserveny

Machen wir den Realitäts-Check: Wie fühlt sich das Sitzen am Cello für dich an? Bei manchen Cellisten, besonders denen mit Knickstachel, hat man ja manchmal den Eindruck, sie liegen eher unter ihrem Instrument.

Deine tragende Basis – dein Fundament – im Sitzen ist das Becken.

Selbstversuch:

Stell dich aufrecht hin, ganz normal auf beide Beine. Denke: „Jetzt stehe ich auf den Füßen. Gleich stehe ich auf meinem Becken.“ Falte dann die drei Gelenke in den Beinen (Hüfte, Knie, Füße) und „stell dich auf deinen Po“. Kommt dabei ein anderes Sitzen als normalerweise raus?

Gegenprobe:

Stell dich wieder hin, und denke: „Ich setze mich ans Cello (so wie immer).“ Inwiefern ist das anders?

Es lohnt sich, diese beiden Varianten mehrfach auszuprobieren und sich dabei am besten zu filmen. Ich bin mir sicher, dass du interessante Ergebnisse gewinnst!

Die wichtigsten Gelenke zum Cello-Spielen:

Ich finde, die wichtigsten Gelenke zum Cello-Spielen sind die Hüftgelenke. Warum? Ohne Hüftgelenke kann man sich nicht setzen (s.o.). Außerdem wären wir ohne sie zum „stocksteif“ sein verdammt. Und wie das klänge, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Die Hüftgelenke sind die Schnittstelle zwischen den Beinen und dem Rest des Körpers. Sind sie frei beweglich, wird Bodenkontakt erst möglich, die Wirbelsäule entlastet und sogar die Atmung erleichtert. Dieser Zusammenhang würde jetzt aber den Rahmen sprengen.

Kurz: Hüftgelenke sind zentral, extrem wichtig, eine grandiose Erfindung der Evolution – und gnadenlos unterschätzt.

Deshalb bitte ich dich: Erkläre die Zeit bis zum nächsten Blogartikel (ca. 2 Wochen) zur Woche der Hüftgelenke.

Es wird dein Wohlfühlen beim Spielen revolutionieren und außerdem haben sie das verdient!

Unsere Vorstellung davon, WO sich diese Wunderwerke in unserem Körper befinden, ist oft sehr diffus. Deshalb benutzen wir leider oft Körperbereiche zum „falten“, die dafür gar nicht gemacht sind.

Hüftgelenks-Ortung:

Stell dich nochmal auf und setz dich wieder hin. Welches „Scharnier“ gebrauchst du dafür?

Sieht es bei dir ungefähr so aus?

Oft glauben wir, die Hüftgelenke wären oben am Beckenkamm.

Wenn wir uns mit dieser Idee setzen, kommt das dabei raus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steh bitte nochmal auf. Taste entlang der vorderen Beckenkante (Schambein) bis zur Leistengegend.

In diesem Bereich befinden sich deine Hüftgelenke, das „Scharnier zum Falten“. Nimm dir Zeit, diese neue Information zu realisieren.

 

 

Lockere jetzt dein Gesäß und setz dich wieder hin. War die Bewegung anders? Sitzt du jetzt anders?

 

 

 

Die meisten Menschen sitzen jetzt aufrechter und entspannter. Sie stehen wirklich auf ihrem Becken, das jetzt auch aufrechter ist. Der Körper ist mehr in Balance – und dadurch braucht die Aufrichtung weniger Muskelkraft.

 

Wenn du das jetzt ans Cello überträgst, wirst du mit Sicherheit deine Stachellänge anpassen müssen.

Dies ist eine Zwischenphase!

Spiel damit herum – am besten zunächst ohne Cello. Beobachte deine genialen Hüftgelenke beim Gehen, beim Sitzen im Zug oder beim Schuhe anziehen. Wo überall kann die neu entdeckte Beweglichkeit deiner Hüftgelenke praktisch sein? Probiere es am Cello aus – und wenn es da schwierig ist, quäle dich nicht! Hauptsache ist in dieser Lernphase die Freude an der runden, reibungsfreien Bewegung in der Körpermitte.

Wir brauchen sie dringend zum Cellospielen. Im nächsten Blog schaffen wir die Verbindung!

Bis dahin: Happy Hip-Joints!

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We play the cello sitting. Not standing. Obvious, isn´t it? But what´s the difference between sitting and standing?

*

***pregnant pause***

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The answer is alarmingly simple: We fold our legs. That´s it. By doing this the weight of our body is shifted from the feet to the butt.

„Sitting“ is „like standing – just on the butt.“

By courtesy of my collegue Tim Soar and graphic designer Aron Cserveny

Let´s make a reality check: How does sitting with the cello feel like for you? Some cellists – especiallly those with a bent endpin – seem to be lying under their cello.

Your supporting basis – your fundament – as you sit is your pelvis.

Experiment on yourself:

Stand up on both legs – just normal. Think: „I´m now standing on my feet. Soon I´ll be standing on my pelvis.“ Then fold the three joints of the legs (hips, knees, ankles) and „stand on your butt“. Does that result in a different way of „sitting“?

cross check:

Stand up again – thinking: „I´m sitting down to play the cello – as always.“ How is this different?

Playing and experimenting with this two versions is absolutely worth it. And if you video yourself doing it I´m sure you´ll gain precious insights!

The most important joints for cello playing:

The hip joints are crucial for cello playing. Why? Without them we couldn´t even sit down. Furthermore we would be condemned to immobility. And I don´t want to even image what that would sound like. The hip joints connect legs and torso. If they can move freely they enable us to have ground contact, they are a relief for our spine – and even the breathing frees up.

In short: hip joints are central, crucial and an astonishing design of the evolution – and so incredibly underestimated.

Therefore I urge you: Declare the following two weeks as „weeks for the freedom of hip joints“.

It will boost your wellbeing in cello playing and they simply deserve to be appreciated every single day!

Our phantasies about WHERE they are actually located are often quite clouded. That´s why we often accidentely mis-use other parts of our bodies for the folding movement that are not designed to do so.

Locating the hip joints:

Stand up and sit down again. What is the hinge you use for that movement?

Does it look similar like this?

We often believe that our hip joint are way up where we can feel a bony structure.

As we sit down with this idea that´s the result.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand up again. Palpate along the front bony edge of your pelvis (pubic bone) until you reach the groin.

In this area our hip joints are located – the hinge designed for folding. Take your time until you have realised this new information.

Now release your buttocks and sit down again. How is the movement different? Is your sitting different?

Most people are now sitting more upright with less tension. They are literally standing on their pelvis which is easily upright. They are more in balance which results in less muscular effort for being upright.

If you now transfer this to the cello you will definetely have to adjust the length of your endpin.

This is an intermediate phase!

Play with this ideas – preferrebly without the cello. Observe your gorgious hip joints throughout your day – as you walk, sit in the train or put on your shoes. Where can you apply this newly discovered freedom? You can already apply it to the cello – if it disturbes you – don´t worry! In this learning phase the most important part is having joy with the roundness and ease in this central area of your body in everyday life!

We need it for a great sound. The next blog will make this connection! Don´t miss it!

Until then: Happy Hip-Joints!

7 gute Gründe mit dem Sitzen Frieden zu schließen! – 7 good reasons for making peace with sitting!!

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falsches_sitzen

Das einzig richtige Sitzhaltung als Reaktion auf den Biologieunterricht 1986

Sitzen kann tödlich sein! Sitzen ist das neue Rauchen!

Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!
Erich Kästner

Mein altes Biologieheft ist ein wahrer Fundus authentischen Materials, das dokumentiert, wie sich Glaubenssätze entwickeln und unsere Einstellung zu unserem Körper geprägt wird.

Ein spindeldürres Strichmännchen sitzt auf einem viel zu kleinen Stuhl. Die Beine sind gebeugt und haben keine Gelenke. Die Füßchen sind winzig und ohne Ferse, die Oberschenkel gehen direkt in die Wirbelsäule über und der Kopf – viel zu schwer für die dünne Wirbelsäule – liegt vorwärts auf dem Tisch. Ohren hat es nicht. Aber: es lächelt! Darüber ein roter Pfeil. Anklagend zeigt er auf die gerundete Wirbelsäule und konstatiert: „falsches Sitzen“.

So. Das ist also falsch. Aber was ist richtig? Hier überlässt mich das Schulsystem ratlos – zumindest mein Biologieheft gibt darüber keine Auskunft.

Zahlreiche Antworten auf diese Frage hat – hurra – die Wirtschaft! In Gestalt unzähliger Waren und Dienstleistungen bietet sie uns Rettung vor dem langsamenTod am Schreibtisch. „Bürostuhl gegen Rückenschmerzen“ ist eine besonders häufig in den Suchmaschinen eingebene Anfrage. Nicht nur Sex sells. Angst auch.

Angst ist eine schlechte Ratgeberin. Der freie Markt auch.

Ja, wir sitzen sehr viel, und natürlich hat das Auswirkungen auf unsere Körper. Wir ver-körpern unser Leben. Und der im Sitzen verbrachte Anteil hat sich erhöht. Der im Gehen verbrachte erheblich reduziert. Sind wir „damals“ hauptsächlich gegangen, können wir heute fast alles sitzend erledigen. Die Idee des menschlichen Organismus ist Bewegung, Sitzen ist der Inbegriff von Bewegungslosigkeit.

Wenn also der Mangel an Bewegung der Kern des Problems ist, liegen drei Lösungsansätze nahe:

  • Beim Sitzen bewegen. Das nennen wir „dynamisches Sitzen“ und produzieren wackelige Stühle, sitzen auf Bällen und wippen und pendeln und verspannen uns nur noch mehr.
  • Weniger Sitzen. Also produzieren wir Stehtische fürs Büro oder halten Besprechungen im Stehen.
  • Richtig Sitzen. Wir sitzen zwar seit der Einschulung im Alter von 6 Jahren, sind aber so inkompetent, dass wir nicht wissen, wie „richtig sitzen“ geht.

Hand aufs Herz: Funktioniert das bei dir? Bei mir nicht. Und so schleicht sich ein gemeines Schuldgefühl ein, willensschwach zu sein, zu undiszipliniert, zu schwach und blöde zum richtigen Sitzen. Wie dumm bin ich doch, wenn ich weiß, wie gefährlich Sitzen ist, und ich es weiterhin tue? Selbst Schuld, wenn ich einen Bandscheibenvorfall habe – hätte ich nur in der Rückenschule besser aufgepasst! Und mit diesem unverantwortlichen Sitzverhalten liege ich auch noch dem Gesundheitssystem auf der Tasche…

Angst macht bewegungslos und lässt uns zusammensacken.

„Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.“ Albert Einstein

Es gibt kein „schwarz-weiß“, „richtig und falsch“. Wir sind soziale Wesen, komplexe, lebendige Menschen und vielen Einflüssen ausgesetzt. Ich hoffe sehr, dass meine Liste für das Sitzen dir das Gefühl gibt,  dich in einer langen, spannenden Tradition des Sitzens zu befinden, die sich nicht „mal eben“ wegwischen lässt. Mich hat das sehr entlastet und mein Sitzen verändert. Vielleicht erleichtert es dich auch:

  1. Als stuhllose Nomanden zogen wir einst durch die Welt. Irgendwann wurden wir „seßhaft„, wir be-setzten Land, und wenn wir auf ihm saßen, „be-saßen“ wir es auch. Sitzen ist unsprüngliches „be-sitzen“ – im wahrsten Sinn des Wortes.
  2. Im alten Ägypten saß nur der Pharao. Er hatte den „Vor-sitz“. Gleichzeitig war er der einzige, der nie körperliche Arbeit leistete. Nur so konnte er als Wissensspeicher des Volkes dienen. Wer saß, herrschte.
  3. In der alten katholischen Kirche durfte nur der Priester sitzen, das niedere Volk stand in den Kathedralen. Wer als Mönch oder Nonne im Chorraum die Stehhilfen (Misericordien)  in Anspruch nahm, beging eine Sünde. Deshalb wurden unter den diesen Misericorien zur Abschreckung for dem Hinsetzen furchterregende Monster angebracht. Erst nach der Reformation ab 1517 gab es nach und nach auch Stühle für die Gemeindemitglieder. Wir dürfen also gerade mal seit 500 Jahren alle „auf einer Ebene sitzen“. Das ist eine Errungenschaft!
  4. Das stille Sitzen – die Fähigkeit, nicht jedem Bewegungsimpuls nachzugeben – ist eine enorme zivilisatorische Kulturleistung. Aber sie ermöglicht auch dem Geist, sich über den Körper zu erheben, komplexen Gedanken zu folgen, abstrake Zusammenhänge zu erkennen. Große Philosophische Werke und Literatur entstand sitzend am Schreibtisch. Und in vielen alten Traditionen wie dem Zen und Vipassana liegt Erkenntnis und Erleuchtung in der Praxis des Stillsitzens.
  5. Sitzen ist Entlastung für Füße und Beine. Das war während der Industrialisierung unfassbarer Luxus und damit Ausdruck von Status. Gearbeitet wurde stundenlang im Stehen, an Fließbändern und Maschinen. Selbst die Buchhaltung wurde an Stehpulten gemacht. Wer sitzen durfte, hatte Glück! Jeder Buchhändler und jede Schuhverkäuferin kann heute noch ein Lied davon singen.
  6. Sitzen schafft Augenhöhe, die Art des Sitzens schafft sozialen Zusammenhalt. Als Teenager „gerade zu sitzen“ ist uncool und würde den Rückhalt der Peer-Group gefährden.
  7. Sitzen schafft Vertrauen und Gemeinschaft. „Komm, wir setzen uns erstmal.“ Dieser Satz schenkt Ruhe und stabilisiert. Wenn wir uns „zusammensetzen“ signalisiert das, dass wir uns Zeit nehmen, das wir nicht im nächsten Moment aufspringen und wegrennen. Mit Lehne im Rücken fühlen wir uns sicherer als ohne Rückendeckung.
  8. Sitzen ist bequem, vielfältig und macht Spaß!

Lass dich von Hysterie und Angstmachern nicht anstecken. Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Lass dich nicht verrücktmachen. Die einzige Person, die das Recht hat, über dein Sitzen zu urteilen, bist du selbst.

Also: Nimm Platz! Entspann dich und lass die Gedanken schweifen. Spür die Entlastung der Beine und fantasiere dich in ein Leben, in dem Sitzen kein Stress ist. Was brauchst du dafür? Möchtest du wirklich weniger sitzen? Oder einfach mehr Gehen? Dann dreh doch heute Abend einfach noch eine stille Runde um den Wohnblock.

Schließe Frieden mit dem Sitzen. Du bist in guter Gesellschaft!

Wenn Du eintauchen willst in die aufregende Geschichte des Sitzens, kann ich Dir nur wärmstens ans Herz legen: „Himmelsthron und Schaukelstuhl – Die Geschichte des Sitzens“ von Hajo Eickhoff ISBN 3-446-17376-5 (nur noch gebraucht verfügbar)

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Sitting will kill you! Sitting is the new smoking!

Let´s face it: The most dangerous threat to life is life itself!
Erich Kästner

My old biology book is a wonderful resource of authentic material documenting how set beliefs are developed and our attitude towards our bodies shaped.

A reed-thin stick figure ist sitting on a tiny chair. The bent legs have no joints. The feet are tiny and without heels, the thighs join directly into the spine and the head – far too heavy for the fragile spine – is laying face forward on the table. No ears. But: it smiles! Above is a red arrow. Accusingly it points toward the rounded spine, stating: „wrong way to sit“.

So. So that´s wrong. But what´s right? The school system leaves me helpless – at least my biology book refuses to give any advice.

But economy – hurray – offers numerous answers to this question. Countless products and services offer to rescue us from the slowly appoaching „death at the desk“. „Best office chair back pain“ ist entered very often into the search engines. Not only sex sells. Fear too.

Anxiety is a poor advisor. The free market too.

Yes, we do sit a lot and yes, it has consequences for our body. We in-corporate our lives. The amount of sitting has increased and the amount of walking decreased. Most of the things we had to walk for can now be accomplished with a mouse click. Yes: the idea of the human organism is movement. Sitting is the embodiment of motionlessness.

So if motionlessness is the core of the problem, there are three obvious ways of solving it: 

  • Move as you sit. We call it „dynamic sitting“ so we produce shaky chairs,  and sitting balls to rock and swing and only get more tense.
  • Sit less. So we produce adjustable high tables for offices and do our meetings standing.
  • Sit correctly. You have been sitting since the age of 5 but you are so incompetent, that you have no idea how to do it correctly.

Let´s face it: Does this work for you? Not for me. And so a sense of guilt creeps under my skin as I must be to weak-minded, not disciplined enough, too weak and too stupid to sit correctly.  How stupid I am, as I know how dangerous it is as I´m continuing to do it. Blame myself for the slipped disc – if I had only exercised more! And with this irresponsible sitting behaviour I am creating costs for the general public.

Anxiety makes us motionless and makes us slump..

A theory should be as simple as possible – but not simpler.“ Albert Einstein

There is no „black and white“, „right and wrong“. We are social beings, complex, alive and under many influences. I really hope that this „pro-sitting-list“ gives you a sense of feeling for the long, exciting history and tradition of sitting. This history is not something we can just wash away. Understanding the cultural importance of sitting was a relief for me and changed my way of sitting. What about you?

  1. As nomads we lived a chairless life moving through the countryside. As we settled we became sedenetary. By sitting on the land we literaly posessed it. The Latin root of all this words is „possidere“ which means „to sit on“.
  2. In old Egyptian times only one person sat: the pharao. He was the chair-man, the pre-sident. Being the only one who never did any physical labour he could serve as a knowledge-reservoir for the people. Who sits, reigns.
  3. In old catholic times only the priest was allowed to sit down. Common people had to stand in the cathedrals. Using the standing aids (Misericordien) a monk or nun in the sanctuary sinned. Therefore ugly monsters were attached beneath this misericordiae to deter sitting down. Only after the beginning of the reformation from 1517 onwards were chairs gradually provided for the parishioners. So it´s only for 500 years that we have all been allowed to sit at an equal level. What an achievement!
  4. Sitting still – the skill of not following every impulse to move – is a tremendous cultural achievement. It allows the mind to transcend over the body, to think complex thoughts, to recognise abstract relations. Important philosophical oeuvres and literature were created sitting at a desk. And in many old traditions as Zen or Vipassana understanding and enlightenment lies in the practise of sitting still.
  5. Sitting is a relief for feet and legs. During industrialization that was great luxury and expressed a high status. At machines and assembly lines work was done standing – for hours and hours. Even the accounting clerks had standing desks. One was very lucky if one could sit down! And every bookseller and shoe shop assistant can tell you about it.
  6. Sitting creates eye level and how you sit creates social bonds. Sitting up straight as a teenager is really not cool and would cost the support of the peer group.
  7. Sitting creates trust and community. „Let´s take a seat.“ This sentence calms and gives stability. Sitting together signals that we are taking time, that we won´t jump and run away in the next moment. The back of the chair is shelter, security and support.
  8. Sitting is comfortable, versatile and fun!

Don´t let yourself be infected by hysteria and scare mongers. Don´t let anyone give you a guilty conscience. Don´t let anyone drive you mad. The only person to judge your sitting is you.

So: Take a seat! Relax and let your mind wander. Sense the relief for your legs and dream yourself into a life without sitting-stress. What would that require? Do you really want to sit less? Or rather walk more? Then go for a quiet walk this evening – right now around the block.

Make peace with sitting. You´re in respectable company!

Vom Missverständnis zum Körperglück – From Misconception to body-blessing

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Wie 1980 an der Grundschule Anatomie unterrichtet wurde.

Wie 1986 an der Grundschule Anatomie unterrichtet wurde.

Immer wieder werde ich gefragt, woher eigentlich all diese Fehlannahmen über unseren eigenen Körper kommen.
Ich zeige dann gerne Bilder aus der Werbung, von Matratzenherstellern oder Pseudo-Orthopädie-Magazinen, die die seltsamsten Irrtümer streuen – mit denen sich hervorragend Pseudo-Hilfsprodukte verkaufen lassen. Was für ein Markt!

Beim Aufräumen fiel mir mein altes Schulheft in die Hände: „Sachkunde – 4. Klasse 1986“.

Der Unterricht bei Frau S. (Gott-hab-sie-selig) bestand Stunde für Stunde darin, dass sie Dinge an die Tafel malte – exakt nach ihren Vorlagen, die sie seit den 60er-Jahren benutzte – und wir das abmalten. Für die Notengebung wurden dann die Hefte kontrolliert. Fragen, die ihr „bewährtes“ Material in Frage stellten, wurden abgeschmettert. Aber dazu mehr – zu einem anderen Zeitpunkt.

Zeitsprung: Es muss 2010 gewesen sein. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Lehrerin der Alexander-Technik stand sogenanntes „Body-Mapping“ auf dem Stundenplan. Der Inhalt besteht darin, das eigene Körperverständnis mit der anatomischen Realität abzugeleichen und den Effekt zu beobachten, den diese Korrektur bewirkt.

Und ich erinnere mich gut, wie ich die Augen nicht von diesem Wirbelkörper lassen konnte und immer wieder dachte: „Aber das Rückenmark? Wo ist denn das Rückenmark? Wenn doch das ganze Körpergewicht auf der Wirbelsäule lastet, dann wird doch das Rückenmark gestaucht!“

Es dauerte, bis ich verstand. Die Wirbelkörper mit den Bandscheiben sind stabile, tragende Elemente. Der Kanal für das Rückenmark ist weiter „hinten“ und knöchern ummantelt.

Der Effekt war grandios! Schließlich hatte ich – ganz unbewusst – mein Leben lang versucht, der Wirbelsäule nicht „soviel zuzumuten“, schließlich könnte das mein Rückenmark gefährden. Mein Selbstbild änderte sich schlagartig von unbewusster Vorsicht zu bewusstem Zutrauen in meinen Rücken. Die Bewegungen veränderten entsprechend die Qualität.

Und ich begann mich zu fragen, woher diese felsenfeste Überzeugung in mir kam, dass das Rückenmark durch die Bandscheiben verläuft. Heute weiß ich es. Und Du auch. Was für ein (Körper)-Glück!

Welche herrlichen Irrtümer hast Du zu bieten? Ich freue mich auf Deine Fragen und Anregungen!
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Time and time again I am asked where all these misconceptions about our own bodies come from.
I like to show pictures from advertising mostly. Advertisements from manufacturers of matrasses or pseudo-orthopädic-magazines, which spread strange misbeliefs  – which boost the sales of pseudo-healthproducts. What a market!

While tidying up one day I found an old school book of mine: „Biology 4th class – 1986“

The content of Mrs. S´s lessons (God have mercy on her soul) was that we had to copy from the board what she drew on it – copying it herself exactly from her material of the 60´s. Grads were based on the exercise books that were checked for „correct copying“. Any questions we had were rejected. But I will tell you more about this – at another time.

Leap in time: It must have been 2010. During my training as a teacher of the Alexander technique so-called „body mapping“ was on the schedule. The content of this class was to compare your own body concepts with the anatomical reality and to observe the effect, that this redefined knowledge produces.

I remember vividly how I just couldn´t let my eyes off the vertebra. I kept thinking: „What about the spinal cord? Where is the spinal cord? If the whole body weight weighs on the spinal column the spinal cord will be squeezed!“

It took a long time until I understood: The vertebrae together with the discs are stable, weight-bearing elements. The canal for the spinal cord is „further back“ and a bony structure.

The result was amazing! Unconsciously I had tried all my life not to burden my spine with too much weight, for in my belief it would be dangorous for the spinal cord. My self-perception shifted from unconscious cautiousness to conscious trust in my back. And the quality of all my movements shifted accordingly.

And I started asking myself where this rock-solid conviction originated: that my spinal cord runs right through the discs. Today I know. You too. What a (body-) blessing!

Which wonderful misconceptions do you have to offer? I am looking forward to hearing about it!

Vocabulary:
Rückenmarkkanal = spinal canal
Wirbelkörper = body of vertebra

Bücken – aber lecker! – am 16. Januar 2016

Herzlich willkommen im neuen Jahr!

Lange angekündigt kommt der Workshop „Bücken – aber lecker!“ nun endlich zu Stande! Es sind noch Plätze frei! ….eine prima Vorbereitung zum Ostereier-Sammeln!

Bücken ist leicht!Samstag, 16. Januar 2016 „Bücken – aber lecker!“:

… Gänseblümchen pflücken oder Erdbeeren ernten … Legosteine aufheben oder dreckige Socken einsammeln … die Spülmaschine ausräumen oder die Waschmaschine befüllen … die Strümpfe anziehen oder die Schuhe aus … eine gefallene Münze aufheben oder Scherben … Muscheln sammeln oder einen Käfer finden … Umzugskisten packen oder zum Meditieren setzen … die Katze füttern oder den Hund anleinen … runtergefallene Zettel einsammeln oder unter den Schrank gerollte Murmeln … für den Heiratsantrag auf die Knie gehen oder den Kindern die Schuhe schnüren …

Mit Hilfe der Alexander-Technik lernst Du Deinen Körper besser kennen. Du wirst die tragende, stützende Struktur Deines Körpers besser nutzen können, statt überforderte Gelenke und Muskeln weiter zu stressen.

Stell Dir nur all diese Situationen als wohlfühlige, elegante, kraftvolle, würdige Momente vor! Und noch mehr: Schönes Bücken ist wirklich sexy! Wenn Du jetzt Lust auf ein Styling Deiner „Bück-Bewegung“ hast, bist Du hier richtig!

Kursgebühr:

  • € 46 /Person pro Workshop bei Einzelanmeldung
  • € 42 /Person pro Workshop bei Anmeldung zu zweit

Zeit: 14:00 – 18:00 Uhr, inkl. Pause
Ort:
Gesundheitszentrum Harlekin, Beginenhof 1-7, 28201 Bremen
Anmeldung: Stefanie Buller, Tel: 0421 222 909 28, s.buller@leicht-bewegen.de

Die Alexander-Technik:
Ursprünglich vom Schauspieler F.M. Alexander entwickelt, um der drohenden Berufsunfähigkeit zu entgehen (Stimmverlust ohne „organische Ursache“), zeigte seine Methode bald wünschenswerte Nebenwirkungen: Erhöhtes Wohlbefinden, positive Ausstrahlung und optimalen Körpereinsatz.

Mit dem Körper rudern – statt gegen ihn

Das Alexander-Technik – Ruder-Projekt ist nun schon ein Jahr her – und wie ein Stein, der im Wasser Kreise zieht, verbreitet sich auch die Information in Ruderkreisen (bzw. „Quallen“).

S.Buller Rudern

Durch das stabile Becken kommt die Kraft der Beine in den Armen an!

Besonderer Dank gilt Dr. Wolfgang Fritsch von der Uni Konstanz, der nach meinem Bericht sofort überzeugt war, dass dieses Pilotprojekt in das „Trainingsspecial“ der Zeitschrift Rudersport gehört.

Den ganzen Artikel aus der Zeitschrift rudersport gibt es hier :

Ihr sucht neue Impulse für den Unterricht erwachsener Anfänger? Die Masters suchen neue Trainingsimpulse? Du hast eine individuelle Frage zu deinem Bewegungsablauf? Ich freue mich auf jede Frage, besonders auf die ganz kniffligen!!!

Herzlich, Stefanie

 

 

Alexander-Technik in Bremen: aktuelle Termine!!!!

Hier kommt eine Übersicht über nächsten Termine, bei denen Ihr die Alexander-Technik kennenlernen oder neu-entdecken könnt:

  • 30./31. Mai 2015:
    „Körperglück – Cello-Glück“ Ein Workshop für Amateur-CellistInnen
  • 7. Juni 2015:
    „Nia meets Alexander-Technik“ Ein Workshop gemeinsam mit Christina Spallek
    Nia ist ein Tanz-Bewegungs-Programm, bei dem man sich lustvoll tänzerisch auspowern kann. Gleichzeitig nimmt der Körper – quasi nebenbei – ganz viel Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer auf. Nia baut auf 9 Bewegungsprinzipien auf – eine davon ist die Alexander-Technik.

    In unserem Workshop können Nia-Begeisterte eine ihrer Bewegungsformen kennenlernen, Alexander-Technik-Fans ein nicht leistungsorientieres Wohlfühl-Workout kennenlernen und jeder der Lust hat, beides entdecken!

  • 6. Juli 2015:
    Vortrag „Wunderwerk Körper – vom achtungsvollen Umgang mit sich selbst“
    im Rahmen der Reihe „Kirche im Kommen“ in der Remberti-Gemeinde, Bremen