Gewohnheiten des Gesichts – Mimik / Habits of the face – facial expression

Eine meiner Kundinnen erforscht gerade die Spannungen, die wir gewohnheitsmäßig im Gesicht tragen. Es handelt sich dabei um Gewohnheiten, die besonders eng mit einem Gefühl von Identität verknüpft sind. Wie meistens in einer Alexander-Stunde hat sie – mit Hilfe sanfter Berührungen – ein paar dieser Gewohnheits-Muskelspannungen losgelassen und dadurch eine neue Erfahrung mit sich und einem entspannteren Gesicht gemacht.

Ihr Kommentar direkt nach der Einheit:

„Ich wusste gar nicht, das im Gesicht soviel Potential ist.“

Heute – eine Woche später – habe ich sie gefragt, wie es ihr im Laufe der Woche mit dieser Erfahrung ergangen ist. Sie antwortete:

„Ich habe mich immer wieder daran erinnert, dass mein Körper ja auch im Gesicht ist.“

Vielleicht möchtest Du – während Du das hier liest – ausprobieren, was diese Idee für Dich bewirkt.

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One of my clients is at momentexploring the tensions we carry in our faces habitually. These are habits which are very closly connected to our feeling of identity. As in most of Alexander lessons she released some of her habitual muscle tensions – with the assistance of my gentle touch and by this made a new experience of herself and a more stress-less face.

Immediately after the session she commented:

„I didn´t know how much potential is in the face.“

Today – one week later – I asked her, how she dealt with this experience over the week. She answered:

„I reminded myself again and again, that my body is also in the face.“

 

Maybe – as you read it – you want to try what this idea does for you.

Gewohnheit – hausgemacht… Habit – homemade…

Über Weihnachten gab es eine längere Phase ohne Cello-Unterricht, weshalb ich recht viel auf eigene Faust – ohne Kontrolle – geübt habe. Meine privater „Anfänger-Kampf“ bezieht sich gerade auf meine linke Hand, die einen großen, blinden Fleck auf meiner „Körperlandkarte“ darstellt.

Nun fällt es mir erschütternd schwer, die Rundheit der Hand beim Greifen zu bewahren und die Finger so zu beugen, dass die ersten Fingerglieder verhältnismäßig steil auf Saite und Griffbrett stehen (was für den Klang wichtig ist). Außerdem widerspricht diese Haltung erstmal dem, was ich als „ideal“ für andere Instrumente (Klavier und Blockflöte) und die Alexander-Technik gelernt habe. Also: Was tut die ambitionierte „Jacqueline du Pré – in – spe“?  Genau. Videos ansehen – viele… sehr viele… Danach war ich der Überzeugung, dass es wichtig ist, dass die Finger parallel auf dem Griffbrett stehen. Das ist zwar völlig unergonomisch – aber: ich hab´s ja gesehen….

Meine Lehrerin bemerkte nun glücklicherweise mein krampfhaftes Mühen, und als ich berichtete, dass ich die Finger parallel stellen wolle, sagte sie: „Aber wer hat dir gesagt, dass du das tun sollst?“ Und mit einem Augenzwinkern: „Oder hast du das irgendwo gelesen?“

Die einzige Antwort ist: Ich. Niemand sonst.

Das ist bitter.

Ich kann niemanden verantwortlich machen. Und ich frage mich, wie viele meiner hinderlichen Gewohnheiten ich mir noch auf Basis völliger Freiwilligkeit antrainiert habe. Und ich habe den Verdacht, dass diese auch die hartnäckigsten ihrer Art sind…

Over Christmas there was a longer period without Cello lessons,so I practised quite a lot on my own account – without supervision. My private „beginners´battlefield“ is my left hand, which is huge blind spot in my body map.

It´s shattering how hard it is for me to maintain the roundness of the hand  while pressing the strings and to bend the finger in a way which makes the first finger bones „stand“ quite steeply on the fingerboard (which is important for the sound). Furthermore this position is against what I´ve learned to be „ideal“ for other instruments (like the piano and the recorder) and even the Alexander technique – in the first place. So what does an ambitioned „Jacqueline du Pré to be“? Exactly: What videos! … lots of videos… Eventually I was convicted that the fingers have to be standing parallel on the fingerboard. This is absolutely un-ergonomical – but: I saw it!

My teacher fortunately saw my convulsive struggling and when I reported that I want to make by that my fingers stand parallel she answered: „But who told you to do this?“ and with a twinkle in the eye: „Or did you read it somewhere?“

The answer is: Me. Nobody else.

This is bitter.

I cannot make anybody responsible for it. And I am ansking myself how many of my hindering habits I acquired in a state of total voluntariness. And I have the suspicion that those are the ones of the most insistant kind.

Buchtip: Laban, Alexander, Feldenkrais. Pioniere bewußter Wahrnehmung durch Bewegungserfahrung

Im Buch von Elly D. Friedmann findet sich eine Zusammenstellung von Essays über diese „Pioniere bewußter Wahrnehmung durch Bewegungserfahrung“.

Erschienen ist es ursprünglich 1989 in der Reihe „Innovative Psychotherapie und Humanwissenschaften“ bei Junfermann. Herausgeber ist Prof. Dr. Dr. Hilarion Petzold, der an der Universität Amsterdam einen Lehrstuhl für Klinische Bewegungstherapie und Psychomotorik innehat (hatte?)

Er hat auch das Nachwort geschrieben, und auch das kann ich nur jedem empfehlen, der möchte, dass die Alexander-Technik auch medizinisch und psychologisch ernstgenommen wird. In sehr klarer Sprache werden die Stärken – aber eben auch die Schwächen – der Methoden aufgezeigt, wenn es um den Einsatz in einem professionellen, klinischen Umfeld geht.

Einzelne Exemplare sind noch zu beziehen:

http://www.amazon.de/Alexander-Feldenkrais-Pioniere-Wahrnehmung-Bewegungserfahrung/dp/3873872994/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1355151645&sr=8-1

„Man muss sich auf die Welt und die Dinge einlassen“ – Maurice Merleau-Ponty

„Die Wahrheit bewohnt nicht bloß den inneren Menschen. Denn es gibt keinen inneren Menschen. Der Mensch kennt sich allein in der Welt.“
Maurice Merleau-Ponty

Wenn ich das richtig verstanden habe – mit meinen basalen philosophischen Kenntnissen – kann man Maurice Merleau-Ponty („Die Phänomenologie der Wahrnehmung“) als den intellektuellen Vater der Körpertherapien bezeichen.

Als großer Deutschlandfunk „Essay und Diskurs“ – Fan kommt hier der Link zum Skript einer Sendung, die der DLF vor einiger Zeit ausstrahlte. Für jeden, der Körpermethoden auch philosophie-geschichtlich einordnen möchte, ein MUSS!

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1081844/