„Fühl Dich wie zuhause!“ – „Make yourself at home!“

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Gerade war ich in Berlin und habe einen Workshop zum Thema „Befriedigend Üben“ gegeben. Als Unterkunft hatte ich mir ein AirBnB-Zimmer reserviert. Gute Wohngegend. Alles sehr gepflegt und ruhig.

Bildquelle https://pixabay.com

AirBnB ist diese seltsame Zwischenform zwischen Hotel und Couchsurfing. Man zahlt zwar für eine Leistung, hält sich aber in Privaträumen auf, bzw. nutzt sie mit.

Deshalb finde ich das erste Zusammentreffen mit dem Vermieter immer ein wenig „krampfig“. Man versucht das richtige Maß an Distanz und Vertrauen herzustellen. Auch meine Vermieterin versucht sich einen Eindruck von mir, der fremden Person, zu machen, um ihr – sicher berechtigtes – Unsicherheitsgefühl zu besänftigen. Ich fühle mich in diesen Gesprächen immer irgendwie geprüft und kontrolliert.

Und dann höre ich den ebenso unumgänglichen Standardsatz:

„Ich sage den Leuten immer, sie sollen die Dinge so behandeln, als wären es ihre eigenen.“

Im nächsten Satz spricht sie von der delikaten Lage, einem männlichen Gast zu sagen, er möge doch bitte im Sitzen pinkeln.

Meine Abneigung gegen die Vermischung aus „Fühl Dich wie zu Hause“ und dem unausgesprochenen Anspruch, dass mein zu Hause also mindestens so aufgeräumt, sauber, stylisch… sein muss, wie dieses zur Vermietung vorgesehene Zimmer, ist heftig.

„Behandle die Dinge so, als wären sie deine!“ tut so, als sei de eigene Umgang mit dem eigenen Besitz ein positives Ideal. Der Gipfel der Sorgfalt, sozusagen.

Der „stehpinkelnde Mann“ hat sich wie zu Hause gefühlt.

Nun sitze ich schon zum dritten Mal an diesem Artikel, und frage mich, welche Schlussfolgerung ich ziehe.

Eigentlich zwei:

  1. Was wäre, wenn ich mich und mein „Hab und Gut“ ab und zu so behandle, wie ich es mir von anderen wünschen würde?
  2. Wie viel Toleranz habe ich gegenüber anderen, die z.B. als Gast bei mir sind und wie ginge es mir, wenn ich denselben Grad auf mich anwenden würde?

Also: heute keine klare Quintessenz, aber mich würde natürlich schon interessieren, was Dir dazu einfällt! Wie gehst Du mit Deinem Krempel um?

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I´ve just returned from Berlin where I gave a workshop on “satisfying practicing”. I stayed at an AirBnB room. Nice neighbourhood. Very tidy.

AirBnB is somewhere between a hotel and couchsurfing. One pays for a service but stays in private rooms

Bildquelle https://pixabay.com

This is why I´m always a bit tense in the first encounter with my hosts. One tries to negotiate the right balance between distance and trust. My host also tries to get an impression of me, the stranger – in order to calm her sense of insecurity – which is understandable. I always get a sense of being examined and controlled in these situations.

I hear her say: „I always tell people they should handle my stuff with the same care, as if it were theirs.” This is followed by talking about the peculiar situation to tell a male guest to not pee standing, but to use the toilet sitting down.

I have a strong aversion against this mixture of „Just feel at home“ and the unspoken demand that my home should be at least as tidy and stylish as this room, waiting to be payed for.

 „Treat the things as if they were yours!“ claims my own way of handling my belongings a positiv ideal. The peak performance of care – so to say.

The male guest who peed standing definetely felt at home.

 Well – it´s the third time I´m editing this article and I wonder about which conclusions to make.

Mainly two:

  1. What if I treated my belongings in the same way as I demand from others?
  2. What about my elasticity towards others e.g. my own guests and what would it be like to apply the same elasticity to myself?

So today I don´t offer you a clear quintessence. But I´m curious what your ideas are to this subject. How do you treat your own stuff?

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