Jauchzet, frohlocket! – Shout out for joy! Rejoice!

Eichhorn_BremenMorgen ist Heiligabend. Wie jedes Jahr.

Es nervt. Werbung und Schaufensterdekos sagen: Kaufe! Kaufe! Schenke! Schenke! Ich nenne das mal die „Kommerzfraktion“.

Glaubt Ihr, jetzt kommt eine Anti-Konsum-Predigt? Nein. Denn die nerven doch genauso! Mehr „Innehalten“, „Zeit schenken“, „kein Geschenkstress“, „den tiefen Sinn des Festes entdecken“… Ich nenne das die „alternative-Gutmenschen-Fraktion“.

Bla bla bla… Was nervt mich so?

Weil beide Fraktionen mit ihren Ratschlägen die Botschaft senden: „Wie Du es machst, ist nicht genug.“ nicht üppig genug – nicht still genug – nicht friedlich genug – nicht bio genug – nicht familiär genug – nicht traditionell genug – nicht bewusst genug – nicht alternativ genug….

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dreht sich dieses Fest um Geburt, Leben und Liebe und Licht. Und wenn darum geht, dann muss es auch um Lebenslust gehen!

Deshalb wünsche ich Ihnen und Euch lustvolle Weihnachten! Ich wünsche Euch die Fähigkeit der Hingabe in das WAS kommt und WIE es kommt. (Es lässt sich ab einem gewissen Punkt eh nicht mehr steuern.)

Mit Hingabe schlemmen und am zweiten Feiertag vollgefressen vor der Glotze liegen? Genießt es aus vollen Zügen! Spannend ist auch die Frage, mit wieviel Hingabe ich im Kochstress sein kann! Der übliche Familienstreit? Dann bitte mit lustvoll (mit Respekt)!

Ob Weihnachtlieder singen oder Lichtmediation: Ich wünsche Euch in diesen Tagen das Loslassen der inneren, angezogenen Handbremse – ohne schlechtes Gewissen!

Wie immer Du diese Tage gestaltest oder verdaddelst: Es ist genug. Es ist genauso wie es sein muss. Unverwechselbar: DEINE Feiertage!

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten! Jauchzet, frohlocket!

Eure Stefanie

Ach so: Solltest Du jetzt das Gefühl haben, nicht hingebungsvoll GENUG zu sein, habe ich meine Aussage wohl unklar rübergebracht…

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It sucks.

Tomorrow is Christmas Eve. As every year.

Commercials and shop windows shout: Buy! Buy! Give! Give! I call it the „commerce group“.

Do you expect an „anti-commerce-speach“ now? No. Because they just suck the same. More inhibition, time as gift, no stress with presents, dicover the profound meaning of the feast,… I cal it the „alternitive-gooders-group“.

Blah, blah, blah,… Why does it suck that much?

Because both groups with all their advices send the message: „How you celebrate, is not enough.“ not abundant enough – not quiet enough – not peaceful enough – not organic enough – not familial enough – not traditional enough – not aware enough – not alternative enough….

If I got something right this feast is about birth, life and light and love. And if this is true it is also about lust for life.

Therefor I wish you x-mas days filled with lust! I wish you the ability of surrender to WHAT happens and HOW. (From some point on you don´t have a chance to control it anyway.)

Feast with devotion and lying full in front of the TV on the second christmas day? Enjoy it completely! It is also an interesting question how devoted one can be to stress in the kitchen. The traditional family quarrel? Yes – with lust!

Christmas carols or light meditation – these days I wish you to loosen the inner handbrake – without bad conscience.

However you design this days or „waste“ the time: It is enough. You are enough. It is exactly as it should be. Unmistakeable: YOUR feast!

In this spirit: Merry Christmas! Shout out for joy! Rejoice!

Love, Stefanie

By the way: If you now feel like you aren´t devoted ENOUGH – I failed to make my point!

Gewohnheiten des Gesichts – Mimik / Habits of the face – facial expression

Eine meiner Kundinnen erforscht gerade die Spannungen, die wir gewohnheitsmäßig im Gesicht tragen. Es handelt sich dabei um Gewohnheiten, die besonders eng mit einem Gefühl von Identität verknüpft sind. Wie meistens in einer Alexander-Stunde hat sie – mit Hilfe sanfter Berührungen – ein paar dieser Gewohnheits-Muskelspannungen losgelassen und dadurch eine neue Erfahrung mit sich und einem entspannteren Gesicht gemacht.

Ihr Kommentar direkt nach der Einheit:

„Ich wusste gar nicht, das im Gesicht soviel Potential ist.“

Heute – eine Woche später – habe ich sie gefragt, wie es ihr im Laufe der Woche mit dieser Erfahrung ergangen ist. Sie antwortete:

„Ich habe mich immer wieder daran erinnert, dass mein Körper ja auch im Gesicht ist.“

Vielleicht möchtest Du – während Du das hier liest – ausprobieren, was diese Idee für Dich bewirkt.

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One of my clients is at momentexploring the tensions we carry in our faces habitually. These are habits which are very closly connected to our feeling of identity. As in most of Alexander lessons she released some of her habitual muscle tensions – with the assistance of my gentle touch and by this made a new experience of herself and a more stress-less face.

Immediately after the session she commented:

„I didn´t know how much potential is in the face.“

Today – one week later – I asked her, how she dealt with this experience over the week. She answered:

„I reminded myself again and again, that my body is also in the face.“

 

Maybe – as you read it – you want to try what this idea does for you.

Alexander-Technik auf der Berlinale 2013 – AT at the Berlinale 2013

Als treue Blog-Leser wisst Ihr längst um meinen „Deutschlandfunk“-Faible! Hier kommt ein weiterer Grund dafür:

Im Februar fand im Rahmen der diesjährigen Berlinale ein „Talent Campus“ statt, der von zwei internationalen Alexander-Technik-Coaches geleitet wurde.

Gleich zwei Beiträge dazu kamen im Deutschlandradio Kultur:
Ein Interview mit Jean-Luis Rodrigue, das mir sehr gefällt:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/1679157/
und ein Beitrag über den „Talent Campus“, den man sogar noch nachhören kann: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/2007844/

Und dann gab es noch einen Filmbeitrag bei „Spiegel Online“:
 http://www.spiegel.de/video/berlinale-talent-campus-schauspieler-lernen-alexander-technik-video-1253508.html

Da sag noch einer, es gäbe keine Publicitiy für die Alexander-Technik!

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As a faithful reader of my blog you allready know about my liking of the radio station „Deutschlandfunk“. Here is another reason for that:

In the context of this years Berlinale in February a „Talent Campus“ took place, which was led by two international Alexander Technique Coaches.

Deutschlandradio Kultur broadcasted to segments about this:
An interview with Jean-Luis Rodrigue, which I like very much:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/1679157/
and a segment about the  „Talent Campus“, which is still available for listening: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/2007844/

And there was an article in „Spiegel Online“:
 http://www.spiegel.de/video/berlinale-talent-campus-schauspieler-lernen-alexander-technik-video-1253508.html

Who says „There is no publicity for the Alexander Technique?“

„Woran merke ich, dass ich lebendig bin?“ – Ein „Feier“-tags-Gedanke / „Whereby do I notice that I am alive?“ – A „Holy“-days´-thought

Worum geht es in der Alexander-Technik? Immer wieder stelle ich mir diese Frage, um eine Antwort zu haben, wenn mich jemand danach fragt. Hier kommt mein Gedanke von heute, „Karfreitag“ dazu.

In der Alexander-Technik gibt es den Begriff des „Innehaltens“. Er beschreibt ein Pausieren in der momentanen Aktivität, um den Freiraum zu gewinnen, möglicherweise die Richtung zu ändern. Ich vergleiche dieses Innehalten gern mit dem „Auskuppeln“ beim Autofahren: Es braucht ein Entkoppeln der bestehenden Verbindung, um einen neuen Gang einzulegen. Aber: Ziel des Innehaltens ist kein ewiges Verharren in diesem Zustand des „Leerlaufs“, sondern die freie Entscheidung für den nächsten Gang : Hochschalten? Runterschalten? Anhalten? Weiterfahren? Richtung ändern?

Aber auch zum Innehalten muss ich mich erstmal entscheiden. Feiertage sind eine äußere Unterstützung darin. Ostern ist da natürlich besonders geeignet.

In der Alexander-Technik geht es – für mich – darum, zu merken, dass ich lebendig bin. Deshalb kommen hier zwei praktische Inspirationen zum „Innehalten-im-Kleinen“ oder „Instant-Ostern in drei Schritten“:

Du kannst Dich fragen:

  1. Wie ist mein aktueller Zustand? Angespannt? Gestresst? Träge? Vital?
  2. Woran merke ich genau jetzt, dass ich lebendig bin? Atmung? Bewegung? Emotionen?
  3. Wenn ich mag, kann ich mich einfach daran freuen! Ein „Mini-Feiern“ das ich lebendig bin!

Dieses stille Anhalten kann manchmal auch bedrohlich scheinen. Es kann gute Gründe geben, „das was ist“ gerade nicht wahrnehmen zu wollen. Dann richte ich meine Wahrnehmung auf das, was um mich herum lebendig ist:

  1. Ich beobachte ein Tier (bevorzugt Eichhörnchen) oder eine Pflanze, die vom Wind bewegt wird.
  2. Ich höre Musik. Und besonders lebendig fühle ich mich gerade, wenn ich das hier höre: Leonard Rose spielt: Tchaikovsky – Variationen über ein Rockocko-Thema für  Cello und Orchester in A-Dur op. 33

Ich wünsche Euch lebendige Feier-Tage!

Stefanie

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What ist he Alexander Technique about?  I repeatedly ask myself this question – hoping to have an answer, when someone asks me. This is my thought of today – „Good Friday“.

Within the Alexander Technique there is the term „Inhibition“. It describes a pausing oft he current activitiy in order to create a free space with the option potentially to change direction. I like to compare this inhibition with „de-clutching“ while driving a car: A disengaging oft he current state is necessary to change gear. But: The goal of inhibition is not persisting in this idle state, but the potential to  freely choose the next gear : Change up? Change down? Stop? Continue? Change direction?

But I even have to choose to inhibit. Holidays can be a great support for this. And easter is especially convenient.

For me Alexander Technique is about noticing that I am alive. That is why I provide two practical inspirations for „inhibition-in-a-nutshell“ or „instant easter in three steps“:

Ask yourself

  1. What is my current state of being? Tense? Stressed? Dull? Vital?
  2. Whereby can I notice – now – that I am alive? Breath? Movement? Emotions?
  3. If I like I can simply enjoy this! I can make a mini-celebration that I am alive!

This silent stopping can appear threatening. There can be good reasons for not wanting to notice what is going on inside myself now. Than I can direct my awareness to something alive in my surrounding area:

  1. I  watch an animal (I prefer  squirrels) or a  flower, moved by the wind.
  2. I listen to music. At the moment I feel very alive when I listen to this: Leonard Rose plays: Tchaikovsky-Variations on a Rococo Theme for Cello and Orchestra in A Major op. 33

I wish you all lively easter holidays!

Stefanie

Die Angst vor dem falschen Ton – The Fear of the Wrong Note

Cello_kleinIch habe eine Weile nicht geschrieben. Weder über´s Laufen noch über´s Cellospielen. Hätte ich´s getan, hättet Ihr in etwa  gelesen: „Ich schaff´s nicht. Ich komme nicht voran. Es wird immer schlimmer. Ich hab keine Zeit. Das ist ja peinlich, wie langsam ich bin. Wie konntest Du nur glauben, mit Mitte Dreißig könntest Du das noch lernen? Und überhaupt: Werd´endlich vernünftig – es gibt genug Wichtigeres: Arbeiten, Kochen, Aufräumen,…“ Kommt das irgendwem bekannt vor?

Anfänger-Cellospiel kann eine quälende Sache sein – besonders akustisch. Die Beschwerden der Nachbarn haben zwar abgenommen (möglichweise zeigen die Maßnahmen „Yogamatte unter Stuhl und Cello legen“ und „Heizung mit Meditationskissen beschweren“ Wirkung), trotzdem wird die Hemmung erheblich größer, sobald ich weiß, dass die Nachbarin unter mir zu Hause ist. Ich kann nicht unhörbar Cellospielen lernen. Und vor allem: Was hörbar wird, ist meine Schwäche, meine Unfähigkeit, mein „Schief-sein“…

Seit Wochen beschäftige ich mich mit meinem Aufstrich. Mein Abstrich (Handbewegung nach außen) klingt ganz leidlich, der Aufstrich (Bewegung nach innen) klingt nach Asthma.  Ungefähr so: Brumm – Quietsch – Summ – krächts – Brumm – quietsch….. Meine Lehrerin sagt: „Ellenbogen fallen lassen“ – mach ich doch… . Auch alle Alexander-Mantras brachten nichts. Der Frust wuchs. Nicht nur, weil es nach vier Monaten immer noch so grausig quietscht, sondern weil ich als AT-Lehrerin doch eigentlich die Mittel gelernt haben sollte, solche Gewohnheiten aufzudecken.

Heute habe ich das Suchen aufgegeben. Ohne Hoffnung auf Besserung, dachte ich, übe ich halt „Brumm – Quietsch“, bis es mir zu blöd wird. Nach dem fünften „Brumm – Quietsch“ habe ich gemerkt, wie ich direkt vor dem Aufstrich – minimal – den Kopf einziehe. Ein klassischer Schreckreflex – oder besser: ein Schreck-PRE-flex – denn die Reaktion ist schon da, bevor ich überhaupt den Ton gespielt habe.

***Denkpause***

„Was wäre, wenn ich keine Angst hätte, dass der nächste Ton schief wird?“ oder (in Bezug auf meinen ersten Artikel): „Wie wäre ich – ohne die Angst vorm schiefen Ton?“

Muss ich noch weiterschreiben? Dass der Klang auf einmal Platz hatte? Dass der Ellenbogen kein Thema mehr war? Dass die linke Hand auf einmal die richtigen Töne gedrückt hat? (Natürlich auf Anfänger-Niveau…) Brumm – Summ – Brumm – Summ … beglückend…

Wie wäre mein Leben ohne die Angst vorm schiefen Ton?

P.S. Dank an Robyn Avalon, die Meisterin der „Was wäre, wenn…? – Fragen.

I didn´t write for a while. Not about running and not about playing the cello. If I had you would have read something like: „I just don´t make it. I don´t improve. It is even getting worse. I don´t have the time. It is pathetic how slow I am. How could I think I could learn something like this aged 36? Be reasonable, Stefanie – there are so many more important things to do: work, cooking, cleaning…“ Does this sound familiar?

Beginners Cello-play can be an agonizing thing to do – especially acoustically. The complaints of the neighbours have decreased (possibly because my means „yoga mat underneath chair and cello“ and „meditation cushions to weigh down the radiator“ bring some result) – but still the feeling of restrain increases as soon as I know that the neighbour in the flat below me is at home. I cannot learn to play the Cello inaudibly. And: What becomes audible is my failing, my incapability, my „being out of tune“…

For weeks now I am dealing with my upbow. My downbow is quite o.k., the upbow sounds like asthma. Like this: hummm – squeak – hummm – squeak .. My teacher says: „Let your elbow drop“ – But I do this! All my Alexander mantras had no effect. The frustration grew. Not just because of the horrible squeaking after four month of practise, but because as an AT teacher I should have learnd the means whereby I could detect such habits.

Today I quit searching. As there is no hope for improvement I will practise „Hummm – squeak“ again until I am sick of it I thought. After the fifth „Humm – squeak“ I noticed that I pull my head down a little bit before the upbow. A classical startle reflex – or more precisely: a startle PRE-flex – as the reaction appears before I even played the note.

***pause for reflection***

„What if I had no fear of the next note being wrong? OR – relating to this article„How would I be – without the fear of the wrong note?“

Do I have to proceed? That immediately there was room for the sound? That there was nothing to worry about my ellbow? That even the left hand suddenly found the right notes? (still on beginners level…) Hummm – Buzzz – Hummm – Buzzz … blissful…

What would my life be like without the fear of the wrong note?

P.S. Thanks to Robyn Avalon, the mistress of  „What if…? – questions.

 

 

 

 

Kammermusik und Alexander-Technik – verkörperter Klang / Chamber Music and the Alexander Technique – embodied sound

Auf Einladung von Musikern der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen wirkte ich letztes Wochenende an einem Workshop für „Laien-Kammermusik-Ensembles“ mit.

Ein Experiment – hat doch fast jeder Profi-Musiker zumindest von Alexander-Technik gehört.. Aber bei den Amateuren ist das anders. Und so war eine wiederkehrende,skeptische Frage: „Wofür brauch´ ich das? Ich hab doch keine Probleme.“ „Für Profis? Klar! Für mich? Och nööö…“ Eine Herausforderung.

Ein Hauptunterschied zwischen Profis und Amateuren: Die einen müssen sich permanent neuen Anforderungen anpassen (wechselnde Dirigenten, wechselnde Rahmenbedingungen) – nicht zu vergessen den permanenten Wettbewerbsdruck. Die anderen lieben die Gewohnheit, das Ritual. Sie kennen die Stücke zum Teil seit Jahrzehnten und diese sind treue Freunde und Begleiter in emotionalen Lebenssituationen geworden. Das ritualisierte Treffen zum Musizieren gibt Struktur, Entspannung und Kontakt.

Also nochmal: Was haben Sie als Amateurmusiker/-in davon, Alexander-Technik zu lernen?
1.: Auch Amateur-Musiker bekommen Schmerzen durch hinderliche Gewohnheiten. Und je älter man wird umso schlimmer wird´s. Spätestens wenn Sie wegen Rücken- oder Schulterschmerzen eine Probe absagen wollen, ist es Zeit sich diese Gewohnheiten anzuschauen.

2.: Ein Instrument zu spielen, was man als Kind gelernt hat, kann ambivalente Gefühle erzeugen. Vielleicht war es nicht das Wunschinstrument. Vielleicht gab es Druck und Strafen. Vielleicht wurde man ausgelacht (ich sag nur: „Blockflöte“). An all diese Erfahrungen knüpfen unsere physischen Gewohnheiten an. Etablieren Sie die Freude, die Ihnen Ihr Instrument geschenkt hat! Misten Sie die alten Gewohnheiten aus! Es liegen noch viele beglückende Erfahrungen mit sich und Ihrem Instrument vor Ihnen!

3.:  Auch im Streichquartett ist´s nicht immer nett…. Ensemblespiel ist Teamwork. Unterschiedliche Fähigkeiten, Interessen und Fertigkeiten wollen koordiniert werden. Bei einem so leidenschaftlichen Hobby wie dem Musizieren kann das hitzig werden. Von einer  musikalischen Alexander-Technik-Lehrerin bekommen Sie Ideen, wie Sie sich untereinander koordinieren können – und das ganz entspannt  mit viel Spaß!

Heute kam diese Rückmeldung:
Ich habe diese Tage sehr verinnerlicht durch die Freude an dem Werden unseres Projekts und durch die leise und doch intensive Nähe, mit der Du uns hörend und beratend begleitet hast. So bleibt etwas sehr Beglückendes bestehen, und dafür möchte ich mich nochmal sehr von Herzen bedanken.“

Ich hab´zu danken.

Und hier eine Auswahl der Stücke, die ich bei der Arbeit genießen durfte: 🙂

Following an invitation of musicians of the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen I contributed last weekend to a workshop for amateur chambermusic ensembles.

An experiment – as nearly every professional musician has at least heard of the Alexander Technique it is totally different with the amateurs. So I heard repetitively sceptic questions like: „Why should I need this? I don´t have any trouble.“ „For pro´s? Sure! For myself? Oh no….“ A challenge.

One difference between professionals and amateurs: The former have to adjust all the time to new requirements (changing conducters,changing frame conditions) – not to forget the ongoing competeing with collegues. The latter enjoy the habit, the ritual. They partly know the pieces that they play for decades and they are like faithful friends and companions in emotional life situations. The ritualized session for making music offers structure, relaxation and and contact.

Again: What can you as a amateur chamber musician get out of learning the Alexander Technique?
1.:
Amateur musician get hurt through obstructive habits. And the older one gets the worse it becomes. At the latest wenn you want to quit a session because of back pain it is time to look at these habits.

2.: To play an instrument which was learned as a child can create ambivalent emotions. Maybe it wasn´t the instrument of the own desire. Maybe there were pressure and punishment. Maybe one was laughed at ( I just mention: „recorder“) All this experiences are connected with our physical habits. Establish the joy, that the instrument brought to your life!. Clear out the obstructive habits! There are many pleasing expieriences lying ahead of you – with yourself and your instrument!

3.:  Playing as an ensemble isn´t always just nice… Ensemble play is teamwork. Diffrent skills, abilities and interests ask to be coordinated. With such a passionate hobby making music cann become heatedly. A musical Alexander Technique Teacher offers new ideas how you can coordinate yourself – really relaxes and with a lot of fun!

Today I received this feedback
„I really internelized these days because of the pleasure of the growth of our project and because of your quiet yet intensive presence by which you accompanied us – in an listening and consultative manner. By this something very pleasurable withstands and for this I want to thank you from my heart.

My pleasure!

Above you can find a „play list“ of the music I could enjoy during my work 🙂 !

 

 

Gewohnheit – hausgemacht… Habit – homemade…

Über Weihnachten gab es eine längere Phase ohne Cello-Unterricht, weshalb ich recht viel auf eigene Faust – ohne Kontrolle – geübt habe. Meine privater „Anfänger-Kampf“ bezieht sich gerade auf meine linke Hand, die einen großen, blinden Fleck auf meiner „Körperlandkarte“ darstellt.

Nun fällt es mir erschütternd schwer, die Rundheit der Hand beim Greifen zu bewahren und die Finger so zu beugen, dass die ersten Fingerglieder verhältnismäßig steil auf Saite und Griffbrett stehen (was für den Klang wichtig ist). Außerdem widerspricht diese Haltung erstmal dem, was ich als „ideal“ für andere Instrumente (Klavier und Blockflöte) und die Alexander-Technik gelernt habe. Also: Was tut die ambitionierte „Jacqueline du Pré – in – spe“?  Genau. Videos ansehen – viele… sehr viele… Danach war ich der Überzeugung, dass es wichtig ist, dass die Finger parallel auf dem Griffbrett stehen. Das ist zwar völlig unergonomisch – aber: ich hab´s ja gesehen….

Meine Lehrerin bemerkte nun glücklicherweise mein krampfhaftes Mühen, und als ich berichtete, dass ich die Finger parallel stellen wolle, sagte sie: „Aber wer hat dir gesagt, dass du das tun sollst?“ Und mit einem Augenzwinkern: „Oder hast du das irgendwo gelesen?“

Die einzige Antwort ist: Ich. Niemand sonst.

Das ist bitter.

Ich kann niemanden verantwortlich machen. Und ich frage mich, wie viele meiner hinderlichen Gewohnheiten ich mir noch auf Basis völliger Freiwilligkeit antrainiert habe. Und ich habe den Verdacht, dass diese auch die hartnäckigsten ihrer Art sind…

Over Christmas there was a longer period without Cello lessons,so I practised quite a lot on my own account – without supervision. My private „beginners´battlefield“ is my left hand, which is huge blind spot in my body map.

It´s shattering how hard it is for me to maintain the roundness of the hand  while pressing the strings and to bend the finger in a way which makes the first finger bones „stand“ quite steeply on the fingerboard (which is important for the sound). Furthermore this position is against what I´ve learned to be „ideal“ for other instruments (like the piano and the recorder) and even the Alexander technique – in the first place. So what does an ambitioned „Jacqueline du Pré to be“? Exactly: What videos! … lots of videos… Eventually I was convicted that the fingers have to be standing parallel on the fingerboard. This is absolutely un-ergonomical – but: I saw it!

My teacher fortunately saw my convulsive struggling and when I reported that I want to make by that my fingers stand parallel she answered: „But who told you to do this?“ and with a twinkle in the eye: „Or did you read it somewhere?“

The answer is: Me. Nobody else.

This is bitter.

I cannot make anybody responsible for it. And I am ansking myself how many of my hindering habits I acquired in a state of total voluntariness. And I have the suspicion that those are the ones of the most insistant kind.

Was Cello spielen und Joggen lernen gemeinsam haben / What learning to play the cello and to run have in common

Vor ungefähr drei Monaten ergaben sich plötzlich zwei Situationen, die mein Leben – und mein AT-Lehrerin-sein – so sehr bereichern  dass ich hier einige meiner Erkenntnisse mit Euch teilen möchte.

Ich wollte Cello lernen seit ich fünf Jahre alt war. Die Gründe, weshalb es nie dazu kam, sind zahlreich – und Vergangenheit. Nun habe ich mit einigen Cellisten gearbeitet und gemerkt, wie lebendig dieser Wunsch immer noch ist. Bei einem Bekannten stand plötzlich ein unbespieltes Cello, das er mir leiht. Meinen Unterricht bekomme ich von einer jungen Cellistin, die im Anschluss an die Cellostunde eine Alexanderstunde erhält. Eigentlich ist es ein gemeinsames Lernen – mit Instrumenten. Wenn „mein“ Cello summt, gibt es für mich nur das alte Wort „Wonne“!

Ich konnte nie das, was man „Dauerlauf“ nennt. Nach fünf Minuten bekam ich Seitenstiche. Später wurde mir wegen der Knieverletzungen vom Laufen abgeraten. Ich habe es immer wieder versucht. Mit Walkman und „Hör-Kurs“, mit Büchern, nach Plänen, alleine… immer wieder. Vielleicht schaffte ich mal 7 Minuten – mehr nicht. Kurse und Lauftreffs habe ich nie aufgesucht – denn für die „Anfänger“-Gruppe musste man meistens schon 15 Minuten am Stück laufen können. Dann sah ich das Angebot der Bremer Lauftrainerin Kerstin Meyer, die Kurse anbietet mit dem Ziel, dass jeder am Ende 20 – 30 Minuten langsam laufen kann. Heute habe ich zum zweiten Mal meine 25 Minuten absolviert! Hurra!

Beides fordert mich – meine ganze Person – ohne wenn und aber. Und ich lerne viel über das Loslassen meiner Erwartungen an mich selbst. Wenn es gestern „gut lief“ und ich heute „mindestens so gut wie gestern“ sein will, ist der Frust vorprogrammiert. Die Saiten klingen nicht, das Handgelenk krampft, der rechte Daumen (Bogenhand) erst recht – und erst die Schulter“. Beim Laufen kriege ich keine Luft, alles ist schwer, schwer, schwer…

Laufen und Cello spielen lehren mich, dass ich heute nicht mehr die bin, die ich gestern war. Ob ich mich mit dem Cello hinsetze oder die Gelenke aufwärme vorm Laufen – die erste Frage ist: „Und – Stefanie – wer bist Du heute?“ Und dann lass ich mich von der Antwort überraschen. Und dann steht mir auf einmal alles bisher Gelernte plötzlich zur Verfügung!

About three month ago two opportunities arose which enrich my life and my ‚being an AT teacher‘ so much that I want to share a few of my insights with you.

I wanted to learn to play the cello since I was five. The reasons why this never happened are many – and belong to the past. As I worked with some cellists recently I noticed how lively this wish still is inside of me. A friend has a not-played cello which he lends to me. I am taught by a young cellist who gets after my lesson an AT lesson in return. It´s truly mutual learning – with instruments. When I my cello „hums“ it´s simply bliss.

I could never do what´s called ‚jogging‘ in my life. I got side aches after five minutes. Later I was adviced against running because of knee injuries. I tried it again and again. With walkman, audi courses, books, schedules, alone – again and again. May be I made it to 7 minutes – but not more. I didn´t join running courses or groups because the beginners should be able to run at least 15 minutes. Then I saw the course offering of the running coach Kerstin Meyer in Bremen. The goal of her courses is that everyone can slowly jog 20 – 30 minutes at the end. Today I did the 25 minutes for the second time! Hurray!

Both challenge me – my whole person – without ifs and buts. I learn a lot about letting go of my expectations towards myself. If things worked out well yesterday and today I want to be ‚at least as good as yesterday‘ frustration will occur for sure. The strings don´t resonate, the wrist is cramping, so does the right thumb (bow hand) – and the shoulder! During jogging I don´t get air, everything is heavy, heavy, heavy…

Running and playing the cello teach me that today I am not the same as I was yesterday. Wether I sit down with the cello or do my warm up for running – my first question is: ‚So – Stefanie – who are you today?‘ And then I let the answer suprise me. And then suddenly everything I have learned so far is right at hand!

 

Buchtip: Laban, Alexander, Feldenkrais. Pioniere bewußter Wahrnehmung durch Bewegungserfahrung

Im Buch von Elly D. Friedmann findet sich eine Zusammenstellung von Essays über diese „Pioniere bewußter Wahrnehmung durch Bewegungserfahrung“.

Erschienen ist es ursprünglich 1989 in der Reihe „Innovative Psychotherapie und Humanwissenschaften“ bei Junfermann. Herausgeber ist Prof. Dr. Dr. Hilarion Petzold, der an der Universität Amsterdam einen Lehrstuhl für Klinische Bewegungstherapie und Psychomotorik innehat (hatte?)

Er hat auch das Nachwort geschrieben, und auch das kann ich nur jedem empfehlen, der möchte, dass die Alexander-Technik auch medizinisch und psychologisch ernstgenommen wird. In sehr klarer Sprache werden die Stärken – aber eben auch die Schwächen – der Methoden aufgezeigt, wenn es um den Einsatz in einem professionellen, klinischen Umfeld geht.

Einzelne Exemplare sind noch zu beziehen:

http://www.amazon.de/Alexander-Feldenkrais-Pioniere-Wahrnehmung-Bewegungserfahrung/dp/3873872994/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1355151645&sr=8-1

„Man muss sich auf die Welt und die Dinge einlassen“ – Maurice Merleau-Ponty

„Die Wahrheit bewohnt nicht bloß den inneren Menschen. Denn es gibt keinen inneren Menschen. Der Mensch kennt sich allein in der Welt.“
Maurice Merleau-Ponty

Wenn ich das richtig verstanden habe – mit meinen basalen philosophischen Kenntnissen – kann man Maurice Merleau-Ponty („Die Phänomenologie der Wahrnehmung“) als den intellektuellen Vater der Körpertherapien bezeichen.

Als großer Deutschlandfunk „Essay und Diskurs“ – Fan kommt hier der Link zum Skript einer Sendung, die der DLF vor einiger Zeit ausstrahlte. Für jeden, der Körpermethoden auch philosophie-geschichtlich einordnen möchte, ein MUSS!

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1081844/