„Mein Cello, meine Brüste und ich“ – „My cello, my breasts and me“

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In jeder Spezialdisziplin gibt es Themen, die einen ein Leben lang beschäftigen. Für Cellisten kann das Finden einer stabilen, angenehmen Spielhaltung so ein „Dauerbrenner“ sein. Wenn der Cellist Jérôme Pernoo sagt „Jeden Tag lerne ich das Cello spielen neu“ möchte ich betonen: „…und dazu gehört auch die Spielhaltung.“

Wenn es mit dem Sitzen mit Cello einfach „nicht passen“ will, gibt es viele Schrauben, an denen man drehen kann. Und die erste, ist meistens die Schraube zum Verstellen Stachellänge.

Und dann entsteht oft das sogenannte „Moving target“ – Phänomen, d.h. immer wenn es an einer Stelle passt, klemmt es an einer anderen. Der C-Wirbel stört nicht mehr, dafür liegt es nicht mehr am Bein an, die Spitzen der Zargen bohren sich nicht mehr in die Waden, dafür stört der C-Saiten-Wirbel, usw…

Eine dieser „Problemzonen“, möchte ich heute aus ihrem Schattendasein hervorholen und beleuchten.

„Meine Brüste stören beim Cello spielen.“

In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, wie befreiend es für manche Cellistinnen ist, dieses Thema endlich zu aussprechen zu können. Und auch Cello-Pädagog*innen sind oft ratlos. Es spricht für jeden / jede Cellolehrer*in, sich darüber unsicher zu sein, wie man dieses Thema am besten anspricht. Erst recht bei jungen Menschen, deren Körper sich quasi täglich verändert. Ich hoffe, dieser Artikel bieten einen guten Ansatz und Unterstützung.

Körperfülle ist kein Grund

Es gibt zwei Ursachen für das Problem. Ganz wichtig ist mir: Kleider- oder Körbchengröße gehören nicht dazu. Aber: das Problem kann sich während PMS und Schwangerschaft verstärken.

Ursache 1: Die eigene Anatomie – ein unbekanntes Feld

Wenn Du schon Erfahrung mit der Alexander-Technik gemacht hast, weißt Du, dass die Vorstellung, die wir von unserer Anatomie haben, unsere Bewegungsqualität bestimmt. Das gilt für unsere Geschlechtsorgane genauso, wie unsere Hüftegelenke, Finger und Wirbelsäule.

Dass die Medizin – und damit auch die Darstellung von Anatomie – sich vorwiegend auf den männlichen Körper konzentriert hat, macht es nicht leichter. Was ich in der folgenden Übung mit euch teile, war für mich selber vor vier Jahren eine erschütternde Erkenntnis: Ich hatte ein erschütternd falsches Bild meiner eigenen, weiblichen Anatomie.

Nimm die folgende Übung bitte ernst, nimm dir Zeit und Muße und geh auf eine Entdeckungsreise:

Die eigene Anatomie – Orientierung lohnt sich!

Wenn Deine Brüste beim Cello-Spielen stören, solltest Du zunächst für anatomische Klarheit sorgen. Hier habe ich einen möglichen Ablauf für Dich aufgeschrieben:

  1. Mach es Dir bequem und sorge dafür, dass Du ungestört bist.
  2. Beginne damit, Deine Atmung wahrzunehmen und die Bewegungen, die durch die Atmung ausgelöst werden, vor allem die der Rippen. Nimm war, wie Deine Brüste sich mit der Atmung mit bewegen.
  3. Taste Deine Rippen. Such Dir eine aus, die Du gut spüren kannst und taste an ihr entlang. Kannst Du merken, wie stark das Gefälle ist? Findest Du die Stelle, wo sie sich mit dem Brustbein verbindet?
  4. Mach Dir bewusst, dass die Rippen von der Wirbelsäule aus bis vorne zum Brustbein um Deinen ganzen Oberkörper herum gehen.
  5. Leg Deine linke Hand auf die Rippen an Deiner linken Seite, die rechte legst Du auf das Brustbein, die Finger zeigen zum Bauchnabel. Probiere aus, wie weit Du Deine Hände zwischen Rippen und Brust schieben kannst und wie Deine Brust über die Rippen gleiten kann. Wechsle die Seite.
  6. Mach Dir bewusst, dass die Verbindung der Rippen zum Brustbein aus elastischem Knorpel besteht und nicht aus Knochen!
  7. Mach Dir bewusst, dass zwischen allen Rippen viele kleine Muskeln sind. Stell Dir vor, wie sie sich entspannen und der Raum zwischen den Rippen sich weiten und verengen kann.
  8. Setz Dich auf einen Stuhl. Lass Dein Cello langsam zu Dir kommen und sanft auf dem Brustbein landen. Erlaub Deinen Brüsten, einfach zur Seite auszuweichen. Bleib im Brustkorb elastisch. Spürst Du, wie der Atem die Rippen, Deine Brüste und Dein Cello bewegt?
  9. Beginne mit leeren Saiten. Atme weiter! Was fällt Dir auf?

Eng verwoben mit unserer Vorstellung vom eigenen Körperbau sind teils sehr subtile Gewohnheiten und Spannungsmuster. Ursache 1 und 2 treten also gern im Tandem auf!

Ursache 2: Die Vortäuschung von Selbstsicherheit

Vortäuschung von Selbstsicherheit

Bewegungsmuster entstehen immer in einem sozialen Kontext. Deswegen ist das Ändern von Gewohnheiten auch eine Spezial-Disziplin. Bei Gewohnheiten, die sich in einem sexuell konnotierten Kontext bilden, gilt das umso mehr.

Daher kann die Beschäftigung auf einer körperlichen Ebene immer auch Erinnerungen und Emotionen wachrufen. Deshalb meine Bitte: Geh achtsam mit Dir um, wenn Du Dich auf die folgenden Gedanken einlässt. Das gilt auch für alle Cello-Lehrer*innen, die dies lesen. Bitte geht sensibel mit dem Thema um! Und scheut Euch nicht, professionelle Hilfe aufzusuchen, wenn sich z.B. plötzlich starke Emotionen regen!

  • Brüste ziehen in unserer Gesellschaft die Blicke auf sich. In der Pubertät verändert sich das Körpergefühl, aber es ändert sich auch der Blick, der auf mich gerichtet wird. Schwabbelt etwas beim Schulsport? Kann ich mit dem tiefen Ausschnitt den Lehrer oder den süßen Typen nervös machen?
  • Wenn ich meine Brüste als zu groß empfinde (oder sie wuchsen früher als bei anderen?), kann ein Muster einsetzen, mit dem wir die Brüste „einziehen“ wollen. Die Brustwirbelsäule rundet sich und die Schultern fallen nach vorn. Das kann den Eindruck von Scham oder Passivität erzeugen.
  • Im Gegensatz dazu empfinden wir ein Hochrecken des Brustbeins, ein Zurückziehen der Schultern und Heben des Kinns als Ausdruck von Sicherheit und Selbstbewusstsein. Mit diesem Muster kompensieren wir unbewusst unsere Unsicherheit in exponierten Situationen. Das ist eine fatale Illusion. Denn diese Spannung schränkt die Atmung ein, macht die Stimme eng, den Nacken fest, den Rücken schwach. Und das Cello wacklig.

Dieses Hochrecken des Brustbeins gibt Dir nur Fake-Sicherheit!

Probier es aus – auch wenn´s komisch klingt: Recke das Brustbein hoch und mach ein Hohlkreuz. Versuch jetzt Deine Brüste mit den Händen zu bewegen! Durch die gespannte Haut, sind sie plötzlich kaum beweglich. Mit Cello würdest Du jetzt das Cello von Dir weg drücken. Jetzt atme aus, lass Dein Brustbein und die Rippen sinken. Beweg die Brüste nochmal: merkst Du, wie sie wieder einfach gleiten? Jetzt können sie sich dem Cello einfach anpassen.

Schau Dir dieses Vorher-Nachher-Bild an!

Vorher: Das Spannungsmuster

  • Das Becken drückt nach vorn („Hohlkreuz“)
  • Das Brustbein schiebt nach oben.
  • Dadurch schiebt sie das Cello von sich weg. Es hat jetzt nur noch eine kleine, wackelige Auflagefläche.

Nachher: Die Auflösung

  • Der ganze Torso kommt von den Hüftgelenken aus weiter vor.
  • Dadurch kann sich der untere Rücken lösen.
  • Dadurch kann sich die Brustwirbelsäule nach oben lösen.
  • Dadurch können Brustbein und Rippen sinken.
  • Dadurch werden die Brüste wieder flexibel und passen sich an.
  • Jetzt kann der Körper das Gewicht des Cellos in sich aufnehmen. Das Cello ruht.

Wie immer kann ein Blog-Artikel nur ein Anlass sein, sich mit einem Thema zu befassen. Aber noch nie war ich so neugierig auf Deine Resonanz! Was hast Du rausgefunden? War das für Dich hilfreich?

Schreib mir gern und trag Dich in meinen Newsletter ein! Etwa einmal im Monat informiere ich Dich dort über Workshops und neue Aktionen.

Der nächste Cello-Glück-Basic-Workshop findet übrigens am 25./26. August in Bremen statt. Und: Online-Coaching geht immer! Buch Deine Stunde einfach gleich per eMail!

Cellistische Grüße – Eure Stefanie

I can´t believe I blurred the nipple so that I may show it on Facebook… 🙂

****************************************************************************************************My Cello, my breasts and me

In every discipline there are these topics which continue to make us engage with them for the whole life. For cellists finding a stable, comfortable posture for playing can be one of those. And when Cellist Jérôme Pernoo says “Every day I re-learn the Cello” I would like to emphasize on “..including your sitting coordination…”.

If the Cello “just won´t fit” as you´re sitting down to play there are many screws one can adjust with. The first one is normally the screw for adjusting the endpin.

And starting with this we often experience the so-called “moving target phenomenon”, which means that whenever one problem is solved another one occurs. The C-string-peg is out of the way, but now the cello doesn´t rest at the legs anymore, the corner of the lower bout isn´t poking in your thighs anymore, but now the C-string peg get´s in the way… and so on and so forth…

Today I want bring one of these problem zones out of its shadowy existence into the spot light.

„My breast are getting in the way.“

In my coachings I experience the freeing impact of simply addressing this problem on female cellists. And also cello teachers are often helpless when it comes to this topic. And it speaks for every cello teacher to be insecure how to address it. Especially when teaching teenagers whose body is basically changing every day. So my hope is to provide some support and a first approach.

Corpulence is NOT the cause.

There are basically to causes for the problem. Your size or cup size does NOT belong to them. That´s really important to understand! But: it can increase with PMS and during pregnancy.

Cause #1: My own anatomy – the unknown territory

If you already had some experience with the Alexander technique you probably know that our concepts of how our bodies are designed determine the quality of our movement. This is equally valid for our genitals as e.g. for our joints.

That the medical profession – and there by the documentation of anatomy – was dominated by and oriented on the male body, doesn´t make things easier. So what I´m sharing with you with the following exercise was only 4 years ago a shattering realization for myself: I had a alarmingly wrong concept of my own, female anatomy.

So please take the following exercise seriously, take time and space for it and start your own expedition:

Your own Anatomy – a little bit of orientation brings a lot of gain!

When your breasts interfere with your cello playing anatomical clarity helps. Here´s a possible routine:

  1. Make yourself comfortable and take care that you will not be disturbed.
  2. Start by noticing your breath and the movements that go along with it, especially of the ribs. Notice how your breasts also move along with the breath.
  3. Palpate your ribs. Choose one you can easily touch and trace the bone. Can you notice the downward slope? Can you trace where it´s connected to the sternum?
  4. Be aware of the fact that your ribs originate at the spinal column and then go all around your chest.
  5. Put your left Hand on your ribs of the left side and the right hand on your sternum, fingers pointing towards the navel. Check out how far you can slide your hands between ribs and breast and how your breast can slide on the ribs. Switch sides.
  6. Consider the fact that the connection between ribs and sternum is made of elastic cartilage – not bone!
  7. Realize the many tiny muscles between your ribs. Imagine how they´re relaxing and how that narrows and widens the space between the ribs.
  8. Sit down on a chair and let your cello gently come towards you and let it land on your sternum. Allow your breasts to simply slide out of the way. Stay elastic in your chest. Can you notice how your breath moves your ribs, your breasts and your cello?
  9. Start with playing some open strings. Keep breathing! What do you notice?

Inextricably interwoven with our concepts about our design are habits and tension patterns that can be really subtle. So causes #1 and #2 like to show up in a “Tandem” relationship.

Cause #2: The typical „Fake Confidence“ tension pattern

Fake Confidence

Movement patterns always develop in a social context. This is why the changing of habits is really a special discipline. This is especially true for habits that were developed in a sexual connoted context.

That´s also the reason why addressing these habits on a physical layer may wake up related memories and emotions. So please: Take care for yourself and don´t be shy to ask for professional help if you think you need it. And teachers: Your sensitivity is important too!

  • Breasts attract attention in our society. During adolescence not only the own body image changes but also the way I am looked at. Is something wobbling during physical education at school? Can I tease my teacher or the cute guy with my deep neckline?
  • If I consider my breasts as too big (or maybe they developed earlier than for others) a pattern can develop in order to contract the breasts. We round our thoracic spine and the shoulders drop forward. This can result in an overall impression of shame and passivity.
  • On the contrary we perceive a lifting of the sternum, the pulling back of the shoulders and a lifting of the chin as an expression confidence and security (see picture above). But mostly we´re just compensating with this pattern for our insecurity especially when we´re exposed to an audience. That´s a fatal illusion. This pattern restricts the breath, narrows the voice, tightens your neck and weakens our back. And: the cello becomes wobbly.

The lifting of the sternum only provides FAKE confidence!

Try this – even if it´s a bit weird: Push up your sternum and make a hollow back. Now try to move your breast with your hands. Because of the tension you can barely move them. With cello they would now push the cello away from you. Now exhale, letting your sternum and ribs sink. Now move your breasts again. Can you notice how flexible they suddenly are? Now they can easily adjust to your cello.

Look at this before & after – picture:

Before: The pattern

  • The pelvis is pushing forward (hollow back)
  • The sternum is pushing up.
  • Thereby she´s pushing the cello away. The contact with the instrument at the chest becomes small and insecure.

After: The release

  • The whole torso is hinging a bit more forward from the hip joints.
  • Thereby the lower back can release down,
  • Thereby the thoracic spine can release up
  • Thereby sternum and ribs can soften
  • Thereby the breasts stay flexible and give way for the cello
  • Now the torso can take in the weight of the cello so that it can rest.

As always a blog post can only be an occasion to address a problem. But I´m ever so curious if you found it useful. What did you find helpful?

Please eMail me to s.buller@leicht-bewegen.de and subscribe to my newsletter. About once a month you´ll get updates.

The next Cello Bliss Workshop will be on 25th/26th August in Bremen, Germany. If you´re interested on 1:1 online sessions just send me an eMail for details.

Best wishes – Yours, Stefanie

Liegst du noch oder stehst du schon – beim Cello-Spielen? / Do you stand behind your cello – or are you still lying?

Bild

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Cello wird sitzend gespielt. Nicht stehend. Logisch, oder? Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Stehen und Sitzen?

*

***Denkpause***

*

Die Antwort ist erschreckend einfach: Die Beine werden gefaltet. Sonst nichts. Dadurch verlagert sich das Gewicht des Körpers von den Füßen auf den Po.

„Sitzen“ ist „wie Stehen – nur auf dem Po.“

Mit freundlicher Genehmigung meines Kollegen Tim Soar und des Grafikers Aron Cserveny

Machen wir den Realitäts-Check: Wie fühlt sich das Sitzen am Cello für dich an? Bei manchen Cellisten, besonders denen mit Knickstachel, hat man ja manchmal den Eindruck, sie liegen eher unter ihrem Instrument.

Deine tragende Basis – dein Fundament – im Sitzen ist das Becken.

Selbstversuch:

Stell dich aufrecht hin, ganz normal auf beide Beine. Denke: „Jetzt stehe ich auf den Füßen. Gleich stehe ich auf meinem Becken.“ Falte dann die drei Gelenke in den Beinen (Hüfte, Knie, Füße) und „stell dich auf deinen Po“. Kommt dabei ein anderes Sitzen als normalerweise raus?

Gegenprobe:

Stell dich wieder hin, und denke: „Ich setze mich ans Cello (so wie immer).“ Inwiefern ist das anders?

Es lohnt sich, diese beiden Varianten mehrfach auszuprobieren und sich dabei am besten zu filmen. Ich bin mir sicher, dass du interessante Ergebnisse gewinnst!

Die wichtigsten Gelenke zum Cello-Spielen:

Ich finde, die wichtigsten Gelenke zum Cello-Spielen sind die Hüftgelenke. Warum? Ohne Hüftgelenke kann man sich nicht setzen (s.o.). Außerdem wären wir ohne sie zum „stocksteif“ sein verdammt. Und wie das klänge, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Die Hüftgelenke sind die Schnittstelle zwischen den Beinen und dem Rest des Körpers. Sind sie frei beweglich, wird Bodenkontakt erst möglich, die Wirbelsäule entlastet und sogar die Atmung erleichtert. Dieser Zusammenhang würde jetzt aber den Rahmen sprengen.

Kurz: Hüftgelenke sind zentral, extrem wichtig, eine grandiose Erfindung der Evolution – und gnadenlos unterschätzt.

Deshalb bitte ich dich: Erkläre die Zeit bis zum nächsten Blogartikel (ca. 2 Wochen) zur Woche der Hüftgelenke.

Es wird dein Wohlfühlen beim Spielen revolutionieren und außerdem haben sie das verdient!

Unsere Vorstellung davon, WO sich diese Wunderwerke in unserem Körper befinden, ist oft sehr diffus. Deshalb benutzen wir leider oft Körperbereiche zum „falten“, die dafür gar nicht gemacht sind.

Hüftgelenks-Ortung:

Stell dich nochmal auf und setz dich wieder hin. Welches „Scharnier“ gebrauchst du dafür?

Sieht es bei dir ungefähr so aus?

Oft glauben wir, die Hüftgelenke wären oben am Beckenkamm.

Wenn wir uns mit dieser Idee setzen, kommt das dabei raus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steh bitte nochmal auf. Taste entlang der vorderen Beckenkante (Schambein) bis zur Leistengegend.

In diesem Bereich befinden sich deine Hüftgelenke, das „Scharnier zum Falten“. Nimm dir Zeit, diese neue Information zu realisieren.

 

 

Lockere jetzt dein Gesäß und setz dich wieder hin. War die Bewegung anders? Sitzt du jetzt anders?

 

 

 

Die meisten Menschen sitzen jetzt aufrechter und entspannter. Sie stehen wirklich auf ihrem Becken, das jetzt auch aufrechter ist. Der Körper ist mehr in Balance – und dadurch braucht die Aufrichtung weniger Muskelkraft.

 

Wenn du das jetzt ans Cello überträgst, wirst du mit Sicherheit deine Stachellänge anpassen müssen.

Dies ist eine Zwischenphase!

Spiel damit herum – am besten zunächst ohne Cello. Beobachte deine genialen Hüftgelenke beim Gehen, beim Sitzen im Zug oder beim Schuhe anziehen. Wo überall kann die neu entdeckte Beweglichkeit deiner Hüftgelenke praktisch sein? Probiere es am Cello aus – und wenn es da schwierig ist, quäle dich nicht! Hauptsache ist in dieser Lernphase die Freude an der runden, reibungsfreien Bewegung in der Körpermitte.

Wir brauchen sie dringend zum Cellospielen. Im nächsten Blog schaffen wir die Verbindung!

Bis dahin: Happy Hip-Joints!

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We play the cello sitting. Not standing. Obvious, isn´t it? But what´s the difference between sitting and standing?

*

***pregnant pause***

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The answer is alarmingly simple: We fold our legs. That´s it. By doing this the weight of our body is shifted from the feet to the butt.

„Sitting“ is „like standing – just on the butt.“

By courtesy of my collegue Tim Soar and graphic designer Aron Cserveny

Let´s make a reality check: How does sitting with the cello feel like for you? Some cellists – especiallly those with a bent endpin – seem to be lying under their cello.

Your supporting basis – your fundament – as you sit is your pelvis.

Experiment on yourself:

Stand up on both legs – just normal. Think: „I´m now standing on my feet. Soon I´ll be standing on my pelvis.“ Then fold the three joints of the legs (hips, knees, ankles) and „stand on your butt“. Does that result in a different way of „sitting“?

cross check:

Stand up again – thinking: „I´m sitting down to play the cello – as always.“ How is this different?

Playing and experimenting with this two versions is absolutely worth it. And if you video yourself doing it I´m sure you´ll gain precious insights!

The most important joints for cello playing:

The hip joints are crucial for cello playing. Why? Without them we couldn´t even sit down. Furthermore we would be condemned to immobility. And I don´t want to even image what that would sound like. The hip joints connect legs and torso. If they can move freely they enable us to have ground contact, they are a relief for our spine – and even the breathing frees up.

In short: hip joints are central, crucial and an astonishing design of the evolution – and so incredibly underestimated.

Therefore I urge you: Declare the following two weeks as „weeks for the freedom of hip joints“.

It will boost your wellbeing in cello playing and they simply deserve to be appreciated every single day!

Our phantasies about WHERE they are actually located are often quite clouded. That´s why we often accidentely mis-use other parts of our bodies for the folding movement that are not designed to do so.

Locating the hip joints:

Stand up and sit down again. What is the hinge you use for that movement?

Does it look similar like this?

We often believe that our hip joint are way up where we can feel a bony structure.

As we sit down with this idea that´s the result.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand up again. Palpate along the front bony edge of your pelvis (pubic bone) until you reach the groin.

In this area our hip joints are located – the hinge designed for folding. Take your time until you have realised this new information.

Now release your buttocks and sit down again. How is the movement different? Is your sitting different?

Most people are now sitting more upright with less tension. They are literally standing on their pelvis which is easily upright. They are more in balance which results in less muscular effort for being upright.

If you now transfer this to the cello you will definetely have to adjust the length of your endpin.

This is an intermediate phase!

Play with this ideas – preferrebly without the cello. Observe your gorgious hip joints throughout your day – as you walk, sit in the train or put on your shoes. Where can you apply this newly discovered freedom? You can already apply it to the cello – if it disturbes you – don´t worry! In this learning phase the most important part is having joy with the roundness and ease in this central area of your body in everyday life!

We need it for a great sound. The next blog will make this connection! Don´t miss it!

Until then: Happy Hip-Joints!

Alexander-Technik und Cello-Abenteuer! Alexander Technique and Cello Adventure!

Zehn Tage intensivste Studien liegen hinter mir! Ich habe mich – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Hände von Vivien Mackie begeben, einer Cellistin, die drei Jahre bei Pablo Casals studiert hat und gleichzeitig eine Alexander-Technik-Lehrerin mit 40 Jahren Berufserfahrung!

 

Ich hatte Cello-Stunden bei Ihr und natürlich Alexander-Unterricht. Aber auch Atmung, Gesang und meine Art die Hände im Unterricht einzusetzen waren Thema. Und immer wieder: Wie entwickle ich einen starken Rücken? Außerdem hatte ich die Gelegenheit drei Stunden unter Ihrer Supervision zu unterrichten. Mit großer Geduld und Ernsthaftigkeit, Humor und Leichtigkeit hat Sie meine Grenzen immer weiter ausgedehnt.

Sie hat ein Buch geschrieben:
„Just Play Naturally“
Account of Her Cello Study with Pablo Casals in the 1950’s and Her Discovery of the Resonance Between His Teaching and the Principles of the Alexander Technique
ISBN-10: 1425708692

Euer lokaler Buchhändler bestellt es gern für Euch!

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Ten days of very intensive studies ly behind me! I gave myself – truly – into the hands of Vivien Mackie, a cellist, who studied three years with  Pablo Casals and who is a  Alexander-Technique-Teacher with  40 years of experience!

I had cello lessons and Alexander lessons of course. Breath, songing and my way of using my hands while teaching where also topics. And repetitively: How can I develop a strong back? Furthermore I had the opportunity of teaching three lessons under her supervision. With great patience and seriousness, humor and ease she stretched my limits beyond my imagination.

This is her book:
„Just Play Naturally“
Account of Her Cello Study with Pablo Casals in the 1950’s and Her Discovery of the Resonance Between His Teaching and the Principles of the Alexander Technique
ISBN-10: 1425708692

You can order it at your local book store!

Gewohnheit – hausgemacht… Habit – homemade…

Über Weihnachten gab es eine längere Phase ohne Cello-Unterricht, weshalb ich recht viel auf eigene Faust – ohne Kontrolle – geübt habe. Meine privater „Anfänger-Kampf“ bezieht sich gerade auf meine linke Hand, die einen großen, blinden Fleck auf meiner „Körperlandkarte“ darstellt.

Nun fällt es mir erschütternd schwer, die Rundheit der Hand beim Greifen zu bewahren und die Finger so zu beugen, dass die ersten Fingerglieder verhältnismäßig steil auf Saite und Griffbrett stehen (was für den Klang wichtig ist). Außerdem widerspricht diese Haltung erstmal dem, was ich als „ideal“ für andere Instrumente (Klavier und Blockflöte) und die Alexander-Technik gelernt habe. Also: Was tut die ambitionierte „Jacqueline du Pré – in – spe“?  Genau. Videos ansehen – viele… sehr viele… Danach war ich der Überzeugung, dass es wichtig ist, dass die Finger parallel auf dem Griffbrett stehen. Das ist zwar völlig unergonomisch – aber: ich hab´s ja gesehen….

Meine Lehrerin bemerkte nun glücklicherweise mein krampfhaftes Mühen, und als ich berichtete, dass ich die Finger parallel stellen wolle, sagte sie: „Aber wer hat dir gesagt, dass du das tun sollst?“ Und mit einem Augenzwinkern: „Oder hast du das irgendwo gelesen?“

Die einzige Antwort ist: Ich. Niemand sonst.

Das ist bitter.

Ich kann niemanden verantwortlich machen. Und ich frage mich, wie viele meiner hinderlichen Gewohnheiten ich mir noch auf Basis völliger Freiwilligkeit antrainiert habe. Und ich habe den Verdacht, dass diese auch die hartnäckigsten ihrer Art sind…

Over Christmas there was a longer period without Cello lessons,so I practised quite a lot on my own account – without supervision. My private „beginners´battlefield“ is my left hand, which is huge blind spot in my body map.

It´s shattering how hard it is for me to maintain the roundness of the hand  while pressing the strings and to bend the finger in a way which makes the first finger bones „stand“ quite steeply on the fingerboard (which is important for the sound). Furthermore this position is against what I´ve learned to be „ideal“ for other instruments (like the piano and the recorder) and even the Alexander technique – in the first place. So what does an ambitioned „Jacqueline du Pré to be“? Exactly: What videos! … lots of videos… Eventually I was convicted that the fingers have to be standing parallel on the fingerboard. This is absolutely un-ergonomical – but: I saw it!

My teacher fortunately saw my convulsive struggling and when I reported that I want to make by that my fingers stand parallel she answered: „But who told you to do this?“ and with a twinkle in the eye: „Or did you read it somewhere?“

The answer is: Me. Nobody else.

This is bitter.

I cannot make anybody responsible for it. And I am ansking myself how many of my hindering habits I acquired in a state of total voluntariness. And I have the suspicion that those are the ones of the most insistant kind.