„Mein Cello, meine Brüste und ich“ – „My cello, my breasts and me“

Please scroll down for English version!

In jeder Spezialdisziplin gibt es Themen, die einen ein Leben lang beschäftigen. Für Cellisten kann das Finden einer stabilen, angenehmen Spielhaltung so ein „Dauerbrenner“ sein. Wenn der Cellist Jérôme Pernoo sagt „Jeden Tag lerne ich das Cello spielen neu“ möchte ich betonen: „…und dazu gehört auch die Spielhaltung.“

Wenn es mit dem Sitzen mit Cello einfach „nicht passen“ will, gibt es viele Schrauben, an denen man drehen kann. Und die erste, ist meistens die Schraube zum Verstellen Stachellänge.

Und dann entsteht oft das sogenannte „Moving target“ – Phänomen, d.h. immer wenn es an einer Stelle passt, klemmt es an einer anderen. Der C-Wirbel stört nicht mehr, dafür liegt es nicht mehr am Bein an, die Spitzen der Zargen bohren sich nicht mehr in die Waden, dafür stört der C-Saiten-Wirbel, usw…

Eine dieser „Problemzonen“, möchte ich heute aus ihrem Schattendasein hervorholen und beleuchten.

„Meine Brüste stören beim Cello spielen.“

In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, wie befreiend es für manche Cellistinnen ist, dieses Thema endlich zu aussprechen zu können. Und auch Cello-Pädagog*innen sind oft ratlos. Es spricht für jeden / jede Cellolehrer*in, sich darüber unsicher zu sein, wie man dieses Thema am besten anspricht. Erst recht bei jungen Menschen, deren Körper sich quasi täglich verändert. Ich hoffe, dieser Artikel bieten einen guten Ansatz und Unterstützung.

Körperfülle ist kein Grund

Es gibt zwei Ursachen für das Problem. Ganz wichtig ist mir: Kleider- oder Körbchengröße gehören nicht dazu. Aber: das Problem kann sich während PMS und Schwangerschaft verstärken.

Ursache 1: Die eigene Anatomie – ein unbekanntes Feld

Wenn Du schon Erfahrung mit der Alexander-Technik gemacht hast, weißt Du, dass die Vorstellung, die wir von unserer Anatomie haben, unsere Bewegungsqualität bestimmt. Das gilt für unsere Geschlechtsorgane genauso, wie unsere Hüftegelenke, Finger und Wirbelsäule.

Dass die Medizin – und damit auch die Darstellung von Anatomie – sich vorwiegend auf den männlichen Körper konzentriert hat, macht es nicht leichter. Was ich in der folgenden Übung mit euch teile, war für mich selber vor vier Jahren eine erschütternde Erkenntnis: Ich hatte ein erschütternd falsches Bild meiner eigenen, weiblichen Anatomie.

Nimm die folgende Übung bitte ernst, nimm dir Zeit und Muße und geh auf eine Entdeckungsreise:

Die eigene Anatomie – Orientierung lohnt sich!

Wenn Deine Brüste beim Cello-Spielen stören, solltest Du zunächst für anatomische Klarheit sorgen. Hier habe ich einen möglichen Ablauf für Dich aufgeschrieben:

  1. Mach es Dir bequem und sorge dafür, dass Du ungestört bist.
  2. Beginne damit, Deine Atmung wahrzunehmen und die Bewegungen, die durch die Atmung ausgelöst werden, vor allem die der Rippen. Nimm war, wie Deine Brüste sich mit der Atmung mit bewegen.
  3. Taste Deine Rippen. Such Dir eine aus, die Du gut spüren kannst und taste an ihr entlang. Kannst Du merken, wie stark das Gefälle ist? Findest Du die Stelle, wo sie sich mit dem Brustbein verbindet?
  4. Mach Dir bewusst, dass die Rippen von der Wirbelsäule aus bis vorne zum Brustbein um Deinen ganzen Oberkörper herum gehen.
  5. Leg Deine linke Hand auf die Rippen an Deiner linken Seite, die rechte legst Du auf das Brustbein, die Finger zeigen zum Bauchnabel. Probiere aus, wie weit Du Deine Hände zwischen Rippen und Brust schieben kannst und wie Deine Brust über die Rippen gleiten kann. Wechsle die Seite.
  6. Mach Dir bewusst, dass die Verbindung der Rippen zum Brustbein aus elastischem Knorpel besteht und nicht aus Knochen!
  7. Mach Dir bewusst, dass zwischen allen Rippen viele kleine Muskeln sind. Stell Dir vor, wie sie sich entspannen und der Raum zwischen den Rippen sich weiten und verengen kann.
  8. Setz Dich auf einen Stuhl. Lass Dein Cello langsam zu Dir kommen und sanft auf dem Brustbein landen. Erlaub Deinen Brüsten, einfach zur Seite auszuweichen. Bleib im Brustkorb elastisch. Spürst Du, wie der Atem die Rippen, Deine Brüste und Dein Cello bewegt?
  9. Beginne mit leeren Saiten. Atme weiter! Was fällt Dir auf?

Eng verwoben mit unserer Vorstellung vom eigenen Körperbau sind teils sehr subtile Gewohnheiten und Spannungsmuster. Ursache 1 und 2 treten also gern im Tandem auf!

Ursache 2: Die Vortäuschung von Selbstsicherheit

Vortäuschung von Selbstsicherheit

Bewegungsmuster entstehen immer in einem sozialen Kontext. Deswegen ist das Ändern von Gewohnheiten auch eine Spezial-Disziplin. Bei Gewohnheiten, die sich in einem sexuell konnotierten Kontext bilden, gilt das umso mehr.

Daher kann die Beschäftigung auf einer körperlichen Ebene immer auch Erinnerungen und Emotionen wachrufen. Deshalb meine Bitte: Geh achtsam mit Dir um, wenn Du Dich auf die folgenden Gedanken einlässt. Das gilt auch für alle Cello-Lehrer*innen, die dies lesen. Bitte geht sensibel mit dem Thema um! Und scheut Euch nicht, professionelle Hilfe aufzusuchen, wenn sich z.B. plötzlich starke Emotionen regen!

  • Brüste ziehen in unserer Gesellschaft die Blicke auf sich. In der Pubertät verändert sich das Körpergefühl, aber es ändert sich auch der Blick, der auf mich gerichtet wird. Schwabbelt etwas beim Schulsport? Kann ich mit dem tiefen Ausschnitt den Lehrer oder den süßen Typen nervös machen?
  • Wenn ich meine Brüste als zu groß empfinde (oder sie wuchsen früher als bei anderen?), kann ein Muster einsetzen, mit dem wir die Brüste „einziehen“ wollen. Die Brustwirbelsäule rundet sich und die Schultern fallen nach vorn. Das kann den Eindruck von Scham oder Passivität erzeugen.
  • Im Gegensatz dazu empfinden wir ein Hochrecken des Brustbeins, ein Zurückziehen der Schultern und Heben des Kinns als Ausdruck von Sicherheit und Selbstbewusstsein. Mit diesem Muster kompensieren wir unbewusst unsere Unsicherheit in exponierten Situationen. Das ist eine fatale Illusion. Denn diese Spannung schränkt die Atmung ein, macht die Stimme eng, den Nacken fest, den Rücken schwach. Und das Cello wacklig.

Dieses Hochrecken des Brustbeins gibt Dir nur Fake-Sicherheit!

Probier es aus – auch wenn´s komisch klingt: Recke das Brustbein hoch und mach ein Hohlkreuz. Versuch jetzt Deine Brüste mit den Händen zu bewegen! Durch die gespannte Haut, sind sie plötzlich kaum beweglich. Mit Cello würdest Du jetzt das Cello von Dir weg drücken. Jetzt atme aus, lass Dein Brustbein und die Rippen sinken. Beweg die Brüste nochmal: merkst Du, wie sie wieder einfach gleiten? Jetzt können sie sich dem Cello einfach anpassen.

Schau Dir dieses Vorher-Nachher-Bild an!

Vorher: Das Spannungsmuster

  • Das Becken drückt nach vorn („Hohlkreuz“)
  • Das Brustbein schiebt nach oben.
  • Dadurch schiebt sie das Cello von sich weg. Es hat jetzt nur noch eine kleine, wackelige Auflagefläche.

Nachher: Die Auflösung

  • Der ganze Torso kommt von den Hüftgelenken aus weiter vor.
  • Dadurch kann sich der untere Rücken lösen.
  • Dadurch kann sich die Brustwirbelsäule nach oben lösen.
  • Dadurch können Brustbein und Rippen sinken.
  • Dadurch werden die Brüste wieder flexibel und passen sich an.
  • Jetzt kann der Körper das Gewicht des Cellos in sich aufnehmen. Das Cello ruht.

Wie immer kann ein Blog-Artikel nur ein Anlass sein, sich mit einem Thema zu befassen. Aber noch nie war ich so neugierig auf Deine Resonanz! Was hast Du rausgefunden? War das für Dich hilfreich?

Schreib mir gern und trag Dich in meinen Newsletter ein! Etwa einmal im Monat informiere ich Dich dort über Workshops und neue Aktionen.

Der nächste Cello-Glück-Basic-Workshop findet übrigens am 25./26. August in Bremen statt. Und: Online-Coaching geht immer! Buch Deine Stunde einfach gleich per eMail!

Cellistische Grüße – Eure Stefanie

I can´t believe I blurred the nipple so that I may show it on Facebook… 🙂

****************************************************************************************************My Cello, my breasts and me

In every discipline there are these topics which continue to make us engage with them for the whole life. For cellists finding a stable, comfortable posture for playing can be one of those. And when Cellist Jérôme Pernoo says “Every day I re-learn the Cello” I would like to emphasize on “..including your sitting coordination…”.

If the Cello “just won´t fit” as you´re sitting down to play there are many screws one can adjust with. The first one is normally the screw for adjusting the endpin.

And starting with this we often experience the so-called “moving target phenomenon”, which means that whenever one problem is solved another one occurs. The C-string-peg is out of the way, but now the cello doesn´t rest at the legs anymore, the corner of the lower bout isn´t poking in your thighs anymore, but now the C-string peg get´s in the way… and so on and so forth…

Today I want bring one of these problem zones out of its shadowy existence into the spot light.

„My breast are getting in the way.“

In my coachings I experience the freeing impact of simply addressing this problem on female cellists. And also cello teachers are often helpless when it comes to this topic. And it speaks for every cello teacher to be insecure how to address it. Especially when teaching teenagers whose body is basically changing every day. So my hope is to provide some support and a first approach.

Corpulence is NOT the cause.

There are basically to causes for the problem. Your size or cup size does NOT belong to them. That´s really important to understand! But: it can increase with PMS and during pregnancy.

Cause #1: My own anatomy – the unknown territory

If you already had some experience with the Alexander technique you probably know that our concepts of how our bodies are designed determine the quality of our movement. This is equally valid for our genitals as e.g. for our joints.

That the medical profession – and there by the documentation of anatomy – was dominated by and oriented on the male body, doesn´t make things easier. So what I´m sharing with you with the following exercise was only 4 years ago a shattering realization for myself: I had a alarmingly wrong concept of my own, female anatomy.

So please take the following exercise seriously, take time and space for it and start your own expedition:

Your own Anatomy – a little bit of orientation brings a lot of gain!

When your breasts interfere with your cello playing anatomical clarity helps. Here´s a possible routine:

  1. Make yourself comfortable and take care that you will not be disturbed.
  2. Start by noticing your breath and the movements that go along with it, especially of the ribs. Notice how your breasts also move along with the breath.
  3. Palpate your ribs. Choose one you can easily touch and trace the bone. Can you notice the downward slope? Can you trace where it´s connected to the sternum?
  4. Be aware of the fact that your ribs originate at the spinal column and then go all around your chest.
  5. Put your left Hand on your ribs of the left side and the right hand on your sternum, fingers pointing towards the navel. Check out how far you can slide your hands between ribs and breast and how your breast can slide on the ribs. Switch sides.
  6. Consider the fact that the connection between ribs and sternum is made of elastic cartilage – not bone!
  7. Realize the many tiny muscles between your ribs. Imagine how they´re relaxing and how that narrows and widens the space between the ribs.
  8. Sit down on a chair and let your cello gently come towards you and let it land on your sternum. Allow your breasts to simply slide out of the way. Stay elastic in your chest. Can you notice how your breath moves your ribs, your breasts and your cello?
  9. Start with playing some open strings. Keep breathing! What do you notice?

Inextricably interwoven with our concepts about our design are habits and tension patterns that can be really subtle. So causes #1 and #2 like to show up in a “Tandem” relationship.

Cause #2: The typical „Fake Confidence“ tension pattern

Fake Confidence

Movement patterns always develop in a social context. This is why the changing of habits is really a special discipline. This is especially true for habits that were developed in a sexual connoted context.

That´s also the reason why addressing these habits on a physical layer may wake up related memories and emotions. So please: Take care for yourself and don´t be shy to ask for professional help if you think you need it. And teachers: Your sensitivity is important too!

  • Breasts attract attention in our society. During adolescence not only the own body image changes but also the way I am looked at. Is something wobbling during physical education at school? Can I tease my teacher or the cute guy with my deep neckline?
  • If I consider my breasts as too big (or maybe they developed earlier than for others) a pattern can develop in order to contract the breasts. We round our thoracic spine and the shoulders drop forward. This can result in an overall impression of shame and passivity.
  • On the contrary we perceive a lifting of the sternum, the pulling back of the shoulders and a lifting of the chin as an expression confidence and security (see picture above). But mostly we´re just compensating with this pattern for our insecurity especially when we´re exposed to an audience. That´s a fatal illusion. This pattern restricts the breath, narrows the voice, tightens your neck and weakens our back. And: the cello becomes wobbly.

The lifting of the sternum only provides FAKE confidence!

Try this – even if it´s a bit weird: Push up your sternum and make a hollow back. Now try to move your breast with your hands. Because of the tension you can barely move them. With cello they would now push the cello away from you. Now exhale, letting your sternum and ribs sink. Now move your breasts again. Can you notice how flexible they suddenly are? Now they can easily adjust to your cello.

Look at this before & after – picture:

Before: The pattern

  • The pelvis is pushing forward (hollow back)
  • The sternum is pushing up.
  • Thereby she´s pushing the cello away. The contact with the instrument at the chest becomes small and insecure.

After: The release

  • The whole torso is hinging a bit more forward from the hip joints.
  • Thereby the lower back can release down,
  • Thereby the thoracic spine can release up
  • Thereby sternum and ribs can soften
  • Thereby the breasts stay flexible and give way for the cello
  • Now the torso can take in the weight of the cello so that it can rest.

As always a blog post can only be an occasion to address a problem. But I´m ever so curious if you found it useful. What did you find helpful?

Please eMail me to s.buller@leicht-bewegen.de and subscribe to my newsletter. About once a month you´ll get updates.

The next Cello Bliss Workshop will be on 25th/26th August in Bremen, Germany. If you´re interested on 1:1 online sessions just send me an eMail for details.

Best wishes – Yours, Stefanie

Gewohnheiten des Gesichts – Mimik / Habits of the face – facial expression

Eine meiner Kundinnen erforscht gerade die Spannungen, die wir gewohnheitsmäßig im Gesicht tragen. Es handelt sich dabei um Gewohnheiten, die besonders eng mit einem Gefühl von Identität verknüpft sind. Wie meistens in einer Alexander-Stunde hat sie – mit Hilfe sanfter Berührungen – ein paar dieser Gewohnheits-Muskelspannungen losgelassen und dadurch eine neue Erfahrung mit sich und einem entspannteren Gesicht gemacht.

Ihr Kommentar direkt nach der Einheit:

„Ich wusste gar nicht, das im Gesicht soviel Potential ist.“

Heute – eine Woche später – habe ich sie gefragt, wie es ihr im Laufe der Woche mit dieser Erfahrung ergangen ist. Sie antwortete:

„Ich habe mich immer wieder daran erinnert, dass mein Körper ja auch im Gesicht ist.“

Vielleicht möchtest Du – während Du das hier liest – ausprobieren, was diese Idee für Dich bewirkt.

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One of my clients is at momentexploring the tensions we carry in our faces habitually. These are habits which are very closly connected to our feeling of identity. As in most of Alexander lessons she released some of her habitual muscle tensions – with the assistance of my gentle touch and by this made a new experience of herself and a more stress-less face.

Immediately after the session she commented:

„I didn´t know how much potential is in the face.“

Today – one week later – I asked her, how she dealt with this experience over the week. She answered:

„I reminded myself again and again, that my body is also in the face.“

 

Maybe – as you read it – you want to try what this idea does for you.

Die Angst vor dem falschen Ton – The Fear of the Wrong Note

Cello_kleinIch habe eine Weile nicht geschrieben. Weder über´s Laufen noch über´s Cellospielen. Hätte ich´s getan, hättet Ihr in etwa  gelesen: „Ich schaff´s nicht. Ich komme nicht voran. Es wird immer schlimmer. Ich hab keine Zeit. Das ist ja peinlich, wie langsam ich bin. Wie konntest Du nur glauben, mit Mitte Dreißig könntest Du das noch lernen? Und überhaupt: Werd´endlich vernünftig – es gibt genug Wichtigeres: Arbeiten, Kochen, Aufräumen,…“ Kommt das irgendwem bekannt vor?

Anfänger-Cellospiel kann eine quälende Sache sein – besonders akustisch. Die Beschwerden der Nachbarn haben zwar abgenommen (möglichweise zeigen die Maßnahmen „Yogamatte unter Stuhl und Cello legen“ und „Heizung mit Meditationskissen beschweren“ Wirkung), trotzdem wird die Hemmung erheblich größer, sobald ich weiß, dass die Nachbarin unter mir zu Hause ist. Ich kann nicht unhörbar Cellospielen lernen. Und vor allem: Was hörbar wird, ist meine Schwäche, meine Unfähigkeit, mein „Schief-sein“…

Seit Wochen beschäftige ich mich mit meinem Aufstrich. Mein Abstrich (Handbewegung nach außen) klingt ganz leidlich, der Aufstrich (Bewegung nach innen) klingt nach Asthma.  Ungefähr so: Brumm – Quietsch – Summ – krächts – Brumm – quietsch….. Meine Lehrerin sagt: „Ellenbogen fallen lassen“ – mach ich doch… . Auch alle Alexander-Mantras brachten nichts. Der Frust wuchs. Nicht nur, weil es nach vier Monaten immer noch so grausig quietscht, sondern weil ich als AT-Lehrerin doch eigentlich die Mittel gelernt haben sollte, solche Gewohnheiten aufzudecken.

Heute habe ich das Suchen aufgegeben. Ohne Hoffnung auf Besserung, dachte ich, übe ich halt „Brumm – Quietsch“, bis es mir zu blöd wird. Nach dem fünften „Brumm – Quietsch“ habe ich gemerkt, wie ich direkt vor dem Aufstrich – minimal – den Kopf einziehe. Ein klassischer Schreckreflex – oder besser: ein Schreck-PRE-flex – denn die Reaktion ist schon da, bevor ich überhaupt den Ton gespielt habe.

***Denkpause***

„Was wäre, wenn ich keine Angst hätte, dass der nächste Ton schief wird?“ oder (in Bezug auf meinen ersten Artikel): „Wie wäre ich – ohne die Angst vorm schiefen Ton?“

Muss ich noch weiterschreiben? Dass der Klang auf einmal Platz hatte? Dass der Ellenbogen kein Thema mehr war? Dass die linke Hand auf einmal die richtigen Töne gedrückt hat? (Natürlich auf Anfänger-Niveau…) Brumm – Summ – Brumm – Summ … beglückend…

Wie wäre mein Leben ohne die Angst vorm schiefen Ton?

P.S. Dank an Robyn Avalon, die Meisterin der „Was wäre, wenn…? – Fragen.

I didn´t write for a while. Not about running and not about playing the cello. If I had you would have read something like: „I just don´t make it. I don´t improve. It is even getting worse. I don´t have the time. It is pathetic how slow I am. How could I think I could learn something like this aged 36? Be reasonable, Stefanie – there are so many more important things to do: work, cooking, cleaning…“ Does this sound familiar?

Beginners Cello-play can be an agonizing thing to do – especially acoustically. The complaints of the neighbours have decreased (possibly because my means „yoga mat underneath chair and cello“ and „meditation cushions to weigh down the radiator“ bring some result) – but still the feeling of restrain increases as soon as I know that the neighbour in the flat below me is at home. I cannot learn to play the Cello inaudibly. And: What becomes audible is my failing, my incapability, my „being out of tune“…

For weeks now I am dealing with my upbow. My downbow is quite o.k., the upbow sounds like asthma. Like this: hummm – squeak – hummm – squeak .. My teacher says: „Let your elbow drop“ – But I do this! All my Alexander mantras had no effect. The frustration grew. Not just because of the horrible squeaking after four month of practise, but because as an AT teacher I should have learnd the means whereby I could detect such habits.

Today I quit searching. As there is no hope for improvement I will practise „Hummm – squeak“ again until I am sick of it I thought. After the fifth „Humm – squeak“ I noticed that I pull my head down a little bit before the upbow. A classical startle reflex – or more precisely: a startle PRE-flex – as the reaction appears before I even played the note.

***pause for reflection***

„What if I had no fear of the next note being wrong? OR – relating to this article„How would I be – without the fear of the wrong note?“

Do I have to proceed? That immediately there was room for the sound? That there was nothing to worry about my ellbow? That even the left hand suddenly found the right notes? (still on beginners level…) Hummm – Buzzz – Hummm – Buzzz … blissful…

What would my life be like without the fear of the wrong note?

P.S. Thanks to Robyn Avalon, the mistress of  „What if…? – questions.

 

 

 

 

Alexander-Technik am Arbeitsplatz – laut „Zeit“ geeignet

Dear English speaking reader: this is about articles about the Alexander Technique in an important German newspaper. Sorry – but no translation available!

Wenn man bei www.zeit.de den Suchbegriff „Alexander-Technik“ eingibt, bekommt man immerhin 15 Ergebnisse. Das ist wirklich viel! Nun ja – warum sich die Gegner des Humboldt-Forums in Berlin „Protestkollektiv Alexandertechnik“ nennen, ist mir schleierhaft. Aber die nächsten zehn Artikel sind wahrlich lesenswert und „Zeit“-typisch detailliert, umfangreich und informativ.

Da geht es um „Wenn jeder Ton zur Qual wird“ (Musikergesundheit), und dass der Nordwestdeutsche Rundfunk Alexander-Technik für die Orchestermitglieder anbietet. In „Unmöglich, so zu leben“ wird die Geschichte eines „Schleudertrauma – Geschädigten“ erzählt. Leider verwirft er die Möglichkeit, Alexander-Technik zu lernen – aus Verwirrung über die vielen alternativen Methoden. Schade…

Aber am besten gefällt mir der hier:
„Bewegungskurse: Wohlfühlen am Arbeitsplatz“
Denn da steht, dass in immer mehr Unternehmen  „in Bewegungs- und Verhaltenskursen ein ausgewogenes Körpergefühl am Arbeitsplatz und im Leben gelehrt“ wird. Weil es so schön ist, nochmal: „ein ausgewogenes Körpergefühl am Arbeitsplatz und im Leben“. Und die Alexander-Technik führt die geeigneten Methoden an!

In Bremen macht es eine Behörde vor: Im Finanzressort biete ich seit über einem Jahr die Alexander-Technik im Rahmen des Gesundheitsprogramms an.

Nachtrag: In der Schweiz ist die Firma Victorinox AG 2001 auf´s Alexandern gekommen und hat damit sogar 2008 den Wettbewerb „Bewegung ist möglich“ der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gewonnen.

Gewohnheit – hausgemacht… Habit – homemade…

Über Weihnachten gab es eine längere Phase ohne Cello-Unterricht, weshalb ich recht viel auf eigene Faust – ohne Kontrolle – geübt habe. Meine privater „Anfänger-Kampf“ bezieht sich gerade auf meine linke Hand, die einen großen, blinden Fleck auf meiner „Körperlandkarte“ darstellt.

Nun fällt es mir erschütternd schwer, die Rundheit der Hand beim Greifen zu bewahren und die Finger so zu beugen, dass die ersten Fingerglieder verhältnismäßig steil auf Saite und Griffbrett stehen (was für den Klang wichtig ist). Außerdem widerspricht diese Haltung erstmal dem, was ich als „ideal“ für andere Instrumente (Klavier und Blockflöte) und die Alexander-Technik gelernt habe. Also: Was tut die ambitionierte „Jacqueline du Pré – in – spe“?  Genau. Videos ansehen – viele… sehr viele… Danach war ich der Überzeugung, dass es wichtig ist, dass die Finger parallel auf dem Griffbrett stehen. Das ist zwar völlig unergonomisch – aber: ich hab´s ja gesehen….

Meine Lehrerin bemerkte nun glücklicherweise mein krampfhaftes Mühen, und als ich berichtete, dass ich die Finger parallel stellen wolle, sagte sie: „Aber wer hat dir gesagt, dass du das tun sollst?“ Und mit einem Augenzwinkern: „Oder hast du das irgendwo gelesen?“

Die einzige Antwort ist: Ich. Niemand sonst.

Das ist bitter.

Ich kann niemanden verantwortlich machen. Und ich frage mich, wie viele meiner hinderlichen Gewohnheiten ich mir noch auf Basis völliger Freiwilligkeit antrainiert habe. Und ich habe den Verdacht, dass diese auch die hartnäckigsten ihrer Art sind…

Over Christmas there was a longer period without Cello lessons,so I practised quite a lot on my own account – without supervision. My private „beginners´battlefield“ is my left hand, which is huge blind spot in my body map.

It´s shattering how hard it is for me to maintain the roundness of the hand  while pressing the strings and to bend the finger in a way which makes the first finger bones „stand“ quite steeply on the fingerboard (which is important for the sound). Furthermore this position is against what I´ve learned to be „ideal“ for other instruments (like the piano and the recorder) and even the Alexander technique – in the first place. So what does an ambitioned „Jacqueline du Pré to be“? Exactly: What videos! … lots of videos… Eventually I was convicted that the fingers have to be standing parallel on the fingerboard. This is absolutely un-ergonomical – but: I saw it!

My teacher fortunately saw my convulsive struggling and when I reported that I want to make by that my fingers stand parallel she answered: „But who told you to do this?“ and with a twinkle in the eye: „Or did you read it somewhere?“

The answer is: Me. Nobody else.

This is bitter.

I cannot make anybody responsible for it. And I am ansking myself how many of my hindering habits I acquired in a state of total voluntariness. And I have the suspicion that those are the ones of the most insistant kind.

„Man muss sich auf die Welt und die Dinge einlassen“ – Maurice Merleau-Ponty

„Die Wahrheit bewohnt nicht bloß den inneren Menschen. Denn es gibt keinen inneren Menschen. Der Mensch kennt sich allein in der Welt.“
Maurice Merleau-Ponty

Wenn ich das richtig verstanden habe – mit meinen basalen philosophischen Kenntnissen – kann man Maurice Merleau-Ponty („Die Phänomenologie der Wahrnehmung“) als den intellektuellen Vater der Körpertherapien bezeichen.

Als großer Deutschlandfunk „Essay und Diskurs“ – Fan kommt hier der Link zum Skript einer Sendung, die der DLF vor einiger Zeit ausstrahlte. Für jeden, der Körpermethoden auch philosophie-geschichtlich einordnen möchte, ein MUSS!

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1081844/

Alexander-Technik kennenlernen – 10. März 2012 in Paderborn

„Leichtigkeit lernen – bewusster Leben!“

Unter diesem Motto können Sie in Paderborn die Alexander-Technik kennenlernen. Viel Spaß mit Anne Pommier und Ulrich Louis!

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„Jede Bewegung kann leicht sein!“ – Stimmt das?

Gruppenkurs „Leicht Bewegen!“ – ab 26.02.2012 18:00 Uhr im Gemeindesaal Weyhe-Leeste!

Wir gehen forschend und spielerisch dieser Frage nach: Wie kann Bewegung leicht werden? Was behindert die Leichtigkeit? Und wie können wir diesen Hindernissen begegnen?

Dabei hilft uns die Alexander-Technik. Das ist eine Methode, die sich seit über 100 Jahren für Musiker, Schauspieler und Tänzer bewährt hat. Auch die Wissenschaft bestätigt mittlerweile diesen „Geheimtipp“ gegen Rückenschmerzen und Verspannungen.

Erfahren Sie mit dem „eigenen Leib“ Alltagsbewegungen neu! Sie brauchen dazu nur bequeme Alltagkleidung und etwas Neugier!

Die Kursleiterin Stefanie Buller hat die vierjährige Ausbildung zur Alexander-Technik-Lehrerin absolviert. Es ist ihr Anliegen, den Teilnehmern / Teilnehmerinnen das Neu-Entdecken der eigenen Bewegungsfreude zu ermöglichen.

Termine: jeweils Sonntags, 18:00 – 19:30 Uhr: am 26.02. / 04.03. / 11.03. / 18.03. und 25.03.
Kursgebühr: 65,00 Euro
Ort: Gemeindesaal Weyhe-Leeste, Schulstr. 1, 28844 Weyhe

Aufmerksamkeitstest – Awareness Test

Gerade erreichte mich dieser kleine „Aufmerksamkeitstest“. – Viel Spaß!

I just received this little „awreness test. – Have fun!

http://www.youtube.com/watch?v=Ahg6qcgoay4&feature=share

Kleiner Film für Computernutzer

Dieses Filmchen wollte ich schonmal Posten – und dann habe ich es in den Tiefen des Webs verloren. Hier ist er wieder:

I wanted to post this little video a while ago – but than I lost it in the depth of the web. Here it reappears:

http://www.facebook.com/photo.php?v=209871379047740

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=jbV5dGvJWyo&w=320&h=180]
Viel Spaß!