Deine Füße sind flexibel – gönn´ ihnen Bewegung! – Your feet are flexible – allow them to move!

Meine geschätzten Kundinnen und Kunden wissen: In meinem Unterricht hat das Thema „Füße“ an Bedeutung zu genommen. Man könnte sagen, die Füße sind zum „Boden“ meiner Arbeit geworden.

Heute lese ich im Weser-Kurier: „Menschlicher Fuß flexibler als gedacht“. Die Wissenschaft (die „Royal Society“) hat festgestellt: Unsere Füße haben sich mehr Flexibilität aus ihrer Tradition als „Affenfüße“ bewahrt als gedacht. Es wurden 25.000 Fußabdrücke ausgewertet, und siehe da: immer wieder berührte auch der Mittelfuß den Boden – und dass bei ganz normalen, gesunden Menschen! Doll, denk´ich mir – und jetzt? Darüber ist auch in der Veröffentlichung auf der Seite der Royal Society nicht viel zu finden.

Aus diesem Anlass beginne ich damit, meine bisherigen Erfahrungen zusammenzufassen (und wahrscheinlich werde ich mehrere Artikel dafür brauchen). Ich beginne mit den hartnäckigsten, fuß-beengensten Glaubenssätzen:

  1. „Das Gewölbe muss gestützt werden.“
    Das Wunder der Fußgewölbes besteht – siehe oben – aus seiner Elastizität und Flexibilität, d.h. unsere Füße haben dadurch eine eingebaute Federung. Permanentes Hochziehen der Fußgewölbe, Fußbett und Einlagen können diese Funktion eliminieren. Natürlich kann es konkrete, medizinische Gründe für Einlagen geben (z.B. zur Entlastung bei Fersensporn oder wenn das Fußgewölbe gar nicht mehr funktioniert). Wenn aber teilweise seid dem Kindesalter Fußbett und Einlagen getragen werden, „weiß“ der Fuß gar nicht mehr, wie ein elastisches Gewölbe funktioniert – und es fehlen schlicht die nötigen Muskeln. Ich erlebe immer wieder Menschen, die schon gar nicht mehr wissen, WARUM Sie Einlagen tragen (außer: „Das mach ich schon immer!“).

    Mein Vorschläge zum sanften, freundlichen Wiederentdecken der Füße :

    • ab und zu ohne Einlagen gehen, am liebsten barfuß oder mit dünnen, flexiblen Schuhsohlen. Wie geht es Ihnen damit? Können Sie bemerken, wie das Gewölbe sich abflacht beim Autreten und hochfedert, wenn das Gewicht sich löst?
    • Heben Sie im Sitzen einen Oberschenkel mit den Händen an, so dass der Fuß baumelt und lassen den Fuß dann langsam zum Boden nieder. Beobachten und genießen Sie, wie der Fuß sich dem Boden anschmiegt.
    • Spielen Sie mit den Zehen, „raupen“ Sie mit den Füßen vor und zurück, heben Sie Dinge mit den Zehen auf, greifen Sie weiche Bälle – Füße mögen das! (siehe oben)
    • Aber vor allem: Freuen Sie sich an Ihren Füßen und seien Sie in einem netten Kontakt miteinander…

Vielleicht klettern Sie schon bald auf Bäume!

*********************************************************************************************

My valued customers know it: The importance of the subject „feet“ has increased in my lessons. One could say that feet became the basement of my teaching.
Today I read in the local nwespaper: „Human foot more flexible than expcted“. Sience (the „Royal Society“) detected: Our feet preserved more flexibility from their tradition as „ape feet“ than expected. 25.000 footprints were evaluated, there you are: some of them touched the ground with the mid-foot region – of normal, healthy people! Great, I think – and now? The announcement on the Royal Society´s webpage doesn´t offer much.

Therefore I start summarizing my experiences here (and will most likely need more than one article for this). I will start with the most persistent, foot-restricting belief sets:

  1. The arch has to be supported.“
    The miracle of the arch of the feet – as mentioned above – exists because of ist elasticity, which means that our feet have a in-built springiness. Continuous contracting of the arch,  footbeds andinsoles can eliminate this function. Of course – there can be  concrete medical necessities for wearing insoles (e.g. for strain relief with heel spur or when the arch has „quit“ to function). But when sometimes food bed an arch support is worn since childhood, the „forgets“ how an elastic arch works – or simply lacks the musculature.

    Again and again I meet people who can´t even tell, WHY they are wearing them, besides „I have worn them forever“.

So here come my tips for a gentle, friendly rediscovery of your feet :

    • every now and then walk without arch supports, preferebly barefoot or with thin, flexible soles. What´s that like? Can you notice aflattening of the arch as you ut weight on it and a rebounce when the weight releases?
    • Sitting on a chair: Lift your thigh with your hands, so that the lower leg and foot hangs from the knee. Then lower the foot slowly the leg so that the foot releases and rests on the ground. Notice and enjoy how the foot huddles against the ground.
    • Play with your toes, move your feet like inchworms forward and back, lift things with your feet (e.g. socks), grab soft balls – feet appriciate this! (see above)
    • And most important: Enjoy your feet und be in nice, sensitive communication with them…

Maybe you will soon be climbing trees again!

 

Über Schmerz – About Pain

Über den Blog der Londoner Alexander-Technik-Lehrerin Sarah Chatwin erhielt ich diesen interessanten Artikel, den ich hier verlinke und übersetze. Die englische Version findet Ihr über diesen Link. Die deutsche folgt hier.

Via Sarah Chatwin – Alexander technique teacher in London – I received this article which I post here in translation. The english version is here. The german one followes on this page.

Die Urheberin: / The source:
Sarah Chatwin is an Alexander Technique teacher based in central London.  She helps people move with less pain and more poise. To subscribe to her free email newsletter and get access to practical advice and simple ideas to try, visit www.sarahchatwin.com

Sarah Chatwin ist Alexander-Technik-Lehrerin im Zentrum von London. Sie hilft Menschen, sich mit weniger Schmerzen und mehr Geschmeidigkeit / Haltung zu bewegen. Um ihren kostenfreien Newsletter zu abonnieren und Zugang zu praktischen Tipps und einfachen Ideen zum testen zu erhalten, besuchen Sie: www.sarahchatwin.com.

in English: The Surprising Truth About Pain

auf Deutsch:

Die überraschende Wahrheit über Schmerz

Ich habe mir in den Finger geschnitten. Mein Nervensystem sendet Schmerzsignale durch die Nervenbahnen an mein Gehirn um ihm zu sagen, dass ich mich verletzt habe. Und das Schmerzzentrum meines Gehirns registriert, dass Schmerz vorhanden ist.

Richtig?

Falsch.

Schmerz ist anders als wir denken. Die Wahrheit über Schmerz zu verstehen kann uns helfen, mit ihm umzugehen. Hier sind drei Punkte, die du wissen solltest:

  1. Es gibt keine Schmerzsignale. Es gibt nur Gefahrensignale. Dein Körper sendet Nachrichten an dein Gehirn um eine Gefahr zu melden. Dein Körper sagt deinem Gehirn nicht, dass etwas schmerzhaftes geschieht. Er sagt deinem Gehirn, dass etwas potentiell Gefährliches geschieht. Es ist dein Gehirn, das entscheidet, als Antwort auf diese Gefahrenmeldungen Schmerz zu produzieren. Schmerz befindet sich „im“ Gehirn – besser: er wird vom Gehirn erzeugt. Das heißt nicht, dass der Schmerz eingebildet / erfunden ist. Er ist immer noch sehr real, aber ist ein Produkt des Gehirns, keine Eingabe (Output – nicht Input).
  2. Deine Schmerzerfahrung entsteht, weil dein Gehirn entscheidet, dass du in Gefahr bist und es dich schützen muss. Der Schmerz an sich ist also nicht die Bedrohung – obwohl er sehr unerfreulich ist. Er ist vielmehr die schützende Reaktion auf eine Bedrohung. Dein Gehirn „schützt dich durch Schmerz“, in dem es eine Warnung sendet, damit du etwas veränderst um dich in Sicherheit zu bringen. Offen gesagt wäre es natürlich nett, wenn unsere Systeme uns ein kuscheliges, warmes Gefühl schickten und uns sanft ins Ohr flüsterten: „Vorsicht!“ – aber nein. Wir werden durch Schmerz geschützt, weil wir auf Schmerz reagieren. Schmerz im Gehirn ruft uns zu: „Hör sofort auf, weiter mit diesem Messer in den Finger zu schneiden!“ „Nimm die Hand von der Herdplatte!“
  3. Wenn dein Gehirn entscheidet, dass eine noch stärke Bedrohung für dich existiert, hält es möglicherweise die „Schutz durch Schmerz“-Meldung zurück, bis es sicher genug ist, sie zu senden. Ich hörte kürzlich die Geschichte zweier englischer Soldaten unter Beschuss während des Falkland Konflikts. Um in Sicherheit zu kommen, mussten sie über freies Feld laufen. Einem wurde während sie rannten das Bein durchschossen, aber rannte weiter. In Sicherheit sagte sein Partner: „Bist du o.k.?“ „Ja.“ antwortete der verwundete Soldat. „Dein Bein.“ bedeutete der Partner. Der Verwundete sah an sich herab, sah die Wunde und wurde sofort ohnmächtig.  Während er gerannt war, hatte sein Gehirn zwei Bedrohungen gegeneinander abgewogen. Erstens: Ich wurde ins Bein geschossen. Zweitens: Wahrscheinlich werde ich wieder getroffen, wenn ich auf offenem Feld anhalte. Sein Gehirn entschied, den überwältigenden Schmerz zurückzuhalten, bis das Senden sicher war.

Was meinst du dazu? Ganz schön herausfordernd, nicht wahr? Nimm dir Zeit es zu durchdenken. Vielleicht magst du dir auch dieses Video mal ansehen.

Weitere Folgen findet ihr auf dem Blog von Sarah Chatwin.