Über Schmerz – About Pain

Über den Blog der Londoner Alexander-Technik-Lehrerin Sarah Chatwin erhielt ich diesen interessanten Artikel, den ich hier verlinke und übersetze. Die englische Version findet Ihr über diesen Link. Die deutsche folgt hier.

Via Sarah Chatwin – Alexander technique teacher in London – I received this article which I post here in translation. The english version is here. The german one followes on this page.

Die Urheberin: / The source:
Sarah Chatwin is an Alexander Technique teacher based in central London.  She helps people move with less pain and more poise. To subscribe to her free email newsletter and get access to practical advice and simple ideas to try, visit www.sarahchatwin.com

Sarah Chatwin ist Alexander-Technik-Lehrerin im Zentrum von London. Sie hilft Menschen, sich mit weniger Schmerzen und mehr Geschmeidigkeit / Haltung zu bewegen. Um ihren kostenfreien Newsletter zu abonnieren und Zugang zu praktischen Tipps und einfachen Ideen zum testen zu erhalten, besuchen Sie: www.sarahchatwin.com.

in English: The Surprising Truth About Pain

auf Deutsch:

Die überraschende Wahrheit über Schmerz

Ich habe mir in den Finger geschnitten. Mein Nervensystem sendet Schmerzsignale durch die Nervenbahnen an mein Gehirn um ihm zu sagen, dass ich mich verletzt habe. Und das Schmerzzentrum meines Gehirns registriert, dass Schmerz vorhanden ist.

Richtig?

Falsch.

Schmerz ist anders als wir denken. Die Wahrheit über Schmerz zu verstehen kann uns helfen, mit ihm umzugehen. Hier sind drei Punkte, die du wissen solltest:

  1. Es gibt keine Schmerzsignale. Es gibt nur Gefahrensignale. Dein Körper sendet Nachrichten an dein Gehirn um eine Gefahr zu melden. Dein Körper sagt deinem Gehirn nicht, dass etwas schmerzhaftes geschieht. Er sagt deinem Gehirn, dass etwas potentiell Gefährliches geschieht. Es ist dein Gehirn, das entscheidet, als Antwort auf diese Gefahrenmeldungen Schmerz zu produzieren. Schmerz befindet sich „im“ Gehirn – besser: er wird vom Gehirn erzeugt. Das heißt nicht, dass der Schmerz eingebildet / erfunden ist. Er ist immer noch sehr real, aber ist ein Produkt des Gehirns, keine Eingabe (Output – nicht Input).
  2. Deine Schmerzerfahrung entsteht, weil dein Gehirn entscheidet, dass du in Gefahr bist und es dich schützen muss. Der Schmerz an sich ist also nicht die Bedrohung – obwohl er sehr unerfreulich ist. Er ist vielmehr die schützende Reaktion auf eine Bedrohung. Dein Gehirn „schützt dich durch Schmerz“, in dem es eine Warnung sendet, damit du etwas veränderst um dich in Sicherheit zu bringen. Offen gesagt wäre es natürlich nett, wenn unsere Systeme uns ein kuscheliges, warmes Gefühl schickten und uns sanft ins Ohr flüsterten: „Vorsicht!“ – aber nein. Wir werden durch Schmerz geschützt, weil wir auf Schmerz reagieren. Schmerz im Gehirn ruft uns zu: „Hör sofort auf, weiter mit diesem Messer in den Finger zu schneiden!“ „Nimm die Hand von der Herdplatte!“
  3. Wenn dein Gehirn entscheidet, dass eine noch stärke Bedrohung für dich existiert, hält es möglicherweise die „Schutz durch Schmerz“-Meldung zurück, bis es sicher genug ist, sie zu senden. Ich hörte kürzlich die Geschichte zweier englischer Soldaten unter Beschuss während des Falkland Konflikts. Um in Sicherheit zu kommen, mussten sie über freies Feld laufen. Einem wurde während sie rannten das Bein durchschossen, aber rannte weiter. In Sicherheit sagte sein Partner: „Bist du o.k.?“ „Ja.“ antwortete der verwundete Soldat. „Dein Bein.“ bedeutete der Partner. Der Verwundete sah an sich herab, sah die Wunde und wurde sofort ohnmächtig.  Während er gerannt war, hatte sein Gehirn zwei Bedrohungen gegeneinander abgewogen. Erstens: Ich wurde ins Bein geschossen. Zweitens: Wahrscheinlich werde ich wieder getroffen, wenn ich auf offenem Feld anhalte. Sein Gehirn entschied, den überwältigenden Schmerz zurückzuhalten, bis das Senden sicher war.

Was meinst du dazu? Ganz schön herausfordernd, nicht wahr? Nimm dir Zeit es zu durchdenken. Vielleicht magst du dir auch dieses Video mal ansehen.

Weitere Folgen findet ihr auf dem Blog von Sarah Chatwin.

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